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Neugestaltung des Landratsamtsareals

Preisgericht vergab im Architektenwettbewerb vier Preise und zwei Anerkennungen - Bis Sonntag Ausstellung aller Arbeiten in der Karlsruher Gartenhalle

Die Neugestaltung des Landratsamtsareals in der Beiertheimer Allee in Karlsruhe ist einen entscheidenden Schritt weitergekommen. In einem zweitägigen Verfahren hat das Preisgericht unter den 29 Entwürfen, die im Rahmen des Architektenwettbewerbs bewertet wurden, vier Preisträger ausgezeichnet und zwei Anerkennungen vergeben. In einer Pressekonferenz am 30. Juni wurden die prämierten Arbeiten der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie sind zusammen mit den Plänen und Modellen aller weiteren Wettbewerbsarbeiten bis einschließlich Sonntag 4. Juli in der Zeit von 10.00 bis 19.00 Uhr in der Karlsruher Gartenhalle ausgestellt. Ab Mitte nächster Woche werden sie im Landratsamt zu sehen sein. Nächster Verfahrensschritt für den Neubau des Landratsamtes ist ein Verhandlungsverfahren nach der Vergabeverordnung (VgV-Verhandlungsverfahren) mit den Preisträgern, um den Architekten endgültig auszuwählen.

Der erste mit 210.000 EUR dotierte Preis geht an wittfoht architekten bda, Stuttgart, mit lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner GmbH, München. „Ausschlaggebend für diesen Entwurf war neben den funktionalen Grundrissen und der architektonischen Qualität mit seinem markanten Hochpunkt, dass er bereits in einem ersten Bauabschnitt mehr Flächen verfügbar macht. Damit kann das Grundstück besser ausgenutzt werden. Zwar erhöhe sich dadurch die Investitionssumme, bringe im Hinblick auf eine erhöhte Refinanzierung durch weitere langfristige externe Nutzer aber Vorteile“, führte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel aus. In einem weiteren Bauabschnitt, der dann aber durch einen Investor zu errichten ist, sollen im südlichen Grundstücksteil in Richtung Stadtgarten Wohnungen entstehen.  Der Vorsitzende des Preisgerichts Architekt Peter W. Schmidt hob hervor, dass eine ganze Reihe ausgezeichneter Arbeiten die Auswahl schwer machte und betonte, dass die Wertungsreihenfolge im hochkarätig besetzten Preisgericht einstimmig erfolgte.

Mit dem zweiten Preis (140.000 EUR) ausgezeichnet wurde der Entwurf von Valerio Olgiati, Flims mit Maurus Schifferli, Bern, mit dem dritten Preis (100.000 EUR) ausgezeichnet wurden Allmann Sattler Wappner Architekten, München mit TOPOTEK 1, Berlin. Den vierten Preis (70.000 EUR) erhielt BHBVT Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin mit gm013 Landschaftsarchitektur, Berlin. Mit einer Anerkennung (40.000 EUR) wurden jeweils Staab Architekten, Berlin mit Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, Berlin und pussert kosch architekten PartGmbB BDA mit r+b landschaft s architektur, Dresden ausgezeichnet.

Das Preisgericht, das am 28. und 29. Juni in der Karlsruher Gartenhalle stattgefunden hat, bestand aus 14 Fach- und 13 Sachpreisrichtern. Die Fachpreisrichter kamen in erster Linie aus den Reihen der Architektenschaft, die Sachpreisrichter rekrutierten sich neben Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und dem Karlsruher Baubürgermeister Daniel Fluhrer aus Vertretern des Kreistags. Zum Vorsitzenden des Preisgerichts wurde Architekt Peter W. Schmidt gewählt. Verfahrensbegleiter war Architekt Gerd Grohe. 

Am 22. November 2018 hatte sich der Kreistag des Landkreises Karlsruhe dafür ausgesprochen, die Bestandsgebäude des Landratsamt-Hauptsitzes in der Beiertheimer Allee 2 in Karlsruhe durch zeitgemäße Bauten zu ersetzen, nachdem sich der Gebäudebestand als nicht sanierungsfähig erwiesen hatte. Die städtebaulichen Rahmenbedingungen waren 2020 in einem Werkstattverfahren zusammen mit der Stadt Karlsruhe erarbeitet worden. Dieses bildete die Grundlage für das laufende Bebauungsplanverfahren der Stadt Karlsruhe. Ende vergangenen Jahres wurde ein Architektenwettbewerb in Form eines einstufigen nicht offenen Realisierungswettbewerbes mit Ideenteil, mit vorgeschaltetem Auswahlverfahren mit 35 Teilnehmern und anschließendem VgV-Verfahren ausgelobt. Zehn Teilnehmer waren gesetzt, weitere 25 Teilnehmer wurden im Auswahlverfahren festgelegt und durch Los bestimmt. 29 nationale und internationale Architekturbüros und Landschaftsarchitekten haben sich letztlich mit Entwürfen beteiligt.

Planungsgrundlage ist das Areal an der Beiertheimer Allee 2 mit einer Gesamtfläche von 12.710 m² umfasst. Das Nutzungskonzept sieht auch Seminar- und Konferenzflächen für die Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW-Akademie), die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Karlsruhe (VWA) sowie Flächen für eine betriebsärztliche Praxis und eine Kindertagesstätte vor. Gefordert war eine Mindest- Bruttogeschossfläche von ca. 25.000 m² für rund 600 Beschäftigte des Landkreises sowie Seminar- und Konferenzflächen für die Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW-Akademie), die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Karlsruhe (VWA) sowie Flächen für eine betriebsärztliche Praxis und eine Kindertagesstätte. In einem zusätzlichen Ideenteil, der ein zusätzliches Bauvolumen von 15.000 bis 35.000 m² Bruttogeschossfläche umfassen durfte, sollten auf Grundlage einer angemessenen Ausnutzung des Wettbewerbsgrundstückes darüber hinaus in einem zweiten oder gegebenenfalls dritten Bauabschnitt weitere Verwaltungs- und Wohnbauflächen in Mischnutzung vorgeschlagen werden.

Im Hinblick auf die städtebaulich herausragende Lage am zentralen südlichen Eingang zur Innenstadt soll auch ein Beitrag zur Baukultur der Stadt Karlsruhe geschaffen werden. Der Kreistag legt Wert auf moderne und kommunikationsfördernde Arbeitswelten mit einer hohen Flexibilität für unterschiedliche Anforderungen und Arbeitsweisen. Ein besonderes Augenmerk wurde auf „Nachhaltigkeit“ gelegt, also auf Themen wie maximale Funktionalität für den Arbeitsbereich und den Kundenverkehr, ökologische Aspekte und Klimaschutz, aber auch ökonomische Betrachtungen wie die Lebenszykluskosten.

Ein Kurzfilm über das Projekt ist unter https://vimeo.com/569388381 abrufbar.

Mehr Informationen auf www.landratsamt-karlsruhe.de unter „Pressemitteilungen“.