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Die Schuldnerberatungsstelle informiert über die Änderungen für das Pfändungsschutzkonto

Für das Pfändungsschutzkonto treten zum 1. Dezember 2021 einige Änderungen in Kraft. Diese betreffen den Grundfreibetrag, Bescheinigungen bei Nachzahlungen und vieles mehr. Daher informiert die Schuldnerberatungsstelle des Landratsamtes Karlsruhe über die wichtigsten Neuerungen, die seit Beginn des Monats gelten.

Zunächst erhöht sich der Grundfreibetrag von 1.252,64 Euro auf 1.260 Euro. Die Bank wird den neuen Betrag automatisch berücksichtigen. Die Beträge für weitere Personen, wie zum Beispiel Unterhaltsberechtigte, wurden bereits zum 1. Juli 2021 mit der jährlichen Änderung der Pfändungstabelle angepasst.

Weiter sind Kreditinstitute verpflichtet, auf Antrag des Kontoinhabers ein Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln. Diese Verpflichtung gab es bisher auch, jedoch nur für Konten, die keinen negativen Saldo aufwiesen. Ab Dezember muss die Bank auf Antrag auch Girokonten mit negativem Saldo umwandeln. Sie ist nicht mehr berechtigt, bei Geldeingang mit dem Saldo zu verrechnen. Nach der Umwandlung darf das Pfändungsschutzkonto nur als Guthabenkonto geführt werden. Sobald die Pfändungen erledigt sind, hat der Kunde die Möglichkeit, zu verlangen, dass die Zusatzfunktion Pfändungsschutzkonto wieder aufgehoben wird.

Bei bestimmten Nachzahlungen, die bisher nicht bescheinigt werden konnten, wie zum Beispiel Nachzahlungen von Sozialleistungen, ist das nun möglich. Die auszahlenden Stellen, unter anderem das Jobcenter, die Familienkasse oder das Sozialamt, sind künftig dazu verpflichtet, auf Anfrage eine solche Bescheinigung auszustellen. Möglicherweise bescheinigen diese Stellen jedoch nur die eigene Leistung. Es kann daher sinnvoll sein, eine Gesamtbescheinigung zu erhalten, etwa bei anerkannten Schuldnerberatungsstellen, Rechtsanwälten, Steuerberatern oder Arbeitgebern.

Veränderungen gibt es auch bei Gemeinschaftskonten, bei denen nach wie vor das Guthaben nicht vor einem Pfändungszugriff geschützt werden kann. Ab 1. Dezember kann auf Verlangen ein Guthabenkonto als Einzelkonto eingerichtet werden. Die Pfändung wird dann auf dem Einzelkonto fortgeführt, welches in Folge in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt werden kann.

Weitere Details zu den Änderungen für das Pfändungsschutzkonto sind online zu finden auf der Internetseite des Landkreise unter www.landkreis-karlsruhe.de/schuldnerberatung.