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Kindern aus Suchtfamilien eine Stimme geben

Landkreisweite Aktion sensibilisiert

Im Rahmen der bundesweiten Children of Addicts (COA)-Aktionswoche "Kindern aus Suchtfamilien eine Stimme geben" vom 14. Februar bis 20. Februar werden durch die Suchtbeauftragte und die Suchtberatungsstellen des Landkreises rund 2.500 Plakate an Kommunen, Schulen und Träger der Sozial- und Jugendhilfe verteilt. Die Plakate dienen der Sensibilisierung von Kindern aus suchtbelasteten Familien. Die Plakatinhalte wurden in Kooperation mit Kindern aus den Gruppen erstellt. Häufig bleibt die Suchterkrankung lange Zeit ein gut gehütetes Familiengeheimnis mit fatalen Auswirkungen: In der Folge sind ein Drittel der Kinder im Erwachsenenalter auch suchtkrank und ein Drittel erkrankt psychisch. Was genau erleben Kinder in Suchtfamilien? Permanente Verunsicherung durch das Verhalten des Elternteiles, Eltern, die Bedürfnisse nicht erkennen und die Kinder oft alleine lassen. Die Kinder erleben zu Hause Disharmonie, Unberechenbarkeit, häufig Konflikte und Gewalt. Die Kinder verhalten sich daher oft überangepasst brav und übernehmen zu viel Verantwortung. Der Alltag wird von Gefühlen wie Einsamkeit, Schuld, Ängste und Scham begleitet.

„In dieser besonderen Zeit des Lockdowns, in der sich Kinder nahezu ausschließlich im häuslichen Umfeld aufhalten, sind wir besonders verpflichtet auf die Situation der betroffenen Kinder aufmerksam zu machen und Bürger zu sensibilisieren.“ meint Melanie Anthoni, Suchtbeauftragte des Landkreises Karlsruhe.

Der Landkreis bemüht sich auch außerhalb der Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien: Es gibt zur Stärkung der Kinder Gruppen in Ettlingen, Bretten und Bruchsal. Zudem werden Fahrtkostenpauschalen übernommen um den Kindern die Gruppenteilnahme zu gewährleisten. Auf Fachkräfteebene wird in den Arbeitskreisen „Schulterschluss Nord“ und „Schulterschluss Süd“ in enger Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt die Vernetzung und Kooperation verbessert um suchtbelastete Familien zu erkennen und adäquat zu begleiten. Außerdem werden Fachkräftefortbildungen und Fachberatung durch die Suchtberatungsstellen des badischen Landesverbandes für Prävention und Rehabilitation, der evangelischen Stadtmission e.V. Heidelberg und des AGJ-Fachverbandes für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg e.V. angeboten. Ziel ist, trotz des häufig verwirrenden Familiensystems einen klaren Blick auf die Bedürfnisse der Kinder zu bewahren und dem suchtkranken Elternteil adäquate Hilfsangebote zu unterbreiten.

Nähere Infos zur Situation der Kinder aus Suchtfamilien und dem Engagement des Landkreises ist unter: www.landkreis-karlsruhe.de/kinder abrufbar. Weiterführende Informationen zum Thema gibt es unter www.nacoa.de. Die Plakate können bei Bedarf über suchtfragen@landratsamt-karlsruhe.de nachbestellt werden.