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15.06.2020

Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung legt Lebensmittelbericht 2019 vor

Beanstandungsquote auf gleichbleibend niedrigem Niveau

Mit dem aktuellen Lebensmittelbericht 2019 informiert das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung über die vielfältigen Aufgaben auf dem Gebiet der Lebensmittelüberwachung. Insgesamt ist festzustellen, dass sich die Zahl der Kontrollen und Beanstandungen auf Vorjahresniveau bewegen.

Im Berichtsjahr wurden insgesamt 4.247 Kontrollen in 2.835 Betrieben im Rahmen der Lebensmittelüberwachung kontrolliert.  Das Kontrollpersonal bestehend aus Lebensmittelkontrolleuren sowie Amtstierärztinnen und Amtstierärzte haben dabei 201 Verstöße festgestellt. Die Quote von 7,1 % bewegt sich auf dem Niveau der Vorjahre (2018: 10,8 %, 2017: 7,8 %). Aus den Verstößen resultieren 215 Anordnungen, 82 Mängelberichte und 81 Bußgelder. In vier schwerwiegenden Fällen wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Bei lediglich geringfügigen Verstößen wurden die Betroffenen mündlich belehrt.

Die Lebensmittelkontrolleure haben im vergangenen Jahr insgesamt 1.677 Proben erhoben. Dabei wurden neben den Planproben auch Verdachtsproben im Rahmen der Betriebskontrollen und Be-schwerde- und Erkrankungsproben nach Mitteilungen aus der Bevölkerung zur Untersuchung gebracht. Zusätzlich zu den klassischen Lebensmitteln wurden auch Nahrungsergänzungsmittel, Tabakerzeugnisse, Kosmetika und Bedarfsgegenstände beprobt.

Von den insgesamt 1.677 Proben haben die Chemischen- und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) 202 Proben beanstandet; dies entspricht einer Beanstandungsquote von 12 %. Die Beanstandungsquote im Vorjahr lag bei 16,9 %. Mehr als 90 % der beanstandeten Proben (184) wurden als „irreführend wegen fehlender und/oder unvollständiger Kennzeichnung von Produkten“ beurteilt. Seit 13.12.2016 ist die Nährwertdeklaration für verpackte Lebensmittel verbindlich. Die Art und Weise der Nährwertkennzeichnung ist in der VO (EU) Nr. 1169/2011 (LMIV) genau festgelegt. Viele Betriebe haben die Nährwertkennzeichnung jedoch noch immer nicht ausreichend umgesetzt. Lediglich 8,4 % der Proben (17) wurden als nicht zum menschlichen Verzehr geeignet eingestuft. Nur eine der untersuchten Proben wurden als gesundheitsschädlich beurteilt.

In Zusammenarbeit mit anderen Lebensmittelüberwachungs-behörden wurden 98 Gutachten zu beanstandeten Proben, bei denen sich die Hersteller außerhalb des Landkreises befanden, an diese weitergeleitet. Das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Karlsruhe erhielt im Gegenzug 73 Gutachten zur weiteren Bearbeitung.

Die beanstandeten Proben können bei Gefährdung der menschlichen Gesundheit zu einer Schnellwarnung (RASFF) führen, was eine europaweite Information der Lebensmittelüberwachungsbehörden nach sich zieht. Im Jahr 2019 war das Amt bei 159 Schnellwarnungen mit der Erstellung oder Überwachung des jeweiligen Rückrufs der Waren in den betroffenen Betrieben im Landkreis Karlsruhe beteiligt.

Das aktuelle Jahr ist bislang stark geprägt von der Corona-Pandemie. Durch die Einschränkungen im öffentlichen Leben musste das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung seine Kontrolltätigkeiten für rund sechs Wochen reduzieren. In diesem Zeitraum wurden nach Angaben von Dr. Achim Bauer, Abteilungsleiter Lebensmittelüberwachung, unter Berücksichtigung der Corona-Schutzmaßnahmen Kontrollen risikoorientiert bei Lebensmittelherstellern sowie auf Grund von Beschwerden durchgeführt und entsprechende Proben erhoben. Nachdem generelle Lockerungen nach und nach greifen, werden auch wieder regionale Lebensmittelbetriebe sowie Gaststätten planmäßig kontrolliert und beprobt.

Im Jahr 2020 wird schwerpunktmäßig die Einhaltung der Spezifikation sogenannter Geoschutzprodukte kontrolliert. Mit den drei EU-Gütezeichen – "geschützte Ursprungsbezeichnung" (g. U.), "geschützte geografische Angabe" (g. g. A.) und "garantiert traditionelle Spezialität" (g. t. S.)  wird die Authentizität und Nachhaltigkeit der Produkte gezielt gestärkt. In Baden-Württemberg ist zum Beispiel der Schwarzwälder Schinken (g. g. A.) oder der Allgäuer Bergkäse (g. U.) geschützt. Durch die staatlichen Kontrollen der Lebensmittelüberwachung sollen die Verbraucherinnen und Verbraucher vor Missbrauch, Anlehnung und Täuschung aller Geoschutzprodukte auf dem Markt geschützt werden.