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Klimawandel setzt den heimischen Wäldern weiterhin zu

Forstpräsidentin informiert sich über den Zustand des Hardtwaldes

Der Zustand der heimischen Wälder bleibt weiterhin ein Sorgenkind. Beim Antrittsbesuch von Forstpräsidentin Dr. Anja Peck im Landkreis Karlsruhe lag der Fokus daher auf den klimabedingten Waldschäden. Auf dem Rad erkundete die Präsidentin zusammen mit Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und Bürgermeister Christian Eheim den Hardtwald in Graben-Neudorf und informierte sich an verschiedenen Stationen über die konkrete Situation vor Ort, beispielsweise über das Ausmaß der Schäden an der Kiefer im Gemeindewald von Graben-Neudorf. „Die Dürre der vergangenen Jahre hat einigen Baumarten, insbesondere der Kiefer, sehr stark zugesetzt. Wir verzeichnen auch dieses Jahr sich fortsetzende Schadflächen und müssen - auch um unserer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen - Bäume fällen, deren Krone und Äste zu brechen drohen“, berichteten Forstamtsleiter Martin Moosmayer und Ludwig Thoma, zuständiger Leiter des Forstreviers Hardt. Sie stellten dem Gast aus Freiburg die geplanten Maßnahmen vor, um durch Naturverjüngung und gezielte Pflanzung den Wald langfristig zu erhalten. Auch auf die Erprobung neuer Baumarten legen die Forstleute einen Schwerpunkt. „Wir müssen auf trockenheitsresistentere Baumarten setzen, um die Wälder in Zeiten des Klimawandels vital zu halten“, waren sich die Experten einig.

Da sich die Zusammensetzung der Wälder im Landkreisgebiet wegen unterschiedlicher Geografie und Topografie grundlegend unterscheidet, ist das Forstamt derzeit dabei, in den Hauptschadensgebieten Konzeptionen für die Verjüngung und Weiterentwicklung der Wälder zu erstellen, erläuterte Forstamtsleiter Martin Moosmayer. Im Fall von Graben-Neudorf erarbeitet aktuell Försterin Katrin Herrendorf beispielhaft eine solche Konzeption. Erschreckende 170 Hektar Schadfläche hat sie dazu allein im Gemeindewald Graben-Neudorf kartiert und kategorisiert. Daraus werden nun die Maßnahmen für die nächsten Jahre in diesem Waldgebiet entwickelt.

Den Abschluss bildete ein Abstecher zum Naturschutzgebiet Kohlplattenschlag, einem hochwertigen Refugium für die Tier- und Pflanzenwelt, das aus einer ehemaligen Kiesgrube entstanden ist. Das Schutzgebiet ist durch einen Zaun gegen unbefugtes Betreten gesichert, der Wald innerhalb des Zaunes sich selbst überlassen - mit der Folge von Zaunschäden durch umgestürzte Bäume. Diese gilt es alsbald instand zu setzen. Im angrenzenden Natura 2000-Gebiet wurde in einem geschützten Buchen-Waldlebensraum die Schadsituation begutachtet. Nach den aktuellen Klimaprognosen wird auf diesen Standorten die Buche nur noch als Mischbaumart vertreten sein können.

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel bedankte sich bei Forstpräsidentin Dr. Anja Peck für den Besuch und versicherte ihr, dass der Landkreis gemeinsam mit seinen Städten und Gemeinden alles unternehmen werde, um den Wald mit seinen vielfältigen Funktionen für nachfolgende Generationen zu erhalten. Er war sich mit ihr einig, dass es einen gesunden Mittelweg zum Erhalt der Hardtwälder in der Waldbewirtschaftung geben muss. Den Wald im Klimawandel sich selbst zu überlassen, ist dabei keine Lösung.