Seiteninhalt

Ausschuss gibt grünes Licht zur Bestellung weiterer Biotonnen

Coronabedingte Kosten für den Betrieb von Wertstoff- und Grünabfallsammelstellen werden auch künftig erstattet

Seit Jahresbeginn werden im Landkreis Karlsruhe Bioabfälle getrennt gesammelt. „Nach den beiden durchgeführten Bedarfsabfragen haben sich 77 Prozent der 110.000 Hausbesitzenden im Landkreis Karlsruhe entschieden, wie sie ihre Bioabfälle getrennt sammeln werden. Dieser hohe Anteil zeigt die große Bereitschaft der Bevölkerung bei der getrennten Sammlung von Bioabfällen mitzumachen.“ Dieses positive Zwischenfazit zog Betriebsleiter Uwe Bartl am vergangenen Donnerstag in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik, der gleichzeitig Betriebsausschuss für den Abfallwirtschaftsbetrieb ist. Diejenigen Hausbesitzenden, die sich bis Mai 2021 noch nicht gemeldet haben, sollen nochmals angeschrieben und motiviert werden, sich zu entscheiden, wie die Bioabfälle getrennt gesammelt werden sollen.

2018 hatte der Kreistag ein Kombisystem aus einer freiwilligen Biotonne und einem Bringsystem auf den vorhandenen Grünabfallsammelplätzen beschlossen. Dabei kann man wählen, ob man seine Bioabfälle in einer Biotonne sammelt, die gegen eine Gebühr komfortabel vor dem Grundstück geleert wird, die Bioabfälle in Biobeuteln sammelt und sie ohne eine zusätzliche Gebühr selbst zu den Sammelstellen bringt oder die Bioabfälle im eigenen Garten kompostiert. Aktuell haben sich im gesamten Landkreis bisher etwa 20 Prozent für die Biotonne entschieden, rund 55 Prozent möchten das Bringsystem nutzen und ihre Bioabfälle selbst zu den Sammelstellen bringen und etwa 25 Prozent kompostieren die Bioabfälle im eigenen Garten. Auch für einige Wohnanlagen wurden bereits Biotonnen bestellt. Viele Wohnbaugesellschaften sind für eine zusätzliche Sammlung von Bioabfällen aufgeschlossen und haben ihr Interesse an einer Beratung signalisiert. Sehr positiv wurden von ihnen die Angebote für eine regelmäßige Reinigung der Biotonnen und für eine ganzjährige wöchentliche Leerung der angebotenen Biotonnen mit 660 Liter Volumen bewertet.

Dem Ausschuss konnten nun auch die ersten Erfahrungen zur Menge und Qualität des gesammelten Bioabfalls präsentiert werden. Die gesammelte Bioabfallmenge ist demnach seit Anfang Januar kontinuierlich gestiegen. Seit Februar liegt die Sammelmenge bei über 200 Tonnen pro Woche. Ungefähr 60 Prozent der gesammelten Menge wird im Bringsystem über die Sammelstellen und etwa 40 Prozent über die Leerung der Biotonnen erfasst. Die Verwertungsunternehmen haben bestätigt, dass die im Landkreis gesammelten Bioabfälle bisher eine gute Qualität mit einem geringen Störstoffanteil aufweisen.

Insgesamt wurden bislang etwa 20.500 Biotonnen und 71.200 Starter-Sets für das Bringsystem bestellt und verteilt. Damit wurde die vorher geplante Menge von 20.000 Biotonnen und 65.000 Starter-Sets überschritten. Der Ausschuss gab in seiner Sitzung rund 200.000 Euro zur Bestellung weiterer Biotonnen frei, um die Nachfrage der nächsten Monate decken zu können.

Der Ausschuss hat in einem weiteren Tagesordnungspunkt beschlossen, den Städten und Gemeinden und der Gesellschaft für Biomüll und Recycling im Landkreis Karlsruhe mbH (BRLK) bis Ende Juni 2021 weiterhin die nachgewiesenen Kosten für das zum Infektionsschutz gegen das Corona-Virus bei den von ihnen betriebenen Wertstoff- und Grünabfallsammelstellen erforderliche zusätzliche Aufsichtspersonal, das auf die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen achtet, zu erstatten. Die Kosten werden abhängig von der Anzahl der Anlieferungen erstattet. Damit soll erreicht werden, dass die Sammelstellen trotz der inzwischen wieder steigenden Infektionszahlen geöffnet bleiben können und man seine Wertstoffe anliefern kann.