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28.07.2021

Stadtentwicklung und Mobilität als Schwerpunkte

Landrat im Gespräch mit Gemeinderäten in Stutensee

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel besucht regelmäßig Städte und Gemeinden im Kreisgebiet, um sich vor Ort über das aktuelle Geschehen zu informieren und sich mit den politischen Akteuren über anstehende Vorhaben auszutauschen. Am vergangenen Montag führte ihn sein Gemeindebesuch nach Stutensee. Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeisterin Petra Becker stand eine Besichtigungsfahrt auf dem Programm, bei der die Oberbürgermeisterin einige Projekte zur Stadtentwicklung zeigte. Auf der Fläche des ehemaligen Schwimmbades entsteht mit dem Wohnpark Mittendrin in Blankenloch ein nachhaltiges Wohnquartier. „Gemeinsam mit der Volkswohnung realisieren wir hier 150 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe, davon ist ein Drittel sozialer Wohnungsbau. Direkt gegenüber haben wir mit dem neuen Stutenseebad, das wir 2018 eröffnet haben, einen weiteren Bau, der zur Attraktivität von Stutensee als Wohnort beiträgt und noch dazu die Nachhaltigkeitskriterien des staatlich geförderten kommunalen Hochbaus erfüllt“, berichtete Oberbürgermeisterin Petra Becker.

Ein spannendes Projekt für die Stadt Stutensee ist die Neue Düne in Friedrichstal, die als ökologische Ausgleichsmaßnahme für das angrenzende Baugebiet „Wohnen mit der Sonne“ angelegt wurde. Die Idee hierzu hatte der damalige Umweltbeauftragte Reiner Dick. Sein Nachfolger Bernd Scholer erläuterte, wie es zu der außergewöhnlichen Maßnahme kam. „Es gab früher einige dieser Binnendünen in der Region, die jedoch der Siedlungspolitik zum Opfer fielen, da Sand als Baumaterial benötigt wurde. Wir hatten die Idee, mit der Sanddüne den Zustand von damals wiederherzustellen. Gleichzeitig fungiert die Düne auch als Lärmschutz“. Bedrohte Tier- und Pflanzenarten, beispielsweise Gottesanbeterin, blauflügelige Ödlandschrecke und Eidechsen, haben sich in den verschiedenen Lebenswelten, die von Sand über Feuchtzonen bis zu Totholz reichen, angesiedelt. Über hundert Tier- und Pflanzenarten sind auf dem Gelände zu finden, so das positive Fazit des Umweltbeauftragten. Zudem betonte er die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements bei der Pflege dieses Biotops.

An der Pfinzkorrektion in Staffort konnte Landrat Dr. Schnaudigel im Anschluss eine neue Brücke in Augenschein nehmen und sich von dieser aus einen Eindruck von der Gewässersituation vor Ort verschaffen. Im Anschluss wurde zudem der zukünftige Standort der neuen Mehrzweckhalle besichtigt. Der Baubeschluss für diesen Neubau, der einen klimafreundlichen und nachhaltigen Ersatz für die bisherige Halle darstellt, wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung gefasst, informierte die Oberbürgermeisterin.

Ebenso positiv stellt sich das von großem Ehrenamt getragene Begegnungszentrum Regenbogen in Spöck dar. „Über 8.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit haben zahlreiche freiwillige Helfer über vier Jahre hinweg geleistet und das Ergebnis kann sich aus unserer Sicht sehen lassen“, freute sich das Leitungsteam des Zentrums. „Diese Einrichtung der Stadt Stutensee versteht sich nicht als Konkurrenz zu den örtlichen Vereinen, sondern wir wollen mit unserem Raum- und Veranstaltungsangebot das gesellschaftliche und kulturelle Leben in der Stadt ergänzen“, fügte Oberbürgermeisterin Petra Becker hinzu.

Bei der abschließenden Gesprächsrunde mit dem Gemeinderat in der Festhalle lag ein Schwerpunkt auf Verkehrsthemen. Das Güterverkehr-Großprojekt Neubau-/Ausbaustrecke Mannheim-Karlsruhe befindet sich in einem ganz frühen Stadium. „Stutensee liegt zwar in dem Korridor, in dem die Strecke möglicherweise verlaufen kann, aber es bestehen keinerlei Vorfestlegungen. Die betroffenen Städte und Gemeinden im Landkreis Karlsruhe treten gegenüber den Verantwortlichen, also dem Bundesverkehrsministerium und der Deutschen Bahn, als Region auf und sprechen mit einer Stimme, um das beste Ergebnis für die Region zu erreichen“, informierte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel. Er war sich mit dem Gemeinderat einig, dass der Öffentliche Personennahverkehr im Kreis bereits sehr gut ausgebaut sei, es speziell bei den Busverkehren jedoch noch Potential gebe. Die On Demand-Verkehre, die Reaktivierung einzelner Strecken sowie das neue Tarif Modell der „Home Zone“ sollen dazu beitragen, die Attraktivität des ÖPNV für die Fahrgäste aufrechtzuerhalten.

Angesprochen auf die Fortschreibung des Regionalplans des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein als Planungsgrundlage für die weitere Entwicklung der Region ging Landrat Dr. Christoph Schnaudigel auf den Sachstand ein. „Der Regionalverband gibt allen Beteiligten die Gelegenheit, Stellung zu nehmen und wird aufbauend auf diesen Rückmeldungen den Planentwurf weiterentwickeln und erneut eine Anhörung durchführen. Wir sind die Region mit der höchsten Baudichte in ganz Baden-Württemberg. Das zeigt, dass wir sehr bewusst mit dem Thema Flächenverbrauch umgegangen sind. Bei der Fortschreibung des Regionalplans wird der Regionalverband darauf auch weiterhin ein Augenmerk haben, jedoch in Abwägung der Interessen zum Beispiel der Bevölkerung nach Wohnraum und der Wirtschaft nach Gewerbe- und Industriegebieten. Dies bringt eine Wachstumsregion wie der Landkreis Karlsruhe mit sich.“ 

Oberbürgermeisterin Petra Becker dankte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel für den intensiven Austausch, bei dem beide Seiten wichtige Informationen aus erster Hand erhielten.