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Substitutionsversorgung im nördlichen Landkreis Karlsruhe

Jugendhilfe- und Sozialausschuss begrüßt Einrichtung von Ambulanz und bekräftigt Bereitschaft zur finanziellen Unterstützung

Für drogenabhängige Menschen führt der Ausstieg aus der Sucht über viele Hürden. Eine Möglichkeit, diesen zu erleichtern, bietet die sogenannte Substitutionstherapie. Die Landkreisverwaltung setzt sich seit geraumer Zeit dafür ein, diese im nördlichen Landkreis wieder zu ermöglichen, nachdem die vormaligen Angebote eingestellt wurden. Der Jugendhilfe- und Sozialausschuss wurde in seiner Sitzung vom 6. Dezember, die in der Sporthalle der Jugendeinrichtung Schloss Stutensee stattfand, darüber informiert, dass das Zentrum für Psychiatrie Wiesloch (ZfP) in Bruchsal die geplante Substitutionsambulanz nun tatsächlich baut.

Das Gremium begrüßte dies ausdrücklich und sprach sich dafür aus, dass sich der Landkreis mit einem jährlichen Betrag in Höhe von 55.000 Euro für die laufenden Kosten einbringt, um eine Substitutionsversorgung im nördlichen Landkreis sicherzustellen.

Die Substitutionstherapie erfolgt mit verordneten Medikamenten, führt bestenfalls zur Abstinenz und strebt zumindest eine dauerhafte Schadensminimierung an. Mit ihr sollen der Gesundheitszustand und die soziale Situation des Patienten verbessert und gleichzeitig Schaden von der Gesellschaft abgewendet werden. Dazu muss der Patient täglich einen speziellen Arzt oder eine spezielle Stelle aufsuchen. Nicht wenige Patienten sind heute wieder berufstätig, weshalb eine möglichst ortsnahe Methadonvergabe von herausragender Bedeutung ist. Jahrelang übernahmen für das Einzugsgebiet des Mittelzentrums Bruchsal in der Stadt niedergelassene Ärzte sowie die örtlichen Malteser diese Aufgabe. Seit immer mehr Substitutionsärzte in den Ruhestand gingen und die Malteser Mitte 2016 die Substitution aufgaben, müssen Substitutionspatienten im nördlichen Landkreis weitere Wege in Kauf nehmen, insbesondere in die Stadt Karlsruhe sowie in den Raum Heidelberg.

Zusammen mit dem ZfP hat der Landkreis daraufhin die Strategie verfolgt, dass das ZfP eine Substitutionsambulanz mit 40 bis 60 Plätzen aufbaut. Sie soll als Kompetenzzentrum für Substitution fungieren, um schrittweise um den Standort herum eine dezentrale Versorgungsstruktur aufzubauen. Das Land Baden-Württemberg erklärte sich dazu bereit, die Investitionskosten für den notwendigen Erweiterungsbau bei der Tagesklinik in Bruchsal von rund 700.000 Euro zu übernehmen. Um ein deutliches Zeichen zu setzen, dass der Landkreis größtes Interesse an diesem Projekt und damit an der Sicherstellung der Substitutionsversorgung hat, sprach sich der Jugendhilfe- und Sozialausschuss dafür aus, der Einrichtung im Hinblick auf das zu erwartende jährliche Betriebskostendefizit entgegenzukommen.