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Über die Arbeit der gemeinnützigen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft für den Landkreis Karlsruhe (BEQUA) wurde dem Jugendhilfe- und Sozialausschusses in seiner Sitzung vom 17. Dezember berichtet. Zielsetzung der BEQUA, die 1999 gegründet wurde und deren Gesellschafter das Landratsamt Karlsruhe und der Internationale Bund, freier Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit e.V. sind, ist die vorübergehende Beschäftigung, Qualifizierung, sowie die sozialpädagogische Betreuung und Begleitung von Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. „Das sind Leistungsempfänger, Suchterkrankte und Menschen mit Behinderungen und seit 2015 auch Asylbewerber“, die wir in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln aber zumindest ihre Vermittlungsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt erhöhen wollen“, beschrieb Geschäftsführer Ulrich Max das Tätigkeitsfeld.

Durch die Anwendung vieler arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen konnte dieses Ziel tatsächlich erreicht werden. So bietet die Gesellschaft im Auftrag des Jobcenters Arbeitsgelegenheiten für langzeitarbeitslose Menschen, bietet Menschen mit einer wesentlichen Behinderung in inklusiven Arbeitsgruppen eine Alternative zu Werkstätten. Das Projekt „Sucht und Arbeit“ richtet sich an langzeitarbeitslose Menschen mit einer Suchterkrankung und kombiniert eine Arbeitsgelegenheit mit Sucht- und Sozialberatung. Mit der inklusiven gemeinnützigen Arbeitnehmerüberlassung ermöglicht die BEQUA Menschen mit Behinderung in Kooperation mit den Städten und Gemeinden einen begleiteten Einstieg in die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in Betriebe.

Die Einsatzbereiche sind breit gefächert: BEQUA-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Naturschutz- und in der Landschaftspflege ebenso tätig wie in der Gebäudereinigung sowie am Schreibtisch bei der Übersetzung von „schweren“ Texten in Leichte Sprache. Ferner betreibt die BEQUA eine Kleider- und Möbelbörse, die sowohl Beschäftigungsmöglichkeiten, wie auch Bedürftigen eine günstige Einkaufsmöglichkeit bietet. Asylbewerber erhalten eine Tagesstruktur, erwerben in Arbeitsgruppen Deutschkenntnisse und lernen Regeln des Arbeitslebens. Langzeitarbeitslose Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf und multiplen Vermittlungshemmnissen erhalten bei der BEQUA die erforderliche psychosoziale Unterstützung. Die BEQUA hat 50 feste und 73 geförderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 514 Menschen werden aktuell betreut und erhalten eine Beschäftigungsmöglichkeit. Wirtschaftlich steht die BEQUA auf stabilen Füßen und erreicht seit dem Jahr 2015 ausgeglichene Jahresergebnisse. Die Sozialhaushalte werden auf diese Weise nicht unerheblich entlastet. Alleine durch direkte Effekte konnten für das Jahr 2017 eine Verbesserung von 438.300 EUR erzielt werden. „Neben der rein betriebswirtschaftlichen Betrachtung muss jedoch der Nutzen der Arbeit der BEQUA für jeden einzelnen Teilnehmer und seine persönliche und berufliche Entwicklung gesehen werden – und das ist unbezahlbar“, resumierte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel.