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Landkreisverwaltung legt fortgeschriebenen Personal- und Organisationsbericht vor

Betriebliches Mobilitätskonzept wird erweitert

Um sich auf die Entwicklungen und Anforderungen der Arbeitswelt einzustellen stellt die Kreisverwaltung Überlegungen an, wie sich das Landratsamt Karlsruhe als Behörde und Arbeitgeber zukunftssicher aufstellt. Mit der vierten Fortschreibung des Personal- und Organisationsberichts legte die Verwaltung dem Verwaltungsausschuss des Kreistags in seiner jüngsten Sitzung vom 02. Juli aktuelle Daten, Kennzahlen und Statistiken vor und zeigte Zielsetzungen des Personal- und Organisationsmanagements auf.

Größte Herausforderungen bleiben der demographische Wandel und der Fachkräftemangel. Veränderungen in der Arbeitswelt fordern eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Organisation. Neben strukturellen Änderungen sind Prozessoptimierungen Grundlage für die Steigerung von Effizienz und Effektivität. So galt es im Berichtszeitraum, das Forstamt nach der tief greifenden Reform völlig neu zu organisieren. Kontinuierliche Verbesserungsprozesse im Sinne der Dienstleistungsorientierung prägen das tägliche Geschehen wo Bürgerinnen und Bürger in einem Servicecenter über das Zulassungswesen hinaus gehende Dienstleistungen in Anspruch nehmen können.

Als große Chance wird das Bauvorhaben am Standort Beiertheimer Allee 2 erachtet; im Hinblick auf die Frage, wie die Arbeitswelt in fünf bis zehn Jahren aussieht werden neue Raumkonzepte und Arbeitsformen, wie z. B. Desk-Sharing oder Gruppen- und Projek-tarbeitsplätze entwickelt. Hierbei werden auch die Bedürfnisse der sogenannten Generationen „Y“ und „Z“ berücksichtigt, die am Anfang ihres Arbeitsleben stehen oder in Kürze in den Arbeitsmarkt eintreten, als Arbeitgeber atttraktiv für den beruflichen Nachwuchs zu sein. Im Rahmen der Personalentwicklung wurde für die Zielgruppe der Berufseinsteiger ein neues Angebot konzipiert, daneben wird weiterhin auf bewährte Programme und Instrumente gesetzt wie das  Audit „berufundfamilie“ oder dem Corporate Health Award, in deren Rahmen Maßnahmen evaluiert und neue Ziele definiert werden.

Als besondere Schwerpunkte führte der Leiter des Personal- und Organisationsamtes Ulrich Max die Themen „Digitalisierung und eGovernment“ auf. Mit dem Ausbau der Online-Dienste wurde ein wichtiger Schritt in Richtung digitale Behörde gemacht, der zu einer Verkürzung von Bearbeitungszeiten geführt hat, was sich gleichermaßen positiv auf die Verwaltungsarbeit wie der Bürgerfreundlichkeit auswirkt. Auch kann seit geraumer Zeit im Home Office gearbeitet werden, was während der Corona-Pandemie die stete Funktionsfähigkeit der Verwaltung gewährleistet hat. Daneben wird ein Augenmerk auf Umwelt und Nachhaltigkeit gelegt, was zum Beispiel in einem zentralen Beschaffungswesen zum Ausdruck kommt, das bei der Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen soziale, ökologische und ökonomische Aspekte berücksichtigt.

In diese Richtung zielt auch die Erweiterung des betrieblichen Mobilitätsmanagements. Hierbei geht es darum, den rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Nutzung alternativer Verkehrsmittel attraktiver zu gestalten. So bietet das Landratsamt für Dienstfahrten neben dem ÖPNV, Zugverkehr und zum Dienstreiseverkehr zugelassenen Privatfahrzeugen auch verschiedene Fahrzeuge für unterschiedliche Anforderungen an, darunter auch sieben elektrobetriebene Autos, die über Stationen an verschiedenen Standorten aufgeladen werden können. Spitzenzeiten decken Carsharing-Fahrzeuge ab. Für kürzere Strecken, insbesondere innerorts, stehen Dienstfahrräder zur Verfügung, die ebenso wie die Autos über ein Reservierungssystem gebucht werden können. Neu hinzugekommen ist die Nutzung des öffentlichen Fahr-radverleihsystems kvv.nextbike. Für die Mobilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zwischen Wohnort und Arbeitsstätte gewährt das Landratsamt Karlsruhe einen Fahrtkostenzuschuss für KVV-Jahreskarten, was 447 der 2.100 Beschäftigten in Anspruch nehmen und damit den Individualverkehr reduzieren.

Der Verwaltungsausschuss begrüßte diese Maßnahmen und beschloss, den ÖPNV-Zuschuss auf 35% zu erhöhen und zudem auf weitere Verkehrsverbünde sowie die Deutsche Bahn zu erweitern. Um das Pendeln zwischen Wohnort und Arbeitsstätte noch attraktiver zu machen und den Klimaschutz sowie Gesundheit der Beschäftigten zu fördern, stimmte das Gremium zudem der Einführung des Rad-Leasings zu.