Seiteninhalt

Zukunft braucht Erinnerung - Opfer und Täter der Euthanasie


Hochkarätig besetzter Vortragsabend am 16. April im Landratsamt Karlsruhe

Während des Nationalsozialismus wurden über 200.000 Kranke und Menschen mit Behinderung systematisch getötet. Unter dem Titel „Zukunft braucht Erinnerung – Opfer und Täter der Euthanasie“ findet am Dienstag, 16. April, um 18.30 Uhr ein hochkarätig besetzter Vortragsabend statt, der die Aufarbeitung dieser Verbrechen beleuchtet.

Kay Nehm, Generalbundesanwalt a.D., befasst sich in seinem Vortrag „Umgang mit den Tätern – das Beispiel Schleswig-Holstein“ über die unzureichende Verfolgung der Euthanasieverbrechen durch die deutsche Justiz. Im Zentrum seines Beitrags steht ein Skandal, der das Land Schleswig–Holstein Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre erschütterte und dessen Aufarbeitung ein Schweigekartell von Juristen, Medizinern und Privatpersonen offenbarte, das ein Schlaglicht auf die Vergangenheitsbewältigung der Kriegsgeneration und deren Einstellung zur Euthanasie wirft.

Prof. Dr. Dr. Norbert Gross, Rechtsanwalt beim Bundesgerichtshof a.D. und ehemaliger Präsident der Rechtsanwaltskammer beim Bundesgerichtshof, berichtet in seinem Vortrag „Meine Tante Mariele – Erinnerungen an eine Unbekannte“ über ein wie durch ein Wunder in der Familie erhaltenes und bewahrtes Dokumentenkonvolut über die Ermordung seiner Tante in Grafeneck, das die heimliche Planung und verdeckte Durchführung, und die Mitwirkung auch ziviler Behörden belegt.

Die Veranstaltung im Foyer des Landratsamtes Karlsruhe, Beiertheimer Allee 2, beginnt um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.