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Die Wälder werden bunt

Frühjahrsblüher als faszinierendes Naturschauspiel

Fast über Nacht wird es bunt in unseren Wäldern. „Für kurze Zeit zeigt sich auf dem Waldboden ein faszinierendes Naturschauspiel“, berichtet Forstamtsleiter Martin Moosmayer. Für wenige Tage bis Wochen bildet sich ein bunter Teppich aus weißen Buschwindröschen, gemischt mit schwefelgelben Waldschlüsselblumen, dottergelbem Scharbockskraut, blauen Leberblümchen, violetten Veilchen und vielfarbigem Lärchensporn. Diese sogenannten Frühblüher gehören botanisch zu den mehrjährigen Stauden und können im Boden überwintern. In Form von Zwiebeln (Bärlauch), Knollen (Scharbockskraut) oder Wurzelstöcke (Buschwindröschen) werden Nährstoffe gespeichert, die den Pflanzen den schnellen Start auch bei noch kalten Temperaturen ermöglichen. Geschwindigkeit ist für die kleinen Krautigen am Waldboden das Wichtigste, da innerhalb eines Monats von der Befruchtung bis zur Samenreife alles erledigt sein muss. Denn ab Mai schließt sich das Blätterdach der Laubbäume über ihnen und damit steht keine ausreichende Sonneneinstrahlung für die Photosynthese mehr zur Verfügung.

Eine Besonderheit in den Auewäldern ist das im zeitigen Frühjahr massenweise Vorkommen des Bärlauchs. Er ist an seinem Knoblauch- oder Zwiebelgeruch zu erkennen. Allerdings besteht die Gefahr, ihn mit den giftigen Blättern des Maiglöckchens zu verwechseln. Wer größere Mengen Bärlauch sammelt, benötigt dafür eine Erlaubnis.

„Die Frühjahrsblüher sind ein schöner und eindrucksvoller Beweis der biologischen Vielfalt in unseren Wäldern“, betont Martin Moosmayer. Damit viele Waldbesucher den Anblick genießen können, soll man sie nicht pflücken.

Gerade über die Osterfeiertage werden sich viele Menschen an den farbenfrohen Frühblühern bei erholsamen Spaziergängen oder sportlichen Aktivitäten im Wald erfreuen. Hierbei sind die geltenden Kontaktverbote und Abstandsregelungen unbedingt einzuhalten.