Seiteninhalt

Kinder aus suchtbelasteten Familien

[Einleitung]

Im Rahmen der COA-Aktionswoche "Kindern aus Suchtfamilien eine Stimme geben" wurden Anfang Februar 2021 rund 2500 Plakate in Kommunen, Geschäften und bei Trägern aus der Jugend- und Sozialhilfe ausgehängt. Diese Plakate dienen der Sensibilisierung von Kindern aus suchtbelasteten Familien. In dieser besonderen Zeit des Lockdowns, in der sich Kinder nahezu ausschließlich im häuslichen Umfeld aufhalten, sind wir besonders verpflichtet auf die Situation der betroffenen Kinder aufmerksam zu machen. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf, um bei Bedarf weitere Plakate zu erhalten.

Kindern aus suchtbelasteten Familien kommen im Landkreis Karlsruhe im Rahmen der Suchtprävention eine besondere Aufmerksamkeit zu. Denn Kinder, die in suchtbelasteten Strukturen aufwachsen, sind die bekannteste Risikogruppe für die spätere Entwicklung einer eigenen Abhängigkeitserkrankung.

Kinder aus Suchtfamilien werden in der Regel übersehen, es gibt eine hohe Dunkelziffer. Wir wissen, dass jedes siebte Kind mit einem suchterkrankten Elternteil aufwächst. Nach dem Einwohnerstand von 2020 wären dies im Landkreis Karlsruhe rund 10.700 betroffene Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Leider erreichen wir einen großen Teil der Kinder (noch) nicht.

Häufig bleibt die Suchterkrankung lange Zeit ein gut gehütetes Familiengeheimnis mit fatalen Auswirkungen: In der Folge sind ein Drittel der Kinder im Erwachsenenalter auch suchtkrank und ein Drittel erkrankt psychisch.

Die Gründe hierfür sind vielschichtig und gleichzeitig so gravierend, dass die gesunde Entwicklung der Kinder gefährdet ist. 

Was genau erleben Kinder in Suchtfamilien? Permanente Verunsicherung durch das Verhalten des Elternteiles, Eltern, die Bedürfnisse nicht erkennen und die Kinder viel alleine lassen. Die Kinder erleben zu Hause Disharmonie, Unberechenbarkeit, häufig Konflikte und Gewalt. Die Kinder verhalten sich daher oft überangepasst brav und übernehmen zu viel Verantwortung. Der Alltag wird von Gefühlen wie Einsamkeit, Schuld, Ängste und Scham begleitet.

Die Situation der Kinder hat sich bedingt durch die Bedingungen der Corona-Pandemie weiter verschärft.

„Wegschauen ist keine Lösung“ ist unser Grundansatz in der Suchtprävention – besonders bei Kindern aus suchtbelastenen Familien. In diesem Kontext ist es notwendig sich der Not der suchtbelasteten Familie zuzuwenden, die Kinder zu stärken und zu schützen.

Unsere Angebote sind: 

  • Kindergruppen in Ettlingen, Bretten und Bruchsal um speziell auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können, sowie zur gesunden Gefühlsregulierung und Ich-Stärkung beizutragen 
  • Fahrtkostenpauschalen für Ehrenamtliche, um den Kindern die Teilnahme an der Gruppe zu gewährleisten
  • Arbeitskreise „Schulterschluss Nord“ und „Schulterschluss Süd“ in enger Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt: Auf Fachkräfteebene wird die Vernetzung und Kooperation verbessert um suchtbelastete Familien zu erkennen. Häufig zeigen sich die Kinder sich beispielsweise zu angepasst oder beschönigen die Familiensituation aus Scham und Loyalität.
  • Fachkräftefortbildungen und Fachberatung. Ziel ist, trotz des häufig verwirrenden Familiensystems einen klaren Blick auf die Bedürfnisse der Kinder zu bewahren und dem suchtkranken Elternteil adäquate Hilfsangebote zu unterbreiten.
  • Elterngruppe SALTO in Ettlingen

Auch Kinder mit psychisch erkranktem Elternteil sind belastet und benötigen Unterstützung. Nähere Infos erhalten Sie über die Psychiatriekoordinatorin:

Frau Stallbommer

Psychiatriekoordinatorin

Wolfartsweierer Straße 5
76131 Karlsruhe

Postanschrift:
Beiertheimer Allee 2
76137 Karlsruhe

0721 936- 71 030