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Stallbauprojekt an der Fachschule für Landwirtschaft Bruchsal im Winterhalbjahr 2020

An der Fachschule für Landwirtschaft Bruchsal werden regelmäßig gelernte Landwirte zu staatlich geprüften Wirtschafterinnen und Wirtschaftern für Landwirtschaft mit der Option zum Landwirtschaftsmeister ausgebildet. Hierfür sind fünf Halbjahre vorgeschrieben: in den Wintermonaten wird vor allem Theoriewissen vermittelt, im Sommer die Praxis wie etwa Feldversuche oder Arbeitsunterweisungen mit Auszubildenden.

Im regulären Unterricht der Fachschule wird nicht nur das fachpraktische Wissen in Bezug auf Tierhaltung und Pflanzenproduktion vertieft, sondern auch auf zukünftige eigenständige Unternehmertätigkeit wie Unternehmensplanung, Mitarbeiterführung, Unterweisung von Auszubildenden und Öffentlichkeitsarbeit vorbereitet. So planten die Studierenden im Fach Tierische Erzeugung im Rahmen eines Stallbauprojekts der Fachschule zwei reelle Fallbeispiele:

Eine Gruppe plante einen Umbau eines vorhandenen Milchviehstalls mit Melkstand zu einem Stall mit drei Melkrobotern, die andere einen Neubau mit Vergrößerung des Tierbestandes auf 150 Kühe. Bei den Vorhaben handelte es sich um mögliche Betriebszweigentwicklungen der Studierenden, so dass die im Fachschulunterricht gelehrten Themen in Unternehmensführung und Tierhaltung real angewandt werden konnten. Besonders war hierbei, dass ein Betrieb in Baden-Württemberg und der andere in Rheinland-Pfalz liegt und somit Unterschiede bei manchen Vorschriften beachtet werden mussten. Die Aufgabenstellung beinhaltete die Planung des Tierplatzbedarfs, der Einrichtung und Bauweise des Stalls unter Einhaltung des Tierwohls, der benötigten Arbeitskräfte ebenso wie die Berechnung von Abständen aufgrund der Geruchsbelästigung, das Prüfen der Kriterien für die Baugenehmigung, die Überprüfung des Bauvorhabens auf Förderfähigkeit durch das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) und die Kostenplanung für die Investition sowie deren Finanzierung.

Zur Vorbereitung auf die Projektwoche fanden während des Unterrichts Theorieeinheiten durch Praktiker zu verschiedenen Themen statt: Bauen im Außenbereich, Förderprogramme, Geruchsemissionen, Stallbauweisen sowie digitale Programme zur Umsetzung der Ideen.

Betreut wurden die Studierenden von der Klassenlehrerin Ramona Reinke sowie den Nebenlehrern Martin Walter vom Landwirtschaftsamt Ludwigsburg und Jörg Sitzler vom Landwirtschaftsamt Rhein-Neckar-Kreis. Das Ergebnis der gemeinsamen Arbeiten stellten die Gruppen jeweils am Ende der Woche Mitstudierenden und Lehrern in einer Präsentation vor. „Dies war eine perfekte Übung für den Ernstfall – ob damit nun die Prüfungen oder das reale Leben gemeint war, blieb an dieser Stelle jedem selbst überlassen“, zog Studierende Xenia Kuntz-Ratzel Fazit der Veranstaltung.