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Seelisch gesund auch in Zeiten von Corona?!

10. Oktober ist Welttag der seelischen Gesundheit

„Und plötzlich ist alles anders!“ Arbeitsbelastung, Burnout, existentielle Sorgen, Umweltfaktoren, Suchtmittelabhängigkeiten, Ängste, psychische Erkrankungen - sie alle prägen die seelische Gesundheit, häufig einhergehend mit körperlichen Beschwerden. Nicht erst seit der Corona-Pandemie stehen die Belange psychisch kranker Menschen im Fokus der Öffentlichkeit: Bereits seit 1992 macht am 10. Oktober der Welttag der seelischen Gesundheit darauf aufmerksam, der seit Jahren in der Stadt und dem Landkreis Karlsruhe durch vielfältige und gemeinsame Veranstaltungen in den Blickpunkt der Bevölkerung gerückt wird. Doch infolge der Pandemie können neue Faktoren wie monatelanges Home-Schooling, Home-Office, wegfallende Kinderbetreuung, Kurzarbeit bis hin zur völligen Erwerbslosigkeit sowie Kontaktbeschränkungen die seelische Gesundheit zusätzlich beeinträchtigen. Im Rahmen einer Pressekonferenz am 8. Oktober stellten die Verantwortlichen von Stadt und Landkreis Karlsruhe die aktuelle Situation vor, wagten eine Prognose für die Zukunft, diskutierten Unterstützungsmöglichkeiten und zeigten Handlungsbedarfe auf.

„Seit Jahren wird bei immer mehr Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und auch Seniorinnen und Senioren eine psychische Erkrankung diagnostiziert und nicht immer ist die Erkrankung nur auf Zeit“, stellte Margit Freund, Sozialdezernentin des Landratsamtes Karlsruhe fest. „Allein durch Covid-19 ist sowohl mit weiter steigenden Zahlen als auch mit ausgeprägteren physischen wie psychischen Beeinträchtigungen zu rechnen“, ergänzte Dr. Vera Onken vom Gesundheitsamt, das für Stadt und Landkreis Karlsruhe zuständig ist.

Erste Auswirkungen der Pandemie auch auf die seelische Gesundheit zeichnen sich bereits ab. „Wie nachhaltig und prägend diese für die einzelnen Menschen aber auch für uns als Gesellschaft insgesamt sein werden, lässt sich derzeit noch nicht einmal ansatzweise sagen“, zog Dr. Martin Lenz, Bürgermeister Stadt Karlsruhe ein erstes Fazit.

In Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Einschränkungen in der Alltags- und Freizeitgestaltung ist aber auch durchaus Positives entstanden. So hat beispielsweise die Digitalisierung in vielen Bereichen enorm an Fahrt aufgenommen. „Dies hat es uns beispielsweise ermöglicht, die Beratung per Telefon auszubauen und auch Online-Angebote zur Gesundheitsförderung und Prävention zeitnah zu realisieren“, so Harald Röcker, Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein.

Mit Fokus auf das Thema „Depression“ konnten Stadt und Landkreis Karlsruhe gemeinsam mit weiteren Partnern trotz der Beschränkungen durch Corona Veranstaltungen anlässlich des Welttags der seelischen Gesundheit realisieren, um auf die Belange psychisch kranker Menschen aufmerksam zu machen und deren Stigmatisierung entgegenzuwirken. Die Veranstaltungen können in diesem Jahr nur in kleineren Gruppen oder digital stattfinden. Der Veranstaltungskalender steht unter www.karlsruhe.de/wsg zur Verfügung.