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Landkreis Karlsruhe bundesweit Vorreiter bei der Modellkommune Pflege

Jugendhilfe- und Sozialausschuss unterstützt das Vorhaben zum Wohle pflegebedürftiger Menschen

Der Landkreis Karlsruhe hat sich frühzeitig für eine optimale und wohnortnahe Versorgung pflegebedürftiger Menschen eingesetzt. Er gehörte zum Beispiel zu den ersten Kreisen, die einen Pflegestützpunkt eingerichtet haben. Landrat Dr. Christoph Schnaudigel stellte dem Jugendhilfe- und Sozialausschuss in der jüngsten Sitzung am 21. September ein weiteres Vorhaben vor, mit dem der Kreis die bestehenden Angebote so ausbauen bzw. ergänzen will, dass sie den Bedarf der Pflegebedürftigen möglichst optimal und zudem wohnortnah decken können.

„Wir haben uns bundesweit als erster Landkreis beim Sozialministerium um eine Teilnahme am Programm Modellkommune Pflege beworben. Auf der Grundlage des dritten Pflegestärkungsgesetzes erhält der Kreis damit die Möglichkeit, Teile der Beratungsaufgaben der Pflegekassen zu übernehmen. Wir erhalten durch den Kontakt mit den Betroffenen wichtige Hinweise zu deren individueller Situation, können so umfassend und neutral beraten und über die notwendigen Unterstützungsleistungen informieren unter Berücksichtigung der lokalen Infrastruktur“, berichtete der Landrat dem Gremium.

Das Konzept sieht vor, die Angehörigenschulungen (Pflegekurse) nach § 45 SGB XI im gesamten Landkreis für alle Kommunen durch Mitarbeiter der Landkreisverwaltung anzubieten. Weiterer Bestandteil ist die Übernahme der Beratung von Pflegegeldempfängern in der eigenen Häuslichkeit nach § 37 Abs. 3 SGB XI, zunächst auf den Bereich der Großen Kreisstadt Bruchsal begrenzt, um das Modellvorhaben in dem ausgewählten Einzugsbereich zu erproben. Das Modellvorhaben ist auf fünf Jahre angelegt und sieht 4,5 Stellenanteile vor. Beginn ist für Mitte 2021 vorgesehen. Die Pflegekassen sind verpflichtet, sich an den Modellvorhaben mit finanziellen und sächlichen Mitteln zu beteiligen.

Auf die Zustimmung des Gremiums stieß die Erwartung von Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, dass die Pflegekassen die Personalkosten vollständig erstatten.