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19.07.2019

Seit 1. Juli gelten neue Pfändungsfreigrenzen

Die Schuldnerberatung im Landratsamt Karlsruhe weist darauf hin, dass die bisherigen Pfändungsfreigrenzen seit dem 01. Juli deutlich angehoben wurden; ab diesem Stichtag kann von den Einkünften eines Schuldners erheblich weniger gepfändet werden. Der Gesetzgeber hat die Anpassung der Pfändungsfreigrenzen alle zwei Jahre vorgesehen. Die neuen Pfändungsfreigrenzen gelten für alle Arbeitseinkommen und pfändbaren Sozialleistungen, die nach dem 01. Juli ausbezahlt werden.

Grundsätzlich ist die Höhe des pfändbaren Betrags abhängig vom Nettoeinkommen. Bei Alleinstehenden liegt der Pfändungsfreibetrag dann bei 1179,99 EUR. Für eine Familie mit zwei Kindern kann ein Betrag von 2119,99 EUR pfändungsfrei bleiben. Auch die Pfändungsfreigrenzen bei einer Kontopfändung werden erhöht: Der Grundfreibetrag für eine alleinstehende Person ohne Unterhaltspflichten liegt bei 1178,59 EUR. Es ist davon auszugehen, dass die Banken nicht nur den P-Konto-Grundfreibetrag sondern auch den bescheinigten erhöhten Freibetrag umstellen, so dass keine neue Bescheinigung vorgelegt werden muss. Bei allen individuellen Freigabebeschlüssen muss beim Vollstreckungsgericht eine Anpassung an die neuen Werte der Pfändungstabelle beantragt werden. Dabei muss der Schuldner dem Amtsgericht auch die Einkommensnachweise, die Pfändungsbeschlüsse und die Kontoauszüge vorlegen. Sollte eine Behörde das Konto pfänden, so ist der Antrag bei der vollstreckenden Behörde zu stellen.

Auskünfte und Beratung zu den neuen Pfändungsfreigrenzen erteilt gerne die Schuldnerberatung des Landratsamtes Karlsruhe, Telefon: 0721/936-66040.