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Der Kreistag misst der nachhaltigen Radverkehrsförderung besondere Bedeutung zu und hatte 2010 erstmals ein Konzept aufgestellt, um Wege zur Förderung des Radverkehrs auf allen Ebenen und Bereichen der Politik, Organisation, Planung, Infrastruktur, Kommunikation und Service aufzuzeigen. In seiner Sitzung vom 22. November schrieb der Kreistag das Werk nun fort.

Das Gremium vollzog nach, dass sich auf dem Gebiet des Radverkehrs seit Beginn des Jahrzehnts viel bewegt hat: so hat der Einzug von Pedelecs den Radverkehr ebenso beflügelt wie innovative Verkehrslösungen z.B. in Form von Fahrradschutzstreifen auf Fahrbahnen. Sie finden zusammen mit optimierten Beschilderungen und neuen Radverkehrsanlagen in dem neuen Konzept ebenso Niederschlag wie veränderte Rahmenbedingungen bei der Förderlandschaft und neue Konzepte wie die Radstrategie und das Radnetz des Landes Baden-Württemberg, die neuartigen Radschnellverbindungen sowie Radverkehrskonzepte der Kreiskommunen, von denen es immer mehr gibt.

Von Anfang an hat die Kreisverwaltung ein Augenmerk darauf gelegt, sämtliche Städte und Gemeinden im Bereich des Radverkehrs zu vernetzen und Daten zur Verfügung zu stellen wie z.B. ein digitales Radverkehrskataster, auf das alle Kommunen und die Öffentlichkeit Zugriff haben. Weiter wird den Nutzern auf der Landratsamtshomepage ein elektronischer Routenplaner angeboten, mit dem man sich als Radfahrer genauso navigieren lassen kann wie das die motorisierten Verkehrsteilmehmer gewohnt sind. Und um die Ernsthaftigkeit der Bemühungen auch nach Außen hin zu dokumentieren engagierte sich der Landkreis als Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen AGFK, unter dessen Fahne er mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen darauf hinwirkt, das Fahrrad in den Köpfen der Menschen als taugliches und gewohntes Fortbewegungsmittel neben dem Automobil und dem öffentlichen Personennahverkehr zu verankern.

Ein weiterer Baustein ist der Radwegebau. Grundlage der Maßnahmenplanung ist das Kreisradverkehrsnetz, das auf übergeordneten Radwegeplanungen aufbaut. Es beinhaltet neben dem möglichen Bau von Radwegen im Zuge von Kreisstraßen, wofür der Landkreis originär zuständig ist, auch eine Reihe von potenziellen Radwegemaßnahmen, die im Hinblick auf ein kreisweites durchgängiges Netz sinnvoll sind, sich aber in Zuständigkeit eines anderen Straßenbaulastträgers befinden. Der Kreistag beauftragte die Verwaltung
deshalb sowohl damit, die Maßnahmen in eigener Zuständigkeit auf ihre Realisierung hin zu prüfen und bei der Fortschreibung des Kreisstraßenprogramms zu berücksichtigen als auch die aus radverkehrstechnischer Sicht sinnvollen Maßnahmen mit dem jeweils zuständigen Straßenbaulastträger zu besprechen, wobei die momentane positive Fördersituation im Bereich der Radverkehrsinfrastruktur ausgenutzt werden soll.