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"Suchtberatung: Kommunal wertvoll!"

Aktionstag für systemrelevante Suchtberatung

Am Mittwoch, 4. November, findet erstmalig ein bundesweiter Aktionstag Suchtberatung mit dem Motto „Kommunal wertvoll!“ unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Daniela Ludwig statt. „Der Aktionstag lenkt die Perspektive auf den hohen Wert und die Notwendigkeit von Suchtberatung. Diese ist systemrelevant und trägt dazu bei, chronifizierte Krankheitsverläufe und die damit verbundenen Folgekosten deutlich zu verringern“, informiert die Suchtbeauftragte des Landkreises Karlsruhe Melanie Anthoni.

Menschen mit Suchterkankung sind häufig mit mannigfaltigen Problemlagen konfrontiert: Sie haben durch ihre Krankheitssymptome Konflikte am Arbeitsplatz bis hin zur erlebten Kündigung, oft partnerschaftliche und familiäre Konflikte, sowie eine psychische Erkrankung. Die Betroffenen sind zudem häufig überschuldet oder zumindest in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Suchtberatung setzt bei diesen Schwierigkeiten an. Die Konflikt- und Stressbewältigung wird gestärkt, wodurch gleichzeitig Abstinenz hergestellt und psychische Belastung reduziert werden kann. Suchtberatung sichert damit auch die Erwerbsfähigkeit und vermeidet die Inanspruchnahme von SGB II-Leistungen. Sie wirkt auch der Entwicklung von Kriminalität entgegen. „Es geht in unserer Arbeit darum, diesen vielfältigen und tiefgründigen Nutzen der Suchtberatung hervorzuheben. Hierdurch können Hemmnisse, Suchtberatung in Anspruch zu nehmen, abgebaut werden“, so Anthoni.

Die Suchtberatungsstellen beraten Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, eine Suchterkrankung ist kein persönliches Versagen, sondern eine nach einem international anerkannten Diagnoseschlüssel zu ermittelnde Erkrankung. Insgesamt gibt es vier Suchtberatungsstellen in Ettlingen, Bruchsal, Bretten, Karlsruhe, sowie drei Außenstellen. Die Suchtberatungsstellen sind die erste Anlaufstelle für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte.

Sozialdezernentin Margit Freund bestätigt, dass die ambulante Suchtberatung einen erheblichen Teil zur Verbesserung der Lebenssituation von Betroffenen und deren persönlichem Umfeld beitragen. Besonders in Zeiten der Corona-Pandemie brechen viele gewohnte Strukturen weg, Ängste und Unsicherheiten entstehen. Oft geht damit auch der Versuch einher, diese bedrohlichen Gefühle durch Suchtmittelkonsum zu betäuben. Sie sei daher sehr froh über die gut ausgebaute sozialraumorientierte Suchtberatung im Landkreis Karlsruhe.

Die entsprechenden Suchtberatungsangebote im Landkreis Karlsruhe werden durch den baden-württembergischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation (bwlv) in Karlsruhe und Bruchsal, den Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V. (agj) in Ettlingen und die evangelische Stadtmission Heidelberg in Bretten realisiert. Informationen sind online unter www.landkreis-karlsruhe.de/suchtberatung  einsehbar. Flyer in Papierform können über suchtfragen@landratsamt-karlsruhe.de bestellt werden.