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Tests zur Luftqualität an landkreiseigenen Schulen

Gezieltes Lüften minimiert Infektionsrisiko um bis zu 50 Prozent

An der Astrid-Lindgren-Schule in Forst, ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt Sprache und der Balthasar-Neumann-Schule 1 am Gewerblichen Bildungszentrum in Bruchsal wurden bereits im vergangenen Jahr bei laufendem Betrieb Tests zur Luftqualität durchgeführt. Der Landkreis Karlsruhe als Träger beider Schulen und die ausführende Firma Palas GmbH, die in Karlsruhe in der Aerosoltechnologie tätig ist, erhofften sich davon Erkenntnisse zur Effektivität von Lüftungskonzepten und dem Einsatz von Luftreinigungsgeräten. Die Ergebnisse liegen nur vor.

Ein Spezialgerät der Firma hat neben der CO2-Konzentration auch die Abnahme des Aerosolgehaltes im Zeitverlauf untersucht. Während die CO2-Konzentration ein Maß für den Anteil an ausgeatmeter – und somit mit potenziell infektiösen Aerosolen belasteter – Luft ist, gibt die Aerosolkonzentration Auskunft darüber, wie stark sich diese potenziell infektiösen Aerosole aus der Luft abscheiden und sich beispielsweise an Wänden absetzen. Die Kombination der beiden Werte ermögliche eine viel aussagekräftigere Berechnung des Infektionsrisikos, so die Einschätzung der Firma. Eine wertvolle Erkenntnis der Tests: Die Aerosolbelastung lässt sich verringern und damit das Infektionsrisiko um bis zu 50 % senken, wenn jede Unterrichtsstunde auf Frischluftniveau begonnen wird. Dazu ist es nötig, vor und nach dem Schulbetrieb, in Pausen, Freistunden und während der Schulstunde zu lüften. Auch der Einsatz von Luftreinigungsgeräten ist effektiv und kann das Infektionsrisiko um bis zu 70% senken. Dafür sind größere Geräte nötig, die zudem so leise sind, dass sie den Schulbetrieb nicht stören.

Das Landratsamt Karlsruhe und die Palas GmbH haben die Untersuchungsergebnisse den Städten und Gemeinden im Landkreis Karlsruhe zur Verfügung gestellt, ebenso allen kreiseigenen Schulen.

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass alle 20 Minuten für fünf Minuten Stoßlüften nicht ausreichend ist, um die Luftqualität jedes Mal wieder auf Frischluftqualität zu bringen. Bei fast allen Messungen stieg der Anteil an verbrauchter Luft über den Tag. Daher ist es besonders wichtig, vor jedem Unterrichtsbeginn intensiv durchzulüften um einen vollständigen Luftaustausch sicherzustellen

Empfehlenswert ist somit eine Kombination aus abgestimmtem Hygienekonzept, das Tragen von Masken sowie regelmäßiges Lüften. Luftreinigungsgeräte können ergänzend eingesetzt werden, sofern in Schulräumen die Fensteröffnungen für das Stoßlüften nicht ausreichen. Die Bemessung der Anzahl und Leistungsstärke der Luftreinigungsgeräte differiert je nach Raumgröße und –höhe stark. Die Luftreinigungsgeräte ersetzen aber nicht das regelmäßige Lüften.