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Ausschuss beschließt weitere Schritte zum Ausbau der Digitalisierung der Schulen in Trägerschaft des Landkreises

Erweitertes EDV-Serviceangebot an die Städte und Gemeinden

Eine Reihe von Beschlüssen zum weiteren Ausbau der Digitalisierung in den insgesamt vierzehn Beruflichen Schulen und Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren in Trägerschaft des Landkreises Karlsruhe hat der Verwaltungsausschuss des Kreistags am vergangenen Donnerstag gefasst. Bund und Land hatten mit einem Sofortausstattungsprogramm die Mittel bereitgestellt, damit zunächst rund 15 Prozent der Schüler mit sozialen, wirtschaftlichen oder pädagogischen Bedarfen ein mobiles Endgerät bekommen konnten. Die übrigen Schüler greifen derzeit auf private Geräte zurück oder können Geräte der Schulen nutzen, die aber dort verbleiben müssen und somit noch nicht den Zweck eines individuellen Lernmittels erfüllen.

Bereits vor der Corona-Pandemie war der Einsatz mobiler Endgeräte unverzichtbar. Schulschließungen, Wechselunterricht und die Anforderung für das Homeschooling haben den Bedarf wachsen lassen. Die Verwaltung wurde nun beauftragt, unter Ausschöpfung verfügbarer Förderprogramme, die Bereitstellung mobiler Endgeräte für alle Schüler und Lehrkräfte voranzutreiben. Bis zum Schuljahresende im Sommer rechnet die Verwaltung damit, dass 6.664 Geräte im Einsatz sind, davon 1.441 aus dem Sofortausstattungsprogramm, 723 Geräte für Lehrkräfte aus dem Lehrerausstattungsprogramm und 4.500 aus dem DigitalPakt Schule. Der Ausschuss begrüßte den durch Fördergelder gedeckten Personalbedarf für die Administration, sah aber wie die Kreisverwaltung auch die Ausstattung jedes Lehrers mit einem eigenen mobilen Gerät in dieser Zeit als notwendige Investition in das digitale Lernen an.

Bis spätestens nächstes Jahr sollen alle circa 9.700 Schüler und 1.100 Lehrkräfte die Möglichkeit haben ein mobiles Gerät nutzen zu können, seien es Leihgeräte oder eigene Geräte, die in die digitale Infrastruktur der Schulen eingebunden werden können. Der Ausschuss nahm das Ziel zur Kenntnis. Der Weg diese große Zahl an Geräten einsetzen zu können, zu finanzieren und auch langfristig Strukturen zur Administration zu schaffen, wird sich in den nächsten Monaten in Abstimmung mit den Schulen konkretisieren. Der Landkreis arbeitet dafür in einem gemeinsamen Projekt „INDILAKO – Initiative Digitaler Landkreiskonvois“ mit den Landkreisen Rhein-Neckar, Neckar-Odenwald, Main-Tauber, Göppingen, Ravensburg und Konstanz zusammen. Bis zum September dieses Jahres sollen die Ergebnisse vorliegen. Die Anforderungen sind in den Kreisen ähnlich, durch den engen Austausch mit anderen Kreisen sollen die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten zur Ausstattung bewertet werden. Die Bandbreite reicht dabei vom Verleih von Endgeräten durch den Schulträger für ein Schuljahr bis hin zur Anschaffung konkret definierter Geräte durch die Eltern oder dem Einsatz von bestehenden Geräten.

„WLAN haben wir an allen kreiseigenen Schulen bereits realisiert, Glasfaseranschlüsse bestehen ebenfalls an fast allen Einrichtungen, die wenigen noch fehlenden Anbindungen sind bereits konkret in Planung“, informierte der zuständige Dezernent Ragnar Watteroth das Gremium. Er berichtete darüber hinaus über den Sachstand weiterer Projekte zu Schule 4.0, Lernfabrik 4.0 und Handwerk 4.0. Neu ist auch die Teilnahme am Programm „Digitalcoach – Fit für den Berufseinstieg“ für das Schuljahr 2021/22, das zum Inhalt hat, die Schlüsselqualifikation Medienkompetenz in der beruflichen Bildung zu stärken. Zielgruppe des Projekts sind Jugendliche kurz vor dem Übergang von der Schule in den Beruf. Der Umgang mit digitalen Medien, der Erwerb digitaler Kompetenzen und digitales Bewerbertraining sollen mit Veranstaltungen gestärkt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Zukunft der Kreismedienzentren in Bruchsal und Ettlingen. Mit dem zunehmenden Digitalisierungsgrad der Schulen wird sich der physikalische Verleih in Richtung der Streaming-Plattformen verschieben. Die Kreismedienzentren werden sich daher künftig neu ausrichten, das „klassische“ Verleihangebot wird weiter in den Hintergrund treten, dafür sollen sich die Einrichtungen hin zu einem verstärkten Beratungs- und Unterstützungsanbieter für die Schulen entwickeln. Die Verwaltung von Endgeräten, aktive Unterstützung von Technikern der Kreismedienzentren, Projekte, Workshops, Schulungs- und Fortbildungsangebote und weitere Themen werden in den Fokus rücken.

Der Ausschuss stimmte in einem weiteren Tagesordnungspunkt zu, den Schulträgern im Landkreis Karlsruhe ein Angebot zur Administrierung und den Support mobiler Endgeräte zu unterbreiten. Zum Ende des Schuljahres 2019/2020 wurde allen 32 Schulträgern im Landkreis angeboten, sich der Beschaffung, Konfigurierung und dem Verleih von Tablet-Geräten des Landkreises für seine Schulen aus dem Sofortausstattungsprogramm anzuschließen. 17 Städte und Gemeinden nahmen dieses Angebot damals in Anspruch. In dem nun erweiterten Dienstleistungsangebot können die Städte und Gemeinden die Beschaffung, Einrichtung, Verleih und Support auch künftig über die Landkreisverwaltung abwickeln, sofern sie das nicht in Eigenregie organisieren können oder möchten. Bisher fand eine Interessenabfrage statt, die Verwaltung wird nun mit Billigung des Verwaltungsausschusses mit konkreten Angeboten auf die Städte und Gemeinden zugehen, die dann selbst entscheiden, ob sie gegen Kostenersatz die Aufgaben durch den Landkreis erledigen lassen.