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Psychologische Beratungsstellen leisten gerade unter Pandemiebedingungen wertvolle Unterstützung für junge Menschen und ihre Familien

Sachstandsbericht 2020 vorgestellt

Trotz der besonderen Herausforderungen der Corona-Pandemie haben weiterhin viele jungen Menschen und ihre Familien im vergangenen Jahr das Beratungsangebot der der Psychologischen Beratungsstellen im Landkreis Karlsruhe in Anspruch genommen. Der Tätigkeitsbericht 2020, der dem Jugendhilfe- und Sozialausschuss des Kreistags des Landkreises Karlsruhe in seiner Sitzung am Montag, 27. September, vorgestellt wurde, beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit der Beratung unter Pandemiebedingungen.

Die sechs Psychologischen Beratungsstellen im Landkreis Karlsruhe, davon zwei in Trägerschaft des Landkreises, unterstützen junge Menschen, Eltern und Erziehungsberechtigte bei der Klärung und Bewältigung individueller und familiärer Probleme. Durch die Kontaktbeschränkungen in der Pandemie setzten die Beratungsstellen verstärkt auf Telefon- und Videoberatung sowie digitale Kurse, um den Ratsuchenden in angespannten Konfliktsituationen rasch zu helfen. Dadurch konnte die Zahl der Kontakte auf dem Niveau der Vorjahre gehalten werden. Auffällig war laut des Berichts die gestiegene subjektive psychische Belastung der jungen Klienten und ihrer Familie. Fehlende Tagesstruktur und reduzierte persönliche Kontakte zu Gleichaltrigen verstärken häufig depressive Symptome und Verhaltungsauffälligkeiten. Die Themen Medienkonsum und Mediensucht traten vermehrt in den Vordergrund und besonders viele Alleinerziehende suchten Rat, da sie durch die Schließung der Kindertagesstätten und Schulen besonders betroffen waren. Diese Beobachtungen im Landkreis decken sich mit der bundesweiten Entwicklung.

„Welche Aus- und Nachwirkungen die Corona-Pandemie bei Kindern, Jugendlichen und Familien hinterlassen hat, wird nun zunehmend in den Psychologischen Beratungsstellen ersichtlich“, berichtete Landrat Dr. Christoph Schnaudigel dem Gremium. Bereits belastete Familien weisen vermehrt Konflikte auf, andere Familien hingegen erlebten den Lockdown positiv und nutzen die Zeit für gemeinsame Familienaktivitäten. Ein Aspekt sei besonders bemerkenswert: Deutlich mehr Klientinnen und Klienten haben auf eigene Initiative oder über ehemalige Klientinnen und Klienten und Bekannte den Weg zu den Beratungsstellen gesucht.