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Tuberkulose an zwei Schulen in Bad Schönborn

In der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule in Bad Schönborn-Mingolsheim ist Ende Mai 2019 ein Fall von ansteckender Tuberkulose aufgetreten. Damit zusammenhängend gibt es bisher sieben weitere Krankheitsfälle an der Michael-Ende-Schule sowie einen Krankheitsfall in der Franz-Josef-Kuhn Grundschule in Bad Schönborn-Langenbrücken. Bisher ist bei vier der Folgefälle an der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule eine geringe Ansteckungsfähigkeit nachgewiesen.


Alle erkrankten Kinder sind sofort nach Diagnoseerstellung isoliert und behandelt worden. Sie wurden erst wieder zum Schulbesuch zugelassen, nachdem sichergestellt war, dass sie niemanden mehr anstecken können.
An beiden Schulen besteht kein erhöhtes Ansteckungsrisiko und somit auch kein Grund für eine Einschränkung des Schulbetriebs.
Wie immer in Fällen ansteckender Tuberkulose führt das Gesundheitsamt sogenannte Umgebungsuntersuchungen durch. Dabei werden Personen, die sich angesteckt haben könnten, untersucht, beraten und gegebenenfalls vorbeugend behandelt. Zusammen mit weiteren Maßnahmen soll so eine Weiterverbreitung der Krankheit verhindert werden. Die bei Umgebungsuntersuchungen verwendeten Tests liefern erst acht Wochen nach dem letzten Kontakt mit der ansteckungsfähigen Person verlässliche Ergebnisse.


Da der erstbetroffene Schüler an der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule in Bad Schönborn-Mingolsheim hochansteckend war, wurde bereits die erste Umgebungsuntersuchung nicht auf die Klasse des Schülers beschränkt, sondern auf die Lehrer und Schüler der gesamten Jahrgangsstufe ausgedehnt. Um weitere Erkrankungsfälle möglichst frühzeitig zu erkennen, wurde die Untersuchung außerdem unverzüglich und ohne Rücksicht auf die übliche Acht-Wochen-Frist durchgeführt. Schon diese vorzeitig durchgeführte Umgebungsuntersuchung ergab eine hohe Zahl von Ansteckungen.
Das Gesundheitsamt hat deshalb Ende Juli die Untersuchung auf alle Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 9, das Lehrerkollegium sowie die sonstigen Beschäftigten der Schule ausgeweitet.
In der erweiterten Umgebungsuntersuchung der gesamten Schule haben sich über alle Klassenstufen hinweg Ansteckungen gezeigt, jedoch mit deutlichen Unterschieden. In der betroffenen Jahrgangsstufe sind 88 % der Mitschüler infiziert, in den anderen Klassenstufen im Durchschnitt 18 %.


Da der betroffene Schüler an der Franz-Josef-Kuhn Grundschule in Bad Schönborn-Langenbrücken nur gering ansteckend war, wurde die Umgebungsuntersuchung auf die Klasse des Schülers beschränkt. In der Klasse wurden keine Ansteckungen festgestellt. Dies bestätigt, dass der betroffene Grundschüler nur gering ansteckend war.


Wie oben erwähnt bestand bei vier Folgefällen an der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule eine geringe Ansteckungsfähigkeit. Entsprechend dem Vorgehen in der Grundschule wurden die erforderlichen weiteren Umgebungsuntersuchungen auf die bisher negativ getesteten Schüler und Lehrer der jeweiligen Klassen beschränkt. Ein großer Teil der angesteckten Personen hat sich zur Durchführung der empfohlenen Chemoprävention entschlossen. Weitere Röntgenkontrollen der angesteckten Personen werden durch das Gesundheitsamt veranlasst.


Stand: 10.12.2019