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Präventionskonzept zur Vermeidung von Wohnungsverlust im Jugendhilfe- und Sozialausschuss


Wohnungsverluste, zumeist aufgrund von Mietschulden, mit der Folge Obdachlosigkeit stellen Städte und Gemeinde zunehmend vor Probleme, denn bezahlbarer Wohnraum ist bekanntermaßen knapp. Lediglich in 12 Landkreiskommunen stehen Obdachlosenunterkünfte in ausreichender Zahl zur Verfügung, die übrigen Kommunen greifen mit teilweise hohem finanziellen Aufwand auf mobile Unterkünfte oder Zimmer in Hotels und Pensionen zurück.

„Im Bereich Wohnungslosenhilfe sind Zuständigkeiten und Unterstützungsangebote auf mehrere Stellen verteilt: Jobcenter und Landkreis Karlsruhe sind für eine mögliche Mietschuldenübernahme verantwortlich, der Kreis kann Menschen in prekären Lebensverhältnissen finanzielle Hilfen gewähren und bietet zudem psychosoziale Betreuung für SGB-II Empfänger sowie Schuldner- und sozialpädagogische Beratung bei Räumungsklagen an. Das Julius-Itzel-Haus vom Caritasverband in Bruchsal hat ebenfalls ein umfassendes Beratungs- und Betreuungsangebot für hilfesuchende Menschen mit unterschiedlichen Problemen. Trotz dieser Vielzahl von Unterstützungsmöglichkeiten setzen die Hilfen zum Erhalt von Wohnraum häufig zu spät ein mit weitreichenden Folgen für die betroffenen Personen und auch für die Kommunen, die als Ordnungsbehörde verpflichtet sind, obdachlose Menschen unterzubringen“, schilderte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel die Ausgangslage. Er stellte im Jugendhilfe- und Sozialausschuss am Montag, 30. November, ein Konzept vor, das durch präventives Handeln Wohnungverluste verhindern soll. Für eine zweijährige Projektphase wird eine Fachstelle Wohnungssicherung eingerichtet, die an den Bereich Psychosoziale Betreuung im Amt für Grundsatz und Soziales angegliedert ist. Durch Kooperationen mit Vermietern, Gemeindeverwaltungen und deren Sozialarbeitern, dem Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes, freien Trägern der Wohnungslosenhilfe sowie Einrichtungen der Sucht- und Schuldnerberatung soll ein „Frühwarnsystem“ aufgebaut werden, um auf drohende Kündigungen und Zwangsräumungen rechtzeitig reagieren zu können.

Die zwölf Landkreisgemeinden Bretten, Bruchsal, Eggenstein-Leopoldshafen, Ettlingen, Forst, Gondelsheim, Karlsdorf-Neuthardt, Kronau, Stutensee, Waldbronn, Walzbachtal und Weingarten, die knapp 50% der Landkreiseinwohner repräsentieren, haben ihr Interesse an dem Projekt signalisiert. Der Jugendhilfe- und Sozialausschuss begrüßte das Präventionskonzept und stimmte der Einführung des Projekts zu. Vor Ablauf der Projektphase soll eine Evaluierung stattfinden, um auf dessen Grundlage über eine Verstetigung des Projektes zu entscheiden.