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08.11.2019

Kreistag beschließt Baumaßnahmen an der Hardtwaldschule Karlsruhe-Neureut und der Ludwig Guttmann Schule Karlsbad-Langensteinbach

Neue Angebote an den Beruflichen Schulen des Landkreises

Gleich mehrere Tagesordnungspunkte der Kreistagssitzung am vergangenen Donnerstag widmeten sich dem Thema Schulen. Kürzlich abgeschlossen wurden brandschutztechnische und energetische Sanierungsmaßnahmen an der Hardtwaldschule Karlsruhe-Neureut. Der Kreistag stimmte nun auch der geplanten Innenraumsanierung im nächsten Jahr zu. Die Arbeiten umfassen unter anderem Estrich- und Belagsarbeiten, Trockenbau, Tafelsysteme, Einbaumöbel und EDV-Verkabelungen. Der Landkreis beteiligt sich anteilig an der Gesamtmaßnahme zur Innenraumsanierung, im Kreishaushalt sind inklusive notwendiger Interimskosten rund zwei Millionen Euro veranschlagt. Die Hardtwaldschule können Schülerinnen und Schüler aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe besuchen, Voraussetzung ist der Anspruch auf Besuch eines sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Im Schuljahr 2018/19 stammten 40 der insgesamt 49 Schüler aus dem Landkreis.

Derzeit laufen die Abstimmungen mit der Stadt Karlsruhe und der Ortsverwaltung Neureut, um Interimslösungen mit Containermodulen für die Zeit der Baumaßnahme zu realisieren. Der Ortschaftsrat wird Ende dieses Monats in seiner Sitzung den Vorschlag zur Nutzung eines Areals am Waldsportplatz beraten und abschließend eine Entscheidung treffen.

Für die Sanierung der Ludwig Guttmann Schule Karlsbad-Langensteinbach hatte der Kreistag bereits am 18. Juli den Realisierungsbeschluss gefasst. In seiner jüngsten Sitzung sprach sich das Gremium dafür aus, die mittelfristig vorgesehene Gebäudeautomation, für die ein Volumen von 850.000 EUR kalkuliert ist, vorzuziehen und bereits im Zuge der Gebäudesanierung 2021/2022 anzugehen. Mit dieser Sanierungsmaßnahme, die über den Schulsanierungsfonds des Landes gefördert wird, kann ein weiterer Schritt des nachhaltigen Gebäudebetriebes umgesetzt werden. Damit erhöht sich der Gesamtkostenrahmen für diese Schulsanierung auf rund 7,7 Millionen Euro, die innerhalb des Schulverbundes und über Fördermittel finanziert werden. Rund 1,1 Millionen Euro werden vom Landkreis Karlsruhe zu tragen sein.

Im langfristigen Sanierungskonzept der Schule waren diese Maßnahmen zur Anbindung der Schule an das geplante Nahwärmenetz und der damit verbundenen Erneuerung der Wärmeübergabe und -verteilung erst ab 2024 vorgesehen. Da jedoch im Zuge der im Sommer beschlossenen Baumaßnahmen weitreichende Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt werden, wie die Erneuerung aller Zwischendecken im Hanggeschoss, folgte der Kreistag dem Vorschlag der Verwaltung, diese notwendigen Investitionen in die Gebäudeautomation bereits jetzt zu tätigen - insbesondere in die Einzelraumregelungen und die Aufschaltung der Brandschutzklappen.

Neben Bauangelegenheiten befasste sich der Kreistag auch mit Veränderungen der Angebote an Beruflichen Schulen des Landkreises. Zum Schuljahr 2020/21 stimmte der Kreistag der Einrichtung einer einjährigen Berufsfachschule dual (1BFAVD) an der Albert-Einstein-Schule in Ettlingen sowie der Käthe-Kollwitz-Schule in Bruchsal zu. Zielgruppe dieses neuen Angebotes sind Jugendliche, die noch nicht ausbildungsreif sind und Unterstützungsbedarf beim Übergang von der Schule in eine Ausbildung haben. Vorgesehen ist weiterhin die Einrichtung eines zweijährigen Berufskollegs Informations- und kommunikationstechnische Assistenten/-innen an der Balthasar-Neumann-Schule 1 in Bruchsal. Absolventen mit Mittlerer Reife oder Fachhochschulreife wird dort die Möglichkeit geboten, in zwei Jahren Vollzeitunterricht eine Berufsausbildung im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik zu erwerben. Die Absolventen erhalten die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Informations- und kommunikationstechnischer Assistent“.

Weiter wird der Schulversuch Berufsfachschule zum Erwerb von Zusatzqualifikationen (BFQ), Fachbereich Pflege mit dem Schwerpunkt „Praxisanleitung Pflege“ an der Bertha-von-Suttner-Schule Ettlingen zum 2. Schulhalbjahr 2019/20 umgesetzt. Mit dieser 300-stündigen berufsbegleitenden Ausbildung sollen für die Region Praxisanleiter gewonnen werden.

Die Ausbildung in Pflegeberufen wird ab dem 1. Januar nächsten Jahres neu strukturiert, dabei werden die bisherigen Ausbildungsgänge Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege in einer generalistischen Pflegeausbildung zusammengefasst. Um alle Facetten des Pflegeberufs kennenzulernen, sind im Rahmen der Ausbildung Praxiseinsätze in allen Arbeitsfeldern der Pflegeberufe zu erbringen. Die vertraglich abgesicherte Bereitstellung aller Praxiseinsatzstellen ist Voraussetzung für die Schaffung eines Ausbildungsplatzes. In der Praxis zeigen sich allerdings zum Teil große Schwierigkeiten, alle erforderlichen Praxiseinsatzstellen zugesichert zu bekommen. Ein Problem dabei ist - insbesondere im Bereich der ambulanten Pflege - das Fehlen von ausgebildeten Praxisanleitern. Das neue Angebot an der Bertha-von-Suttner-Schule Ettlingen soll dazu beitragen, diese Lücke zu schließen und mittelfristig mehr potentielle Ausbildungsstellen für Interessierte im Pflegebereich bieten zu können.

Der Kreistag musste aber auch von der Aufhebung einiger Bildungsgänge seitens des Regierungspräsidiums Karlsruhe bzw. Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport zum Schuljahresende 2018/19 Kenntnis nehmen. Grund für die Aufhebung ist, dass die erforderliche Mindestschülerzahl nicht erreicht wurde. Betroffen sind das Technisches Gymnasium Profil Technik und Management (TGTM) an der Balthasar-Neumann-Schule 1 Bruchsal, die Meisterschule – Feinwerkmechaniker (FMFWT) an der Balthasar-Neumann-Schule 2 Bruchsal, Friseur/Friseurin (K1FR) an der Albert-Einstein-Schule Ettlingen und das Berufseinstiegsjahr (BEJ) an der Bertha-von-Suttner-Schule Ettlingen.