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04.12.2019

Rollstuhlinstallation des Inklusionskünstlers Friedrich Zirm eröffnet

Veranstaltungsreihe zum Welttag der Menschen mit Behinderungen

Eine außergewöhnliche Ausstellung hat Landrat Dr. Christoph Schnaudigel am Welttag der Menschen mit Behinderung, der jährlich am 3. Dezember stattfindet, im Foyer des Landratsamtes Karlsruhe eröffnet. Aus rund 80 Rollstühlen hat der Inklusionskünstler Friedrich Zirm die Installation „Rollis machen Leute“ geschaffen. In seiner Begrüßung ging Landrat Dr. Christoph Schnaudigel auf die Bedeutung der Inklusion ein, die nicht nur in der Schule oder der Arbeitswelt angestrebt wird, sondern auch in der Kunst.

Friedrich Zirm, der an der Kunstschule Nürtingen und der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart studiert hat, hat sich als Spastiker und Rollstuhlfahrer aus unterschiedlichen Blickwinkeln dem Rollstuhl gewidmet: als grafisches Objekt, als Kommunikationsmittel sowie seine Symbolkraft und Wirkung. „Ich habe heute erlebt, wie die Leute stehenbleiben und sich fragen, was denn im Foyer los ist, wofür die Rollstühle sind. Das ist genau das, was Friedrich Zirm mit seiner Installation erreichen will, dass die Menschen sich mit dem Objekt „Rollstuhl“ befassen, welche Gedanken und ggf. sogar Vorbehalte ein Rollstuhl bei einem selbst auslöst“, informierte er die Gäste, darunter CDU-Kreisrat Uli Roß und Ulrike Sinner, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

In seiner Laudatio bezeichnete Tobias Wall, Doktor der Kunstgeschichte, Friedrich Zirm als krassen Typ, der sich mit voller Energie und Hingabe seinen Werken widmet. Die Ausstellung ist bis 20. Dezember zu sehen, der Eintritt ist frei. Das Foyer ist barrierefrei zugänglich.

Die Ausstellung ist der Auftakt einer Veranstaltungsreihe im Rahmen des Welttags der Menschen mit Behinderungen. Am Donnerstag, 5. Dezember, kommen die Ansprechpartner und ehrenamtlichen Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen unter dem Motto „Inszenierte Wirklichkeit und improvisierte Realität“ mit Margit Freund, Sozialdezernentin des Landratsamtes Karlsruhe, der Theaterpädagogin Daniela Stadler und Reimar Neumann um 17.00 Uhr ins Gespräch.

Am Donnerstag, 12. Dezember, suchen Menschen, die etwas zu sagen haben, den Dialog mit dem Publikum. Die bekannte Aktivistin Stefanie Ritzmann liest aus ihrem Buch „Weglaufen? Geht nicht!“, umrahmt von Songs des blinden Sängers Chris Brandon. Beginn ist um 18.00 Uhr.

Den Abschluss bildet am Mittwoch, 18. Dezember, um 18.00 Uhr ein Wohnzimmer-Konzert mit besonderen Musikerinnen und Musikern. Die Band Cosmic Presents in kleiner Besetzung (Schlagzeug und zwei Gitarren) und der Meister des Gitarren-Tappings, Frank König, nehmen das Publikum mit auf eine musikalische Reise durch die Stilrichtungen der Rockmusik.

Die Veranstaltungen finden alle im Foyer des Landratsamtes Karlsruhe, Beiertheimer Allee 2, statt, sind barrierefrei zugänglich und die Teilnahme ist kostenlos. Um vorherige Anmeldung bei Reimar Neumann, Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Telefon: 0721 936 – 71350, E-Mail: reimar.neumann@landratsamt-karlsruhe.de, wird gebeten.