Seiteninhalt

Passgenaue Angebotsplanung der Kindertagesbetreuung stellt Kreis und seine Kommunen vor große Herausforderungen

Jugendhilfe- und Sozialausschuss berät über intensivere Zusammenarbeit

Eine gut ausgebaute, soziale Infrastruktur in einer Kommune zeichnet sich unter anderem durch ein bedarfsgerechtes Kinderbetreuungsangebot aus. Die Mitglieder des Jugendhilfe- und Sozialausschuss bescheinigten in der Sitzung am 25. Mai den Kommunen, beim Ausbau der Kindertagesbetreuungsangebote in den letzten 15 Jahren Herausragendes geleistet zu haben. Die Planungsverantwortung obliegt dem Kreisjugendamt, das die kreisangehörigen Kommunen bei der örtlichen Bedarfsplanung unterstützt.

Seit Jahren steigt die Zahl der zu betreuenden Kinder in allen Altersgruppen, auch aufgrund der Zuzugssituation, so dass in einigen Kommunen der Ausbau der Angebote mit dem angemeldeten Bedarf kaum Schritt halten kann. Seit dem vergangenen Jahr häufen sich die Anfragen von Eltern, die für ihr Kind einen bedarfsgerechten Betreuungsplatz suchen.

Dr. Joachim Fiebig vom Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg gab einen Überblick über die Entwicklung in den jeweiligen Altersgruppen und blickte auf zukünftige Entwicklungen.  Im Kleinkindbereich (0-3 Jahre) hat sich die Zahl der in Kindertageseinrichtungen betreuten Kinder von 2005 bis 2018 fast verfünfzehnfacht. Zum Stichtag 1. März 2018 lag die Betreuungsquote (Summe der betreuten Kinder im Vergleich zur Anzahl der Kinder derselben Altersgruppe) im Durchschnitt bei 31,6 % im Kreis, der Bundesdurchschnitt lag bei 29,1 %. Die Betreuungsquote der Kinder im Kindergartenbereich (3 Jahre bis Schuleintritt) lag mit 94,2 % knapp unter dem Bundesdurchschnitt (95%). Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Nachfrage nach den Angeboten der verlängerten Öffnungszeiten und der Ganztagsbetreuung deutlich zugenommen hat und der Betreuungsumfang insgesamt deutlich gestiegen ist, weshalb auch in Zukunft mehr Personal und Raum bereitgehalten werden muss.

Um die Betreuung zu gewährleisten, wurden in Baden-Württemberg für die zwischen 2005 und 2018 neu entstandenen 55.000 Betreuungsplätze zusätzliche 45.000 Fachkräfte eingestellt. Der Fachkräftemangel ist weiterhin ein zentrales Thema in der Kindertagesbetreuung und Personalengpässe kommen bei den ohnehin großen Herausforderungen der kommunalen Bedarfsplanung noch erschwerend hinzu. Aufgrund der komplexen Rahmenbedingungen wird der Landkreis Karlsruhe seine Unterstützungsleistungen für die Kommunen und die Träger von Kindertageseinrichtungen intensivieren. Das Gremium nahm die angepasste Vorgehensweise zur Bedarfsplanung zur Kenntnis, die folgende Verfahrensschritte vorsieht: jährliche Gemeinde- und Trägerkonferenzen, eine          Plattform zur Weiterentwicklung der Bedarfsplanung für die Planungsverantwortlichen in den Kommunen, eine individuelle Beratung der Kommunen zur Bedarfsplanung sowie die Anpassung des Erhebungsinstruments des Kreisjugendamtes ab 2021.

Die Zustimmung des Gremiums fand auch die neue Online-Plattform

„Wegweiser für Alleinerziehende im Landkreis Karlsruhe“, die auf der Homepage des Landkreises Karlsruhe zu findet ist. Sie bündelt u.a. bestehende Unterstützungsangebote für alleinerziehende Mütter und Väter, beispielsweise Austausch- und Beratungsangebote wie die Frühen Hilfen oder „Offene Treffs“ und enthält eine Übersicht über finanzielle Unterstützungsangebote.