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Energie- und Klimaschutz im Verwaltungsausschuss des Kreistags

Energiebericht und Bericht über Arbeit des Umweltdezernats vorgelegt

Regelmäßig wird der Verwaltungsausschuss des Kreistags über den Energieaufwand der landkreiseigenen Liegenschaften informiert. Für die Jahre 2019 und 2020 geschah das in der Sitzung vom 1. Juli. Das 204 Seiten starke digitale Kompendium enthält neben den landkreiseigenen Verwaltungs- und Schulgebäuden auch energetische Beurteilungen angemieteter Gebäude. Der Bericht gibt Aufschluss über die Entwicklung der Verbräuche, der Kosten sowie die ausgestoßenen CO²-Emissionen  und ermöglicht eine Einordnung der einzelnen Liegenschaften im Hinblick auf gesetzliche Verbrauchsempfehlungen innerhalb der einzelnen Gebäudetypologien. Das dient auch zur Priorisierung des Handlungsbedarfs künftiger energetischer Sanierungen. Der Bericht zeigt darüber hinaus die aktuellen klimapolitischen Aktivitäten des Landkreises Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Umwelt- und EnergieAgentur Kreis Karlsruhe und den kreisangehörigen Kommunen und Städten auf.

Was die Verbrauchs- und Kostenentwicklung beim Strom und Wasser bei den Schulen betrifft, hat die Corona-Pandemie für Tiefststände gesorgt: Beim Wasser wurde im Jahr 2020 coronabedingt der niedrigste Verbrauchswert seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 2001 gemessen, er ging aufgrund der geschlossenen Schulschwimmbecken um bis zu 57 % zurück. Der Stromverbrauch reduzierte sich um 6,7 % zurück, der Verbrauch im Wärmesektor stieg dagegen um 6,6 % an, was auf das kontinuierliche Lüften der Klassenräume zurückzuführen ist.

Ein wichtiger Baustein der Strategie zur energetischen Sanierung kreiseigener Liegenschaften ist die Integration in Nahwärmenetze. Hierzu forciert der Landkreis Quartierslösungen, von denen bereits 33 Konzeptionen entwickelt wurden. An mehreren ist der Landkreis mit eigenen Liegenschaften beteiligt, so im „Musikerviertel Ettlingen“ mit dem Beruflichen Bildungszentrum Ettlingen, im Quartier Jugendeinrichtung Schloss Stutensee, in den Quartieren „Karlsbad-Langensteinbach Süd“ und „Kronau“ mit der Ludwig-Guttmann-Schule Karlsbad und deren Außenstelle, im Quartier „Forst“ mit der Astrid-Lindgren-Schule, im Quartier „Bretten Rechberg“ mit den Beruflichen Schulen Bretten und der Rechbergklinik und im Quartier „Bruchsal Süd“ mit dem Gewerblichen Bildungszentrum, dem Quartier „Belvedere“ mit der Käthe-Kollwitz-Schule Bruchsal. Für drei Projekte konnte aufgrund der innovativen, ressourcenschonenden und ökologischen Wärmeerzeugung sowie der vorbildlichen interkommunalen Zusammenarbeit eine bundesweite Modellförderung in Höhe von 80 % erreicht werden. Für sein modellhaftes Vorgehen in Form einer regionalen Wärmeausbaustrategie erhielt der Landkreis die Förderzusage des Landes Baden-Württemberg im Rahmen Programms „Klimaschutz mit System“.

Ein weiteres Augenmerk wird auf die Aktivierung der Photovoltaik- und Solarthermiepotenziale gelegt, sowohl bei kreiseigenen Liegenschaften und überdachten Stellplatzflächen wie auch auf privaten Wohngebäuden über das Solarkataster. Eine Reihe großer Dachflächen beim Gewerblichen Bildungszentrum und der Handelslehranstalt in Bruchsal, den Beruflichen Schulen Bretten sowie der Paula-Fürst-Schule in Oberderdingen sind bereits zur Installation von Photovoltaik-Anlagen verpachtet. Die Ludwig-Guttmann-Schule Karlsbad und die Karl-Berberich-Schule Bruchsal wurden mit Solarthermieanlagen ausgestattet. Weitere werden folgen, so dass mittelfristig 80 % der möglichen Dachflächen für die Nutzung von Sonnenenergie genutzt werden. Das Bekenntnis zu erneuerbaren Energien wirkt sich nicht nur in ökologischer, sondern auch in finanzieller Hinsicht auf: Durch die sich sukzessive von 2021 von 25 EUR/Tonne bis 2025 auf 55 EUR/Tonne steigende CO²-Besteuerung spart der Landkreis allein beim Beruflichen Bildungszentrum Ettlingen rund 50.000 EUR pro Jahr.

Vorgelegt wurde dem Gremium auch der Bericht „Unser Handeln und das Klima“. Er gibt auf 64 Seiten Einblicke in die Arbeit des Umweltdezernates und stellt Arbeitsbereiche aus dem Verkehrs- und Bauwesen, dem Immissionsschutz, der Wasser-, Forst- und Landwirtschaft sowie die Nutzung von erneuerbaren Energien dar. Dem Bericht lässt sich entnehmen, dass der Klimawandel auch im Landkreis Karlsruhe angekommen ist: Heiße trockene Sommer mit kurzfristigen Starkregenereignissen, Niedrigwasserstände am Rhein und Waldsterben sind in den letzten Jahren verstärkt aufgetreten und werden an Intensität noch zunehmen. Der Bericht soll zum Nachdenken anregen und positiv auf Veränderungen vorbereiten, wobei zukünftige Handlungsoptionen vorgestellt werden.