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Bundeswehrsoldaten leisten willkommene Unterstützung im Containment

Austausch mit Kommandeur Landeskommando Baden Württemberg Thomas Köhring im Gesundheitsamt Karlsruhe

Seit Mitte Oktober unterstützen zehn Soldaten der Bundeswehr im Gesundheitsamt bei der Kontaktpersonennachverfolgung. Der Kommandeur Landeskommando Baden-Württemberg, Oberst Thomas Köhring, stattete den Soldaten am vergangenen Mittwoch einen Besuch ab. „Wir sind sehr dankbar um die Unterstützung, die wir unbürokratisch von der Bundeswehr bekommen haben. Bei mittlerweile über 3.500 Infizierten und Kontaktpersonen, die das Gesundheitsamt in der vergangenen Woche erreichen musste, ist jede Hilfe willkommen“, bedankte sich Landrat Dr. Christoph Schnaudigel bei Oberst Thomas Köhring. Aktuell arbeiten über 150 Personen im Sachgebiet COVID-19 im Gesundheitsamt: Ergänzend zum Stammpersonal des Gesundheitsamtes unterstützen Mitarbeiter aus anderen Ämtern des Landratsamtes sowie Mitarbeiter der Stadt Karlsruhe, 40 Personen wurden neu eingestellt und ab Donnerstag arbeiten weitere sechs Soldaten und damit insgesamt 16 Soldaten in der Kontaktpersonennachverfolgung.

„Wir haben frühzeitig die Bundeswehr um Unterstützung gebeten, da die rasante Entwicklung der Zahlen wie bei anderen Kreisen und Städten absehbar war. Es war der richtige Zeitpunkt, denn als die Soldaten kurz da waren, hat sich die Zahl der Infizierten und Kontaktpersonen von rund 1.700 pro Woche auf jetzt aktuell 3.500 Personen verdoppelt“, informierte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel.

Oberst Thomas Köhring berichtete, dass rund 350 Soldaten die Gesundheitsämter in Baden-Württemberg unterstützen, bundesweit sind es 3.500. Es sei eine Stärke der Bundeswehr, kurzfristig viel Personal einsetzen zu können. Der Bedarf an personeller Unterstützung habe sich rapide entwickelt und es gehöre zum Selbstverständnis der Bundeswehr, diesen Beitrag zu leisten. Er freute sich zu hören, dass die Kameraden herzlich aufgenommen und umfassend eingearbeitet wurden. Deren Aufgabe ist es, die von den Infizierten vorgelegten Kontaktlisten telefonisch abzuarbeiten, anhand eines Fragenkataloges die Art und Dauer der Kontakte in Erfahrung zu bringen um auf dieser Basis eine Entscheidung treffen zu können, ob jemand Kontaktperson der Kategorie 1 ist und damit in Quarantäne muss. Die durchschnittliche Gesprächsdauer liegt zwischen zehn und 15 Minuten, der weitaus größte Teil der Angerufen sei sehr kooperativ und habe den Anruf des Gesundheitsamtes bereits erwartet, berichteten die Soldaten dem Kommandeur.

Gesundheitsamtsleiter Dr. Peter Friebel war sich mit Landrat Dr. Christoph Schnaudigel einig, dass die Arbeit ohne die Hilfe der Bundeswehr nicht mehr ausreichend geleistet werden könnte. Derzeit sei man mit dem Containment etwas in Verzug geraten, da es eine hohe Zahl neuer Fälle gibt. Das Gesundheitsamt müsse sich ständig auf neue Situationen einstellen, einen normal planbaren Arbeitstag gebe es schon lange nicht mehr und auch an den Wochenenden seien rund 30 Personen pro Tag im Einsatz. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten jenseits der Belastungsgrenze und weit über die üblichen Arbeitszeiten hinaus, wir mussten auch schon einige Ausfälle verkraften“, beschrieb Dr. Peter Friebel die Situation.