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Kreistag stärkt Radverkehr

Umsetzung von Radverkehrsmaßnahmen als kommunale Gemeinschaftsaufgabe

Mit der im April vom Land Baden-Württemberg verliehenen Zertifizierung „Fahrradfreundlicher Landkreis“ nimmt der Landkreis Karlsruhe als einer von landesweit nur drei Kreisen eine Vorreiterrolle in Sachen Radverkehrsförderung ein. Grundlage bildet eine bereits 2010 erstelltes Radverkehrskonzept, das vom Kreistag des Landkreises Karlsruhe Ende 2018 fortgeschrieben wurde und in seiner Sitzung am Donnerstag, 6. Mai, in der Bundschuhhalle in Untergrombach mit aktuellen Entwicklungen und dem Umsetzungsstand erneut auf der Tagesordnung stand.

Das Radverkehrskonzept ist ein Instrument zur systematischen Förderung des Radverkehrs. Es enthält Zielvorgaben und eine Strategie mit Leitlinien zur Zielerreichung. Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen an begleitenden Wegen an Bundes-, Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen sowie Wald- und Wirtschaftswegen sind ebenso beinhaltet wie Standards und Planung einer einheitlichen und durchgängigen Radwegebeschilderung mit Einbindung von E-Bike-Strecken zur weiteren Verdichtung des Radverkehrsnetzes. Dazu kommen öffentlichkeitswirksame Maßnahmen wie das STADTRADELN, das dieses Jahr vom 27. Juni bis 17. Juli stattfindet, die Vermarktung touristischer Radwege und den Auf- bzw. Ausbau des betrieblichen Mobilitäts- und Gesundheitsmanagements.

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel berichtete, dass der Radverkehrsanteil von rund 10 % im Jahr 2010 auf heute rund 15 % gesteigert werden konnte. „Über 40% unseres Kreisstraßennetzes verfügen über begleitende Wege, die sowohl für den touristischen als auch den Alltagsradverkehr genutzt werden. Hier nehmen wir landesweit eine Spitzenposition ein und bewegen uns bundesweit im oberen Drittel. Durch investive und nicht investive Maßnahmen wollen wir bis 2030 einen Radverkehrsanteil von 20-25 % erreichen“, so die klare Zielsetzung von Landrat Dr. Christoph Schnaudigel. Gemeinsam mit den 32 Städten und Gemeinden sowie den Tourismusgemeinschaften und den fahrradaffinen Verbänden wurden daneben über 40 touristische Radtouren konzipiert und beschildert, die auf dem Radverkehrsportal auf der Homepage des Landkreises Karlsruhe abrufbar sind und wo auch eigene Touren geplant werden können.

Das Hauptaugenmerk bei diesem Tagesordnungspunkt lag auf einem gut ausgebauten und flächendeckenden Radwegenetz und damit auf dem investiven Bereich. Für die Wege in Baulast des Landkreises entlang von Kreisstraßen hat die Verwaltung einen Umsetzungsvorschlag erarbeitet, der auf 55 Maßnahmen konkret eingeht. Nach aktueller grober Kostenschätzung wären vom Landkreis durchschnittlich 320.000 EUR pro Jahr für die nächsten 20 Jahre unter Berücksichtigung einer möglichen Förderung zu investieren. Der Kreistag fasste den Beschluss, Maßnahmen in eigener Baulast im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten und nach Aufnahme der jeweiligen Vorhaben in das Kreisstraßenprogramm zu realisieren. Daneben wurde die Verwaltung beauftragt, sich weiterhin bei Bund, Land und Gemeinden für eine Realisierung der Maßnahmen des Radverkehrskonzeptes in deren Baulast einzusetzen. Wichtig war dem Kreistag, dass die Städte und Gemeinden durch raumschaftsbezogene Gespräche, Netzwerkveranstaltungen und Beratungen vor Ort eng eingebunden werden.