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31.10.2019

Kreisumweltforum

Forst und Naturschutz im Dialog

Das Kreisumweltforum des Landratsamtes Karlsruhe, in dem sich alle zwei Jahre die privaten Naturschutzverbände mit den Fachämtern des Landratsamtes über aktuelle Themen austauschen, tagte am Dienstag, 22. Oktober, in der Lußhardt. Im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens stand das Thema „Der Hardtwald in Zeiten des Klimawandels“. Kiefernsterben, Buchensterben und Schädlingsbefall durch Borkenkäfer und Co. - als Folge des Dürrejahres 2018 und des wieder heißen Sommers 2019 - haben massive Schäden in den deutschen Wäldern verursacht. Im Landkreis Karlsruhe ist vor allem der Hardtwald aufgrund der ohnehin schwierigen Standortbedingungen stark betroffen. Auf sehr großer Fläche verändert sich der Wald rasant, vor allem durch das von einem Pilz hervorgerufene Kiefern-Triebsterben. Um diese Waldflächen klimastabil weiterzuentwickeln bedarf es einer Wiederbewaldungsstrategie, die allen gesellschaftlichen Anforderungen an den Wald gerecht wird. Das Kreisforstamt Karlsruhe stellte verschiedene Entwicklungsalternativen vor, um diese mit den Vertretern der anerkannten Naturschutzverbände im Landkreis zu diskutieren. „Unser Ziel ist ein standortangepasster, klimastabiler Mischwald. Um das zu erreichen müssen wir die Wälder zeitnah und großflächig in die nächste Generation überführen.“, sagte Forstamtsleiter Martin Moosmayer. Dort wo es möglich ist, soll dies mit Naturverjüngung gelingen, an anderer Stelle sind aber auch Pflanzungen notwendig – auch um die invasiven Neophyten zu verdrängen. Dabei sollen vor allem klimastabile heimische Baumarten wie die Eiche eingebracht, aber auch kleinflächig mit neuen Baumarten gearbeitet werden. Die jeweiligen Möglichkeiten und Vorgehensweisen wurden bei einer Exkursion im Hardtwald erörtert. Im Zentrum standen die Transparenz und der Konsens bei den forstlichen Maßnahmen. Ein Schwerpunkt war dabei, den Anforderungen von Natura 2000 im Wald gerecht zu werden. Ein Großteil der Hardtwaldungen liegt in diesem Schutzgebietsnetz. Der natürlichen Verjüngung der Alteichen-Wälder kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Beim Kreisumweltforum geht es um den regelmäßigen Austausch aktuelle Themen und die gegenseitige Information zwischen der Verwaltung und den Naturschutzverbänden. Daher waren neben dem Thema Wald auch weitere Programmpunkte auf der Tagesordnung. Der Leiter des Umweltamtes, Joachim Schneider, informierte über den Sachstand diverser Verfahren, die auf der Tagesordnung des Umweltamtes stehen. Das Thema illegaler Bauten im Außenbereich wurde ebenso angesprochen wie organisatorische Veränderungen in der Verwaltung. Zum Abschluss informierte der zuständige Dezernent, Prof. Dr. Jörg Menzel, noch über den aktuellen Stand der zum 1. Januar 2020 anstehenden Forst- Verwaltungsreform. Ab dann wird der Wald des Landes durch eine eigene Anstalt betreut, während das Kreisforstamt die Wälder der Städte und Gemeinden betreut, die dies wünschen.

Auch in diesem Jahr wurde die Wichtigkeit des Umweltforums im Sinne der Transparenz und der Beteiligung der Vertretungen der Naturschutzverbände deutlich. Es war eine fruchtbare Diskussion von allen Seiten, die eine gute Basis für die Kooperation und Kommunikation bildet. Von Seiten der Forstverwaltung wurde für das Jahr 2020 dabei auch ein sog. Runder Tisch angeregt, bei dem eine Gesamtkonzeption für den Hardtwald erarbeitet werden soll. Die Naturschutzverbände begrüßten dies und erklärten ihre Bereitschaft zur Mitarbeit. So kann auch in Krisenzeiten, wie sie sich derzeit für den Wald darstellen, an einem Strang gezogen werden.