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Informationen - ehrenamtliche Jugendschutzbeauftragte

Rauchende Kinder, betrunkene Jugendliche oder kiffende Jugendgruppen sind Realität - nicht nur in den Medien. Die Erwachsenenwelt reagiert häufig hilflos auf solche Phänomene. Weggeschaut wird oft, weil man keinen Ärger haben möchte oder auch aus Angst etwas falsch zu machen. Vor diesem Hintergrund hat die Interfraktionelle Arbeitsgruppe im Kreistag für suchtfreies Miteinander die Initiative "Wegschauen ist keine Lösung" ins Leben gerufen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe kommen aus allen Parteien und Fraktionen des Kreistages. Ziel ist es, Suchthilfe und Vorbeugung aus dem Parteienstreit herauszuhalten. Mit viel bürgerschaftlichem Engagement entwickeln die Mitglieder der Arbeitsgruppe Projekte und beteiligen sich persönlich an der Umsetzung. Suchtvorbeugung wird verbindlich und erhält ein Gesicht.

Straßenbahn
Mit großflächiger Werbung auf Straßenbahnen wird die Aktualität der wichtigsten Jugendschutzbestimmungen für die Suchtvorbeugung verdeutlicht. Möglichst viele Erwachsene aber auch Jugendliche sollen wissen, dass Rauchen erst ab 18, Bier ab 16 und Spirituosen ab 18 Jahren erlaubt ist. Vereine, Gaststätten und Tankstellen sollen künftig die gesetzlichen Bestimmungen beachten und werden in die Informationskampagnen einbezogen.

Eltern
In einer Begleitstudie wurde deutlich, dass 98% der beteiligten Eltern den Zugriff ihrer Kinder auf Suchtmittel kontrolliert wissen wollen. Sie wünschen eine deutliche Grenzziehung und einen funktionierenden Schutzmechanismus für Minderjährige in der Öffentlichkeit. Dieser klare Auftrag aus der Elternschaft bestätigt sich zunehmend mehr, je mehr Daten vorliegen.

Beklebeaktion
Um Eltern und Erziehungsverantwortliche zuverlässig zu erreichen, werden auf hunderten von Fahrzeugen im Landkreis die Ziele der Initiative auch im kommenden Jahr zu sehen sein. Landrat Claus Kretz engagiert sich persönlich für die Initiative und tritt für ein gesundes und suchtfreies Miteinander ein. Oberbürgermeister und Kreisrat Klaus Demal stellt als Sprecher der Interfraktionellen Arbeitsgruppe seinen Bauhof für die Beklebeaktion zur Verfügung. Auch für ihn ist es ein großes Anliegen, die Erziehungsfähigkeit und die Lebensqualität in seiner Stadt durch diese familienfreundliche Aktion zu stärken.

Bundespreis
Im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs "Vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention" erhielt der Landkreis Karlsruhe für diese Initiative im Sommer den Sonderpreis der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen. Initiativen, die das erzieherische Klima im sorgfältigen Umgang mit unseren Kindern und den Umgang der Erziehungsverantwortlichen miteinander vor Ort stärken, sind der richtige Weg und richtungsweisend für die Zukunft, Bürger im Nahbereich Verantwortung tragen und positive Veränderungen bewirken.

Viel konnte gemeinschaftlich verbessert werden. Im Dialog mit den Bürgern wurde erkannt, dass es für viele Gemeinden sinnvoll ist, ehrenamtliche Jugendschutzbeauftragte zu bestellen. Als Zentrale und Ergänzung des Hilfesystems helfen sie im persönlichen Kontakt mit den Bürgern, den Kindern und Jugendlichen der Gemeinde, Suchtmittelmissbrauch, Gruppendruck und Ausgrenzung zu vermeiden. Aber der Weg zu einer dauerhaften Veränderung ist noch weit. Notwendig dazu ist ein Zusammenwirken aller. Erfahrungen sind ermutigend.