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Unscheinbarer Pilz gefährdet Eschenbestände

Im Fokus am „Internationalen Tag der Wälder“

Das Eschentriebsterben greift auch im Landkreis Karlsruhe weiter um sich. „Selbst große Exemplare dieser heimischen Baumart sind durch den aus Asien eingewanderten Pilz mit dem deutschen Namen Falsches Weißes Stengelbecherchen so stark geschädigt, dass sie absterben“, so Umweltdezernent Prof. Dr. Jörg Menzel anlässlich des „Internationalen Tag der Wälder“ am 21. März. Der erstmals 1971 von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ausgerufene Welttag der Forstwirtschaft soll die Wichtigkeit aller Arten von Wäldern betonen und würdigen. Während sich – ausgehend von Deutschland – seit über 300 Jahren in vielen Teilen Europas eine nachhaltige Waldwirtschaft etablierte, ist neben dem Raubbau in den Regenwaldregionen der Erde die Sorge um den Wald auch hierzulande groß. Klimawandel, invasive Arten und der Verlust der Biodiversität machen dem Wald zu schaffen. „Das Sterben der Eschen ist nur eines – wenn auch gravierendes – Beispiel dafür, vor welchen Herausforderungen wir Forstleute stehen um die nachhaltige Bewirtschaftung sowie die Erhaltung und Entwicklung unserer Wälder zugunsten heutiger und künftiger Generationen zu stärken“, ergänzt Forstamtsleiter Martin Moosmayer.

Bemerkenswert ist beim Eschentriebsterben, dass der Pilz in seiner ostasiatischen Heimat lediglich als ungefährlicher Blattpilz in Erscheinung tritt, wohingegen er in Europa – beginnend ab 2002 - für das flächige Absterben der heimischen Esche verantwortlich ist. In der Folge eines Befalls kommen meist zusätzliche Probleme hinzu: der Eschenbastkäfer etwa oder Wurzelpilze wie der Hallimasch, der das Holz der Wurzeln zersetzt. Die Bäume haben dann keinen Halt mehr und können zum Teil ohne Einwirkung des Windes umfallen. Hinsichtlich der Verkehrssicherung der Waldbesuchenden stellt dies ein zusätzliches Problem dar.

Im Landkreis Karlsruhe ist das Eschentriebsterben aufgrund des hohen Eschenanteils – insbesondere im Bereich der Auewälder – von großer Bedeutung. Im Zeitraum 2017 bis 2020 waren circa 1.50 Fussballfelder vom Pilzbefall betroffen. „Wir setzen Hoffnung in einzelne resistente Individuen, jedoch wird die Esche aus unseren Wäldern zu ganz großen Teilen verschwinden. Um eine Holzentwertung zuvor zu kommen, müssen wir zum Teil größere Bereiche nutzen. Dabei haben wir auch stets die Verkehrssicherungspflicht im Blick“, führt Amtsleiter Martin Moosmayer das weitere Vorgehen aus. Zentraler Baustein ist auf diesen Flächen die aktive Wiederbewaldung mit klimaresistenten, heimischen Baumarten für künftige stabile Mischwälder. Ergänzt wird das Vorgehen durch das bewusste Belassen abgestorbener oder sich im Absterben befindlichen Eschen als Habitat für Totholzbewohner. „Der Erhalt der vielfältigen Waldfunktionen für künftige Generationen ist das alles übergeordnete Ziel. Hierzu stellen wir jetzt die richtigen Weichen“, fasst abschließend Umweltdezernent Prof. Dr. Jörg Menzel zusammen.