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04.10.2019

Regierungspräsidentin auf Kreisbereisung im Landkreis Karlsruhe

Gesundheitsversorgung, Verkehr und Bildung waren Schwerpunktthemen - Abstimmung bei Großbauvorhaben soll verbessert werden

Seit 1. April 2019 ist Regierungspräsidentin Sylvia Felder im Amt. Um die Landkreise im Regierungsbezirk kennenzulernen und sich über aktuelle Themen auszutauschen, führt sie Kreisbereisungen durch. Ihre erste Bereisung führte sie am 1. Oktober in den Landkreis Karlsruhe. Begleitet wurde sie von Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und Vertretern der Kreistagsfraktionen.

Den Auftakt machten die Kreiskliniken. In sie wurde in den letzten Jahren mit maßgeblicher Förderung des Landes massiv investiert. In der neu gebauten Rechbergklinik Bretten wurde die Strategie der Kliniken des Landkreises Karlsruhe unter dem Dach der Regionalen Kliniken-Holding erläutert. An den Standorten in Bruchsal und Bretten mit insgesamt 515 Betten wird heute schon High-End-Medizin angeboten. Das Ein-Tresen-Prinzip, das als optimale Notfallversorgung gilt, ist in beiden Häusern bereits umgesetzt. Auch die Digitalisierung im Hinblick auf die papierlose Klinik und Patienteninfotainment ist weit fortgeschritten. Um qualifiziertes Personal zu haben, wird ein besonderes Augenmerk auf eine generalistische Pflegeausbildung gelegt. 140 Ausbildungsplätze gibt es derzeit; sie werden 2020 auf 200 und 2022 auf 300 Plätze erhöht.

Beim Gespräch mit den Oberbürgermeister/-innen und Bürgermeister/-innen, das im katholischen Gemeindezentrum Gondelsheim stattfand, standen kommunalpolitische Themen im Vordergrund. Als eines der drängendsten Probleme neben einer auskömmlichen finanziellen Ausstattung der Kommunen wurde eine verbesserte Abstimmung bei verkehrlichen Großbauprojekten angesehen. Anstehende Bauarbeiten am Walldorfer Autobahnkreuz oder die Gleissanierung der Schnellbahnstrecke Mannheim-Stuttgart erzeugen massive und weiträumige Verkehrsverlagerungen im Straßen- und Schienenbereich; zusätzliche lokale Straßenbaumaßnahmen sorgen dann nicht selten zu Verkehrschaos und Dauerstau. Um dies zu verhindern und Umleitungsverkehre bestmöglich zu lenken, wurde ein Abstimmungsgespräch aller beteiligten Akteure vereinbart, zu dem der Landrat einladen wird. Beim Gondelsheimer Bahnhof wurde der Regierungspräsidentin anschließend die Beseitigung des schienengleichen Bahnübergangs dargestellt, eine der größten Baumaßnahmen des Landkreises der nächsten Zukunft. Für Anfang nächsten Jahres kündigte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel die Einreichung der Planfeststellungsunterlagen an.

Nächste Station war der Schienenhaltepunkt „Ettlingen West“. An diesem Ort wurde exemplarisch dargestellt, welche Anstrengungen der Landkreis und seine Städte und Gemeinden unternehmen, um den öffentlichen Personennahverkehr weiter auszubauen. Dies umfasst die Reaktivierung ehemaliger oder derzeit nicht für den ÖPNV genutzten Schienenstrecken, geht über den barrierefreien Ausbau von hundert Schienenhaltepunkten bis hin zu On-Demand-Verkehren, die im Ettlinger Stadtgebiet momentan zu Erprobungszwecken im Echtbetrieb laufen. Auch hier spielt das Regierungspräsidium als Genehmigungsbehörde für die Planfeststellungsbeschlüsse bzw. Zuschussgeber eine zentrale Rolle.

Letzte Station war das Berufliche Bildungszentrum Ettlingen. Die Regierungspräsidentin konnte in den Räumen der neu gebauten Wilhelm-Röpke-Schule nachvollziehen, dass die investierten Gelder – für den ersten Bauabschnitt hat das Land bereits seine Förderzusage erteilt – gut angelegt sind: nicht nur im Sinne des nachhaltigen und energetisch günstigen Bauens, sondern auch beim Schulbetrieb, der in Tabletklassen überwiegend digital gestaltet wird. Sie nahm mit, dass der Erfolg der Digitalisierung von der technischen Ausstattung, aber ganz maßgeblich auch von der digitalen Kompetenz der Lehrkräfte abhängt, ein Umstand, auf den bereits die Gemeindevertreter beim kommunalpolitischen Gespräch hingewiesen hatten.