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24.07.2019

Sozialdezernent Peter Kappes in den Ruhestand verabschiedet

Verdienstmedaille des Landkreises für überdurchschnittliches Engagement und Leistungen für die soziale Gesellschaft - Margit Freund als Nachfolgerin eingeführt

Am vergangenen Dienstag wurde der langjährige Sozialdezernent Peter Kappes im Beisein vieler Vertreter des Kreistages, Kommunen, Verbänden und Behörden im Kasino des Landratsamtes verabschiedet. Zum 31. August geht der dann 63-jährige in den Ruhestand. 19 Jahre lang hatte Kappes das Dezernat geleitet und war zum Schluss für die Ämter „Grundsatz und Soziales“, „Jugendamt“, „Versorgung und Rehabiliation“, das „Amt für Integration“ sowie das Jobcenter mit rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich. Für überdurchschnittliches Engagement und Leistungen für die soziale Gesellschaft zeichnete ihn Landrat Dr. Christoph Schnaudigel mit der Verdienstmedaille des Landkreises Karlsruhe aus. In ihr neues Amt eingeführt wurde die bisherige Jugendamtsleiterin Margit Freund.

Der Berufsweg von Peter Kappes begann mit einer Ausbildung beim Landesversorgungsamt Karlsruhe und einem Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Stuttgart. Ab 1979 arbeitete er in verschiedenen Funktionen beim Landeswohlfahrtsverband Baden bis er im Jahr 2000 als Leiter des Sozialdezernates zum Landkreis Karlsruhe kam. Das bestand damals aus dem Jugendamt und dem Sozialamt und wuchs, als 2005 mit Auflösung des Landeswohlfahrtsverbandes Baden die Eingliederungshilfe und die Landesblindenhilfe sowie die Versorgungsverwaltung vom Land dazukam. In dessen Folge das Amt für Versorgung und Rehabilitation gebildet wurde. Die Aufgabe der Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge führte 2016 zur Bildung des Amtes für Integration.

„Sie haben nicht nur verwaltet, sondern aktiv gestaltet, Ihre Spielräume positiv ausgenutzt und Strukturen geschaffen, die über den Tag hinaus Bestand haben“, lobte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel. Im besten Sinne einer sozialräumlichen Orientierung habe er alle 32 Städte und Kommunen mit ihren 102 Stadt- und Ortsteilen einbezogen und das sowohl im Hinblick auf die Senioren, als auch auf die Jugendlichen sowie behinderten Menschen verfolgt. Durch detaillierte Planwerke bei der Sozialplanung, Pflegeplanung und auch bei der Integration habe er das Sozialwesen nachhaltig ausgerichtet und weil Peter Kappes es verstand, dabei gemeinsam mit den freien Trägern der Wohlfahrtspflege vorzugehen, sei der Landkreis auf all diesen Gebieten ganz hervorragend aufgestellt. Er erinnerte, dass es nicht selten galt, auch dicke Bretter zu bohren, zum Beispiel um einen zweiten, dritten, vierten und kürzlich sogar fünften Pflegestützpunkt zu bekommen; ein kühler Kopf und Beharrlichkeit habe jedoch auch hier zum Ziel geführt. Nicht alle Vorhaben glückten, so gelang es trotz vieler Anstrengungen nicht, Optionskommune zu werden und damit alleiniger Träger für die Grundsicherung für Arbeitssuchende, die Form der gemeinsamen Einrichtung mit dem Jobcenter in Partnerschaft mit der Arbeitsagentur sei dennoch keinesfalls eine zweitbeste Lösung. Geschätzt habe der Landrat an Peter Kappes, dass er nicht nur höchste fachliche Kompetenz einbrachte, sondern seine Standpunkte auch zu vertreten wusste; dies war auch beim internen Ringen um die beste Lösung vorteilhaft. Nachdem Peter Kappes sein Amt mit überaus hohem Engagement und weit über dem normal geforderten hinaus ausgeübt hatte, zeichnete er ihn mit der Verdienstmedaille des Landkreises Karlsruhe aus.

Der Dezernent für Arbeit, Soziales und Teilhabe im Landkreistag Baden-Württemberg Dietmar Herdes lobte die Lösungs- statt Problemorientierte Einstellung von Peter Kappes. Er habe sich deshalb landes- und sogar bundesweit einen guten Namen gemacht hat und sein kompetenter Rat sei für die Verbandsarbeit sehr willkommen gewesen. Aufgrund seines Ideenreichtums und seiner konsequenten Arbeit sei der Landkreis Karlsruhe in vielen Bereiche vorne. Der Kreisvorsitzende des Gemeindetags Bürgermeister Thomas Nowitzki (Oberderdingen) sprach für die Städte und Gemeinden und würdigte den Dezernenten als wertvollen Ideengeber für die Kommunen, der gleichzeitig ein sensibles Gespür für soziale Konstellationen hatte. Stellvertretend für alle freien Träger sprach die Vorsitzende der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände Elke Krämer. Sie zeigte sich beeindruckt von der hohen fachliche Kompetenz, die dazu führte, dass man sich auf gleicher Augenhöhe begegnen konnte. Gleichzeitig gelang es, rasch zu Ergebnissen zu kommen. Personalratsvorsitzenden Armin Mezger bescheinigte Peter Kappes eine glückliche Hand bei der Personalführung bei der Umsetzung der vielen und schwierigen Aufgaben seines Dezernates. Zum Schluss ergriff der zukünftige Pensionär das Wort. Er habe seine Arbeit nach der Maxime „Ambulant vor Stationär“ und „Reha statt Pflege“ ausgerichtet und einen „Welfare-Mix“ angestrebt, also ein gutes Miteinander von Haupt-, Neben- und Ehrenamtlichen. Dass er mit seinen Mitarbeitern und den Protagonisten in den Gemeinden und Trägern zusammenarbeiten durfte bezeichnete er als persönlichen Gewinn. Ganz besonders habe er geschätzt, dass er stets das Vertrauen der Landräte und Kreisrätinnen und Kreisräte verspüren konnte. Er freue sich nun aber auch, mehr Muße für Dinge zu haben, die in einem erfüllten Berufsleben zwangsläufig zu kurz gekommen sind.

Als Nachfolgerin wurde Margit Freund eingeführt. Die 55-Jährige Diplom-Sozialpädagogin leitete bislang das Jugendamt und war Stellvertreterin des Dezernatsleiters. Sie sei sich bewusst, welch große Aufgabe und Herausforderungen auf sie zukomme, dankte für das Vertrauen, das sie durch ihre Wahl bekommen hatte und kündigte eine enge und gute Zusammenarbeit an.