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Verkehrsthemen im Verwaltungsausschuss des Kreitags

Geändertes Betriebskonzept auf Residenz- und Westbahn - Weiterer Geschwindigkeitsmesszug für mehr Kontrollen auf den Straßen

Mit Verkehrsthemen beschäftigte sich der Verwaltungsausschuss des Kreistags, der am 2. Juli coronabedingt in der Altenbürghalle in Karlsdorf-Neuthard stattfand.

Nachdem die Übernahme des sogenannten „Stuttgarter Netzes“, das als Schienenpersonennahverkehr vom Land Baden-Württemberg an die Verkehrsunternehmen Abellio und GoAhead vergeben wurde, alles andere als reibungslos verlief, hat das Land ein verändertes Fahrplankonzept angekündigt und um Stellungnahme gebeten. Der Landkreis Karlsruhe ist in diesem Netz mit der Westbahn (Strecke Heidelberg – Bruchsal – Bretten – Mühlacker – Stuttgart) und der Residenzbahn (Strecke Stuttgart – Pforzheim – Karlsruhe) betroffen. Ein Grund für das instabile Betriebsprogramm ist das auseinander- und zusammenkuppeln von Wagen („Flügeln“) am Bahnhof Mühlacker, das künftig entfallen soll. Ein Regio-Express-Zug soll bei der Residenzbahn zweistündlich von Stuttgart nach Karlsruhe verkehren und alle Haltepunkte bedienen, die S5 soll im Halbstundentakt verkehren und für bessere Anschlüsse an die Linien S6, IRE und IC in Pforzheim sorgen. Bei der Westbahn soll der Regio-Express Heidelberg – Stuttgart nur noch zwischen Heidelberg und Mühlacker verkehren, wo er Anschluss Richtung Pforzheim und Stuttgart erhält. Ein zweistündlicher Verdichter Mühlacker – Bretten zur Hauptverkehrszeit soll den Halbstundentakt vervollständigen. Für die Fahrgäste aus dem Landkreis Karlsruhe haben diese Änderungen den Vorteil, dass zur Hauptverkehrszeit halbstündliche Verbindungen zwischen Bruchsal und Bretten nach Stuttgart vorliegen und in Heidelberg Anschluss an den Fernverkehr besteht. Auch die Anschlüsse in Bruchsal verbessern sich von Stuttgart kommend sowohl zur S Bahn Richtung Mannheim wie auch an den Fernverkehr nach München und Frankfurt, Umsteigezeiten werden optimiert. Der Verwaltungsausschuss stimmte den Änderungen deshalb grundsätzlich zu, forderte aber zur weiteren Optimierung bei der Verbindung Heidelberg – Bretten zwischen 16 und 18 Uhr zusätzliche Fahrten, damit ein durchgängiger Halbstundentakt vorliegt. Die Übergangszeiten in Bretten und Bruchsal sollen weiter optimiert und die infrastrukturellen Rahmenbedingungen, insbesondere am Bahnhof Mühlacker, verbessert werden. Wert legte das Gremium auch auf einen reibungslosen Übergang von Schiene zum Bus. Aufgrund der geänderten Bahnverkehre müssen die Busverkehre angepasst werden. Der Verwaltungsausschuss forderte das Land auf, die durch die Änderungen des Fahrplankonzeptes entstehenden Mehrkosten zu erstatten.

Auch die Sicherheit des Straßenverkehrs stand auf der Tagesordnung. Im Rahmen der letzten Haushaltsberatungen beauftragte der Kreistag die Verwaltung im Hinblick auf den stark zunehmenden Straßenverkehr ein Konzept für eine verstärkte Kontrolle des fließenden Verkehrs in Form eines vierten Geschwindigkeitsmesszuges zu erarbeiten. Die entsprechenden Finanzmittel wurden in den Haushalt eingestellt, jedoch mit einem Sperrvermerk versehen. Berichtet wurde, dass die Ausweitung innerörtlicher Tempo-30-Bereiche insbesondere zum Schutz von Kindergarten- und Schulkindern sowie zur Verbesserung des Lärmschutzes an stark frequentierten Ortsdurchfahrten sowie der ständig zunehmende Straßenverkehr dazu geführt hat, dass die Gemeinden Geschwindigkeitskontrollen verstärkt nachfragen. Das Konzept des Landratsamtes basiert auf mobilen Messungen, die von einem Messanhänger semistationär ergänzt werden. Diese Strategie wird als am wirkungsvollsten erachtet, weil die Verkehrsteilnehmer im Gegensatz zu stationären Blitzern überall und ständig mit Kontrollen rechnen müssen. 950.000 Fahrzeuge wurden bislang pro Jahr erfasst – davon 530.000 mobil und 420.000 durch den Messanhänger. Daraus wurden 47.000 Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen überhöhter Geschwindigkeit wurden eingeleitet. Mit einem vierten Messzug kann die Zahl der mobilen Messungen um ein Drittel gesteigert werden. An Sach- und Personalaufwand fallen jährlich rund 300.000 EUR an. Der Verwaltungsausschuss begrüßte die Ausweitung der Geschwindigkeitskontrollen und hob die Haushaltssperre auf.