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Corona-Lage war auch Thema im Jugendhilfe- und Sozialausschuss

Regelmäßig werden die Mitglieder des Kreistags über den aktuellen Stand und die Entwicklung der Corona-Pandemie informiert. Auch bei der jüngsten Sitzung des Jugendhilfe- und Sozialauschusses, der am 21. September – coronabedingt – in der Altenbürghalle in Karlsdorf-Neuthard stattfand, stand dieses Thema auf der Tagesordnung.

Im Juni und Juli hatte sich die Situation im Vergleich zu den Monaten zuvor deutlich entspannt, insbesondere wurden keine Ausbrüche in hochsensiblen Einrichtungen wie Pflegeheimen mehr verzeichnet, berichtete Erster Landesbeamter Knut Bühler. Präventiv tätig wurden das Gesundheitsamt und die Gewerbeaufsicht bei großen fleischverarbeitenden Betrieben, wo vor Ort Betriebskonzepte überprüft und Erreichbarkeiten gesichert wurden. Auch die Unterbringungs- und Arbeitsbedingungen von Erntehelfern wurden überprüft und bei Bedarf verbessert. Seit Mitte August stieg die Zahl der COVID-19-Fälle wieder, was überwiegend im Zusammenhang mit Reiserückkehrern stand. Die damit verbundene starke Nachfrage nach Tests hat Abstrichstationen, Schwerpunktpraxen und Labore gut ausgelastet. Im Gesundheitsamt wurde ein neues Sachgebiet COVID 19 eingerichtet und personell aufgebaut: 26 zusätzliche Stellen für verschiedene Funktionen im Bereich Containment, medizinisches Personal, Qualitätsmanagement, Verwaltung und Telefonhotline konnten bereits besetzt werden. Daneben wird weiteres, schon geschultes Personal aus anderen Verwaltungsbereichen des Landratsamtes flexibel in COVID-bezogene Aufgaben umgesteuert. Auch die Stadt Karlsruhe wird in Kürze die Kontaktpersonennachverfolgung im Gesundheitsamt mit eigenem Personal unterstützen. Mit dem Umzug des Gesundheitsamtes in das neue Gebäude beim BGV am Messplatz konnten alle mit COVID19 befassten Beschäftigte nahe beieinander untergebracht werden. „Mit dem nun wieder aufgenommenen Regelbetrieb in Schulen und Kindertagesstätten ist auch dort mit Infektionsfällen zu rechnen“, blickte Bühler in die Zukunft. Ähnliches gelte für die Wiederaufnahme des Betriebes der Sportvereine und sonstiger Freizeitgruppen. Linie des Gesundheitsamtes sei es, die Kontaktpersonen möglichst genau zu ermitteln und Quarantäne möglichst zielgenau auszusprechen. Ziel sei es, Infektionsketten zu unterbrechen, ohne dass die betroffenen Einrichtungen den Betrieb einstellen müssen.

Nachdem in allen Lebensbereichen die Beschränkungen gelockert bzw. schrittweise aufgehoben werden, werden auch im sozialen Bereich die Leistungen überwiegend wieder voll erbracht. Da das in den ersten Monaten der Pandemie teilweise oder vollständig nicht möglich war, hatte der Landkreis für eine gewisse Zeit dennoch Zahlungen geleistet, um die soziale Infrastruktur zu erhalten. Dadurch war es möglich, am Ende des „Shutdown“ die Leistungen im sozialen Bereich kurzfristig wieder zur Verfügung zu stellen.

Seit Ende Juni sind Kindertagespflege und der Regelbetrieb in Kindertageseinrichtungen wieder möglich, auch in die Psychologischen Beratungsstellen kehrt nach und nach die Normalität zurück und Beratungen können wieder persönlich stattfinden. Die Frühen Hilfen haben ihre Beratungsarbeit ebenso wieder aufgenommen wie die Pflegestützpunkte, die nach Terminvereinbarung und unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln persönliche Beratungen anbieten.

Besondere Besuchsregelungen gelten weiterhin für Krankenhäuser sowie für Pflegeeinrichtungen. Die Versorgung und Pflege der Menschen in den Einrichtungen ist sichergestellt, in keinem Pflegeheim gibt es einen Aufnahmestopp. Nach wie vor knapp sind Plätze in der Kurzzeitpflege bzw. in der Anschlussversorgung nach einem Krankenhausaufenthalt. Die Situation wird durch zusätzliche Plätze in der St. Rochusklinik in Bad Schönborn aber entspannt. Auch wieder geöffnet haben die Werkstätten für behinderte Menschen sowie die Förder- und Betreuungsgruppen. Auch hier müssen die Träger aber Konzepte vorhalten, um die Hygiene- und Abstandsregelungen zu gewährleisten. Normalisiert hat sich auch die Situation in den Unterkünften für Geflüchtete; das Integrationsmanagement und die soziale Beratung bieten ihre Leistungen nach Terminvereinbarung und unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen vor Ort an.

Zum Ausgleich der pandemiebedingten Mehraufwendungen im Landkreis und in den Landkreiskommunen sehen der Bund und das Land vielfältige Unterstützungen und Ausgleichszahlungen vor, die vom Landkreis auch vollumfänglich in Anspruch genommen wurden.