Seiteninhalt

Berufliche Schulen im Kreistag

Schlussabrechnung für ersten Bauabschnitt des Beruflichen Bildungszentrums Ettlingen festgestellt - Weiteres Vorgehen bei der Handelslehranstalt Bruchsal

Einen weiteren Schritt zur Weiterentwicklung des Beruflichen Bildungszentrums Ettlingen vollzog der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung vom 6. Mai, der in der Bundschuhhalle in Bruchsal-Untergrombach stattfand. Mit Anerkennung der Schlussabrechnung setzte das Gremium einen Punkt hinter den ersten Bauabschnitt. 20,86 Mio EUR hat er demnach gekostet, damit konnte das ursprünglich festgelegte Budget um rund eine Million Euro unterschritten werden. Gefördert wurde das Projekt mit rund 6,24 Mio EUR aus Mitteln der Landes-Schulbauförderung – rund 1,25 EUR mehr als ursprünglich erwartet. Verwirklicht wurde ein Neubau für die Wilhelm-Röpke-Schule mit einer Bruttogeschossfläche von 8.690 m² und einer Programmfläche von 4.493 m², welche sich auf 48 Klassenräume verteilt, wovon zehn multifunktional für naturwissenschaftliche Fachraumklassen genutzt werden können. Elektronische Tafeln, sogenannte „Whiteboards“, ermöglichen digitales Lernen und tragen in Verbindung mit den Schüler-Tablets zu einem innovativen interaktiven Unterricht bei. Eingebunden wurde der Neubau als Bestandteil eines Quartierskonzepts, zu der auch die städtische Wilhelm-Lorenz-Realschule sowie das umgebende Wohnviertel gehört. Das Nahwärmenetz ermöglicht die Deckung des gesamten Energiebedarfs aus regenerativen Energien. Hierfür wurden auf dem Dach des Neubaus Solarthermiekollektoren montiert. Die Wärmeversorgung des Quartiers erfolgt über die Heizzentrale auf dem kreiseigenen Schulgelände. Eingeweiht wurde der erste Bauabschnitt im Juli 2019. Nächster Schritt ist in einem zweiten Bauabschnitt der Abbruch und Neubau der derzeitigen Albert-Einstein-Schule inklusive der Cafeteria und den Flächen des Kreismedienzentrums.

Für die Handelslehranstalt (HLA) in Bruchsal, die derzeit 1.150 Schülerinnen und Schüler besuchen, ergeben sich aus der Verlagerung der Feuerwehr in die Bahnstadt und die Weiterentwicklung des ehemaligen Feuerwehrhausareals Entwicklungsperspektiven. Bereits 2018 hatte die Stadt Bruchsal für das Areal um den früheren Standort der jüdischen Synagoge einen Anhörungs- und Ideenfindungsprozess mit Bürgerbeteiligung initiiert. Unter den 49 eingereichten Beiträgen war auch ein Ideenvorschlag des Landkreises Karlsruhe, der im Wettbewerb unter Mehreren prämiert wurde.  Das Konzept beinhaltet die Grundidee eines gemeinsamen Schulcampus der Handelslehranstalt, der weitere Flächen für die Stadtverwaltung, Multifunktionsräume für ein interkulturelles Zentrum, Einzelhandel und altersgerechtes Wohnen ermöglicht, wobei die Grundrissstruktur der ehemaligen Synagoge ablesbar ist. Für die HLA wäre die Erweiterung des Schulbereichs mit einer Einfeldsporthalle im Unter- und Erdgeschoss und 21 Klassenräumen in den Obergeschossen denkbar. Die momentan noch im Gebäude in der Orbinstraße untergebrachten Schulteile mit 300 Schülern könnten dann an auf einem zusammenhängenden Schulcampus untergebracht werden.

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel informierte, dass der Gemeinderat der Stadt Bruchsal im März für die Nachnutzung des Geländes im Hinblick auf den zukunftsorientierten Umgang mit der früheren Synagoge ein Konzept „Denkort Fundamente“ in Auftrag gegeben hat, welches mit der vorgeschlagenen Campuslösung der HLA vereinbar wäre und im Quartier der Luisen/Orbin-/Stadtgrabenstraße neue städteplanerische Perspektiven eröffnet.

Für den Landkreis hat die Campuslösung Vorteile, weil der Altbau große Verkehrs- und Lehrflächen aufweist, die umfangreiche Unterhaltungsaufwendungen von der Reinigung über den Winterdienst bis hin zum Instandhaltungsaufwand nach sich ziehen. Durch eine Flächenkomprimierung würden sich auch die Energie- und Facilitykosten in einem nicht unerheblichen Umfang reduzieren und der absehbare Sanierungsaufwand im Bereich der Heizungsmodernisierung und anderer technischer Gewerke, wie dem Datennetz und der Medientechnik, der Elektro- und Trinkwasserinstallation sowie der sanitären Anlagen sowie der Einbau eines Fahrstuhls – erste Kostenschätzungen hierzu belaufen sich auf mindestens fünf Millionen Euro – würden gar nicht erst anfallen. Ein Kaufangebot für das ehemalige Gebäude liegt bereits vor. Der Kreistag stimmte grundsätzlich einer Campuslösung zu und ermächtigte die Verwaltung, mit der Stadt Bruchsal und allen Beteiligten die notwendigen Gespräche zu führen. Das Konzept „Denkort Fundamente“ begleitet das Gremium ausdrücklich positiv.