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Sozial- & Jugendhilfeplanung

Jugendhilfe hat nach den Bestimmungen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (Achtes Sozialgesetzbuch) die Aufgabe zu förderlichen Lebensbedingungen für Kinder, Jugendliche und Familien beizutragen und Benachteiligungen abzubauen. Zur Verwirklichung dieses Anspruches erbringen die Träger der Jugendhilfe vielfältige Leistungen für junge Menschen und ihre Familien. Diese Leistungen sind rechtzeitig, bedarfsgerecht und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse junger Menschen vorzuhalten.

Jugendhilfeplanung hat die Aufgabe, die notwendigen Grundlagen für diese bedarfsgerechte Jugendhilfe zu schaffen:

  • sie gibt Informationen und Hinweise zu sozialen Problemen und Handlungsbedarfen,
  • sie erarbeitet Lösungsvorschläge und Handlungskonzepte,
  • sie bereitet vielfältige statistische Informationen auf und analysiert sie,
  • sie trägt zu einer wirkungsvollen und wirtschaftlichen Leistungserbringung der Jugendhilfe bei,
  • sie arbeitet in Planungsgruppen öffentlicher und freier Träger der Jugendhilfe,
  • sie kooperiert mit den Städten und Gemeinden des Landkreises in allen Fragen der sozialen Infrastruktur für junge Menschen und ihre Familien.

Bei allen planerischen Aktivitäten sind die direkt und indirekt betroffenen Menschen einzubeziehen und für die Ausgestaltung von Hilfen und Angeboten zu gewinnen. Hier ergeben sich Schnittstellen zur Planungsstelle Bürgerschaftliches Engagement. Das Sachgebiet Sozial- und Jugendhilfeplanung im Landkreis Karlsruhe ist dem „Jugendamt“ im Dezernat III „Mensch und Gesellschaft“ zugeordnet. Die Planung im Bereich der Eingliederungshilfe nach dem SGB XII liegt beim Sachgebiet „Sozialplanung für behinderte Menschen, Altenhilfefachberatung“ des Dezernats. Wichtige Arbeitsmaterialien im Rahmen der Jugendhilfeplanung finden Sie in der Mediathek in der Kategorie "Sozial- und Jugendhilfeplanung". Diese Materialien können als pdf-Datei heruntergeladen und ausgedruckt werden.

Zudem liegt die Qualitätssicherung, Kooperation und statistische Erfassung der Jugendsozialarbeit an Schulen im Landkreis Karlsruhe in der Zuständigkeit der Sozial- und Jugendhilfeplanung.

Jugendsozialarbeit an Schulen (Schulsozialarbeit)

Die Jugendsozialarbeit an Schulen ist in § 13 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII) rechtlich verankert. Danach sollen „jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind, im Rahmen der Jugendhilfe sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, die ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern.“

Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen und Eltern sowie den Institutionen und Initiativen im Gemeinwesen soll die Jugendsozialarbeit zu einer wirksamen Bildungsarbeit an der Schule und einer gelingenden Sozialisation von Schülerinnen und Schülern beitragen.

Die Fachkräfte der Jugendsozialarbeit bieten am jeweiligen Schulstandort an:

  • Beratungsgespräche und individuelle Hilfen für SchülerInnen und Eltern
  • Hilfen beim Übergang von der Schule in den Beruf
  • Beratung von Lehrkräften
  • Gruppenangebote für SchülerInnen zu wichtigen Fragen ihrer Persönlichkeitsentwicklung
  • Einrichtung von SchülerInnentreffs und offenen Freizeitangeboten
  • Mitwirkung bei der Schul- und Unterrichtsgestaltung

Der Landkreis Karlsruhe fördert die Jugendsozialarbeit an Haupt-, Werkrealschulen und Förderschulen seit Januar 2008. Ab 2011 sind auch Realschulen und Gymnasien in die Förderung einbezogen. Sie ist ein wichtiges präventives Hilfeinstrument im Spektrum der Jugendhilfe und zur Vermeidung eskalierender Konfliktsituationen an Schulen.

Die Einrichtung und Durchführung der Jugendsozialarbeit an Schulen erfolgt in Verantwortung der jeweiligen Kommune. Sie wird inzwischen an über 25 Kommunen des Kreises angeboten. Die Übertragung der Leistungserbringer auf einen anerkannten freien Träger der Jugendhilfe ist möglich.

Die Jugendsozialarbeit an Schulen soll sich bedarfsspezifisch an den jeweiligen Schulstandorten entwickeln. Der Landkreis Karlsruhe hat die Fördergrundsätze der Jugendsozialarbeit an Schulen (Schulsozialarbeit), die Rahmenbedingungen für die Förderung des Landkreises vorgibt und ein Berichtswesen für die Schulsozialarbeit entwickelt, um für die erforderliche Einheitlichkeit und Verbindlichkeit des Handelns im Landkreis sicherzustellen.

Anträge zur Förderung der Jugendsozialarbeit an Schulen werden durch die jeweilige Kommune beim Amt für Grundsatz und Soziales gestellt. Ein Antragsformular und die entsprechenden Ausführungsbestimmungen finden Sie im Bereich "Anträge / Formulare / Informationsblätter" in der Kategorie "Jugendsozialarbeit an Schulen".

Bereits seit 1992 ist der Landkreis Karlsruhe Träger der Jugendsozialarbeit an den beruflichen Schulen des Landkreises. Die Leistungserbringung wurde dem Internationalen Bund übertragen. Die sechs Fachkräfte (5,5 Stellen) geben vor allem Hilfestellungen für die förderbedürftigen jungen Menschen im Berufsvorbereitungsjahr, deren Zugang zum Arbeitsmarkt besonders schwierig ist.