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Leistungsfähige IT-Infrastruktur ist Grundlage der öffentlichen Verwaltung

Überlegungen für künftiges Kreisrechenzentrum im Verwaltungsausschuss

Neben funktionalen räumlichen Voraussetzungen ist eine leistungsfähige IT-Infrastruktur unverzichtbare Grundlage für die Aufgabenerfüllung einer Verwaltung. Dies hat sich spätestens im Zuge der Coronapandemie erwiesen. Die digitale Infrastruktur  ständig weiterzuentwickeln ist eine herausfordernde Aufgabe. Einen Bericht und Ausblick erhielt der Verwaltungsausschuss des Kreistags in seiner jüngsten Sitzung vom 1. Juli.

„Eine moderne IT-Infrastruktur zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass sie mit der wachsenden Verlagerung von papiergebundenen hin zu rein digitalen Prozessen Schritt hält, sondern vor allem durch die Fähigkeit, sich an verändernde Situationen anzupassen“, erläuterte Finanzdezernent Ragnar Watteroth und führte als Beispiel die Coronapandemie an. Umgehend hatte die Landkreisverwaltung ein digitales Tool entwickelt, dass die verschiedensten Verwaltungsbereiche einbindet und dadurch die effektive Arbeit des Gesundheitsamts ermöglicht bzw. unterstützt. Gleichzeitig stellt das Tool Daten zur Verfügung, die über das Corona-Portal die stets aktuelle Information der Bevölkerung ermöglicht.

Die Anforderungen sind hoch: Die IT-Struktur muss leistungsfähig und ausfallsicher sein, um Arbeitsprozesse nicht ins Stocken geraten zu lassen. Und sie muss der Vielzahl von Regeln und Empfehlungen für den Betrieb von Datenverarbeitung entsprechen, die unter anderem in der Europäischen Datenschutzgrundverordnung manifestiert sind. Gute Erfahrungen habe man mit der Mischung aus Eigenbetrieb und gezielter Nutzung der Angebote des Marktes gemacht. Durch die Gründung eines Eigenbetriebs wurde die Grundlage für agile Entwicklungsmethoden und damit passgenaue und schnelle Lösungen gelegt. Im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit setzt die Landkreisverwaltung aber auch auf marktverfügbare Produkte und Dienstleistungen.

44 Liegenschaften umfasst die Landkreisverwaltung, vom Verwaltungsgebäude über berufliche Schulen, Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren bis hin zu den Straßenmeisterien oder die Jugendeinrichtung Schloss Stutensee. Die Netzwerke in den Gebäuden werden jeweils eigenständig betrieben, sind aber allesamt an das Haupthaus angebunden. Die Verbindungen zwischen den Standorten stellt die TelemaxX unter Einbindung der eigenen Backbonestruktur zur Verfügung. Dies ist möglich, nachdem im Jahr 2014 die Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe GmbH (BLK) gegründet wurde. Sie verfolgt das Ziel, den Ausbau mit Glasfasertechnik im Landkreis zu fördern. Im Jahr 2020 wurde mit dem Telekommunikationsanbieter TelemaxX ein Rahmenvertrag geschlossen, der es gestattet, die inzwischen sehr breit ausgebaute eigene Glasfaserinfrastruktur der BLK im Landkreis zu nutzen. Der Landkreis profitiert von dieser Leistungserbringung, da der Betrieb der Glasfaserinfrastruktur nicht zu den Kernkompetenzen der Landkreisverwaltung gehört. Die Netzwerke selbst befinden sich allesamt in der Hand und der Zuständigkeit der Landkreisverwaltung. Sie stellt eine bedarfsgerechte Versorgung aller Liegenschaften mit Datenverbindungen im Sinne der vier Schutzziele: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit sicher.

Im Kreisrechenzentrum laufen buchstäblich alle Leitungen zusammen. Es stellt sowohl die Datenübertragungen als auch die Energieversorgung sicher. Um bei einem Schadensereignis keinen Komplettverlust hinnehmen zu müssen verteilt sich das Kreisrechenzentrum auf mehrere Standorte. Mit dem Neubau des Hauptgebäudes in der Beiertheimer Allee 2 bietet sich die Möglichkeit für eine grundsätzliche Neuausrichtung des Kreisrechenzentrums. Die Landkreisverwaltung sieht es als wirtschaftlichste Lösung an, die zukünftig benötigten Standorte jeweils hälftig im Eigen- wie auch im Fremdbetrieb im Rechenzentrum der TelemaxX anzusiedeln und damit durch eine optimale Netzanbindung Synergieeffekte zur BLK zu nutzen. Im Endausbau würden dann zwei räumlich getrennte „halbe“ Rechenzentren stehen, das - jedes für sich - eine vollständige Kopie des Datenbestandes besitzt. Bei einer Betriebsstörung an einem der beiden Standorte übernimmt dann der andere Standort die Datenversorgung. Der Verwaltungsausschuss nahm die Überlegungen zur Weiterentwicklung der landkreiseigenen Vernetzung seiner Betriebsstätten und den Aufbau einer redundanten Rechenzentrumsstruktur zur Kenntnis und begrüßte die Mitnutzung der von der Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe GmbH (BLK) zur Verfügung gestellten Glasfaserinfrastruktur.