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Jugendamt im Lockdown besonders gefordert

Schutzschirm für Kinder, Jugendliche und Familien - Bundesweite Jugendamtskampagne

Mit einer bundesweiten Kampagne will die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter die Arbeit der Jugendämter in Deutschland, deren Beitrag zur Sicherung des sozialen Friedens sowie für ein chancengerechtes Aufwachsen junger Menschen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken. Auch das Jugendamt des Landkreises Karlsruhe beteiligt sich an der Kampagne. „In der Außenwahrnehmung wird die Arbeit der Jugendämter leider häufig damit in Verbindung gebracht, dass Kinder scheinbar ohne erkennbare Gründe aus ihren Familien herausgerissen und stationär untergebracht werden. Oder man wirft den Jugendämtern Untätigkeit und Versagen bei Kindesmisshandlungen vor“, berichtete Dominik Weiskopf, Leiter des Jugendamtes.

Einen Großteil der Arbeit von Jugendämtern nehmen entgegen der öffentlichen Wahrnehmung jedoch zahlreiche präventive Angebote für Familien, Kinder und Jugendliche ein. So hält das Kreisjugendamt vielfältige unterstützende Angebote ab der Schwangerschaft bis ins Erwachsenenleben vor, die frühzeitig und bedarfsgerecht ansetzen. „Durch den gesellschaftlichen Wandel ändern sich die Bedingungen, unter denen junge Menschen aufwachsen, kontinuierlich. Der Wandel erfordert eine stetige Anpassung an die Arbeit und Aufgaben der Jugendämter. Dies betrifft insbesondere unsere präventive Arbeit“, führte Amtsleiter Dominik Weiskopf aus.

Viele präventive Unterstützungsleistungen des Jugendamts sind seit Jahren im Landkreis etabliert. Das mehrfach ausgezeichnete Angebot der Frühen Hilfen von Jugend- und Gesundheitsamt für Kinder von 0 bis 3 Jahren und das neue Programm STARKwerden für Kinder von 3 bis 7 Jahre gehören zur Präventionsstrategie des Landkreises. Weiter sind Angebote der Psychologischen Beratungsstellen, der Kinder- und Jugendarbeit, die Förderung der Kindertagespflege oder die Kindergartenbedarfsplanung zu nennen. Hinzu kommen zahlreiche Einzelprojekte, die vom Jugendamt entwickelt, unterstützt, gesteuert und in Kooperation mit den 32 Kommunen des Landkreises Karlsruhe erfolgreich umgesetzt werden.

Amtsleiter Dominik Weiskopf ist überzeugt: „Die Arbeit im Jugendamt ist für viele Mitarbeitende mehr Berufung als Beruf. Das Wohl der Familien steht dabei immer im Mittelpunkt der täglichen Arbeit.“ Vor viele zusätzliche Herausforderungen stellt die Corona-Pandemie auch die rund 240 Jugendamtsmitarbeiterinnen und –mitarbeiter. Erste Ergebnisse sozialwissenschaftlicher Studien zeigen auf, wie sich die Pandemiebedingen auf das Leben von Kindern, Jugendlichen und deren Familien auswirken. Bei der Aufarbeitung der Pandemie sind die Jugendämter gemeinsam mit den Kooperationspartnern der Jugendhilfe gefordert, auf die eingeschränkten Möglichkeiten in der persönlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in den zurückliegenden Monaten zu reagieren. „Es wird viel Engagement und weiterhin viele verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten für Familien, Kinder und Jugendliche in der Auseinandersetzung mit den Folgen der Pandemie brauchen. Hierzu braucht es wieder verlässliche Strukturen durch das Schulsystem und eine Wiederaufnahme der Angebote zur Freizeitgestaltung.“, gab er einen Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen.