Seiteninhalt

Nahwärmekonzeption Jugendeinrichtung Schloss Stutensee

Der Landkreis Karlsruhe betreibt die Liegenschaften der Jugendhilfeeinrichtung Schloss Stutensee. Neben dem eigentlichen Schlossgebäude umfasst das Areal insgesamt rund 20 weitere Gebäude die als Schule, Wohn-, Betriebs- und Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude genutzt werden. Neben dem Schloss und seinen beiden Nachbargebäuden aus dem 18. Jahrhundert sind die meisten Gebäude in den 60’er Jahren errichtet worden. Zwischenzeitlich haben umfassende energetische Sanierungsmaßnahmen im Gebäudebestand stattgefunden. Sämtliche Maßnahmen wurden durch das Land Baden-Württemberg im Rahmen des „Klimaschutz-Plus“-Programmes gefördert. Aufgrund der Tatsache, dass das Schloss und dessen Nebengebäude unter Denkmalschutz stehen, sind keine baulichen Sanierungen bis auf das Heinrich-Wetzlar-Haus vorgesehen. Dennoch wird angestrebt, diese Gebäude an die geplante Erweiterung des Nahwärmenetzes anzuschließen. Aus diesem Grund wurde an einer neuen Konzeption der Wärmeversorgung der Jugendeinrichtung Schloss Stutensee gearbeitet.

Zielsetzung  ist es, ein ganzheitliches Konzept umzusetzen, dass sowohl die Sanierung der Gebäudehüllen als auch die Erneuerung der Wärmeversorgung mit einschließt. Das „Energiekonzept Schloss Stutensee“ beinhaltet zwei große Themenkomplexe. Zum einen die energetische Sanierung des Gebäudebestands und zum anderen den Aufbau einer effizienten Wärmeversorgung bzw.Wärmeanbindung (Nahwärmenetz). Die energetische Ertüchtigung als auch die Anbindung der Gebäude an das bestehende und bereits sanierte Nahwärmenetz wurde  in den vergangenen Jahren umgesetzt. Im Jahr 2015/2016 wurden die noch zu sanierenden Wohngruppenhäuser (Wohngruppe 15 bis 20)  unter Inanspruchnahme von Landesfördermittel des Klimaschutz-Plus-Programmes energetisch ertüchtigt. Bereits im Vorfeld (Jahr 2012/2013) wurden die gesamten Wohngruppenhäuser mit Wärmeübergabestationen ausgestattet und an das sanierte Nahwärmenetz angeschlossen.

Derzeit erarbeitet man im Rahmen eines KfW-Förderprogrammes die zukünftige Energie- und Wärmeversorgung der „Jugendeinrichtung Schloss Stutensee“. Aufgrund der durchgeführten baulichen Sanierungen im Gebäudebestand und den vollzogenen Neubaumaßnahmen (Grundschule und Sporthalle mit Therapie) ist es nun möglich, eine betriebsoptimierte  Auslegung (Leistung und Brennstoffart) der künftigen Wärmeversorgung zu planen und auf den erforderlichen Wärmebedarf des Areals optimal abzustimmen. Die derzeitige Konzeption zur Wärmeerzeugung sieht die Installation einer Holzhackschnitzelheizungsanlage vor. Zur Deckung des erforderlichen Brennstoffes wird ausschließlich auf die Verwendung regionaler Hackschnitzel gesetzt, um einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung zu leisten.

Die Beheizung der Jugendeinrichtung Schloss Stutensee erfolgt bislang ausschließlich mit Heizöl. Es besteht keine Möglichkeit an ein bestehendes Gasversorgungsnetz anzuschließen. Neben der gesetzlichen Verpflichtung des EWärmeG des Landes Baden-Württemberg (regenerativer Anteil zu Deckung des Wärmebedarfs), ist auch die Brennstoffpreisentwicklung der letzten zehn Jahre ein wichtiges Kriterium zur Konzeption der zukünftigen Wärmeversorgung. Neben einer deutlichen Reduzierung der CO2 Emissionen und einer Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, ist die langfristige stabile Preisentwicklung gegenüber dem volatilem Heizölpreis wie auch die deutliche Einsparung von Brennstoffkosten das maßgebliche Kriterium der Anlagenkonzeption.