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Beim Besuch in Zeutern macht sich Staatssekretär Lorek ein Bild über die Flüchtlings- und Integrationsarbeit im Landkreis Karlsruhe

Es ist die Dienstälteste Gemeinschaftsunterkunft im Landkreis Karlsruhe. Über 30 Jahre werden in Ubstadt-Weiher im Ortsteil Zeutern Asylbewerberinnen und -bewerber betreut. Seitdem hat sich die Flüchtlings- und Integrationsarbeit im Landkreis Karlsruhe stetig entwickelt. Über die Herausforderungen der vergangenen Jahre und die aktuelle Situation machte sich am Freitag, 4. Februar, Staatssekretär Siegfried Lorek, Ministerium der Justiz und für Migration, gemeinsam mit Landrat Dr. Christoph Schnaudigel und dem Bürgermeister der Kommune Tony Löffler ein Bild vor Ort.

Die Unterkunft in Ubstadt-Weiher ist inzwischen als Komibimodell angelegt und mit Platz für 300 Personen landkreisweit die größte ihrer Art: Sie wird als Gemeinschaftsunterkunft und als Anschlussunterbringung vom Landkreis zusammen mit der Standortgemeinde Ubstadt-Weiher sowie Östringen und Kronau genutzt. „Die Unterkunft steht stellvertretend für die Richtung, die der Landkreis in den vergangenen Jahren hinsichtlich seiner Flüchtlings- und Integrationsarbeit eingeschlagen und die sich auch in der Krise bewährt hat“, betont Landrat Dr. Christoph Schnaudigel. „Dazu zählt auch, dass wir eng mit den Kommunen kooperieren.“ Tony Löffler, Bürgermeister der Gemeinde Ubstadt-Weiher, bestätigte die gute Zusammenarbeit aller Akteure, ohne die das Kombimodell nicht betrieben werden könnte. Dieses sieht er als eine sinnvolle und flexible Lösung.

Migrationsstaatssekretär Lorek machte sich von der Unterbringung in Ubstadt-Weiher im Ortsteil Zeutern selbst ein Bild: „Die gestiegenen Zugangszahlen in der zweiten Hälfte des letzten Jahres bestätigen uns darin, wie wichtig die Zusammenarbeit von Land, Kreisen sowie Städten und Gemeinden bei der Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten ist. Darum ist es mir ein Anliegen, mich wie hier im Kreis Karlsruhe und in Ubstadt-Weiher intensiv mit den Menschen vor Ort auszutauschen.“

Mit der Verlängerung des Pakts für Integration durch das Land um weitere zwölf Monate wurde eine wichtige Basis geschaffen, die Aufgaben auch finanziell stemmen zu können. Landrat Dr. Schnaudigel verdeutlichte jedoch erneut, dass vom Land sowohl für die Vergangenheit als auch zukünftig eine vollständige Erstattung aller Flüchtlingskosten erwartet wird. Insgesamt gibt es im Landkreis neun Flüchtlingsunterkünfte, die derzeit mit rund 800 Personen belegt sind.

Einen wesentlichen Teil der Arbeit übernehmen die eingesetzten Integrationsmanager und -managerinnen in den Einrichtungen. Zuletzt hat die Corona-Pandemie für erschwerte Bedingungen gesorgt, etwa durch notwendige Isolationen von Bewohnern, die dringende Aufklärungsarbeit über die Impfung sowie das Wegfallen wichtiger ehrenamtlicher Angebote. Gleichzeitig macht sich auch im Landkreis Karlsruhe die steigende Anzahl an Neuzuweisungen durch das Land seit Oktober 2021 stark bemerkbar – rund 40 bis 80 Personen pro Monat. Die vorhandenen Kapazitäten werden verstärkt gebraucht. Daher hat der Landkreis gegenüber dem Land mitgeteilt, dass derzeit keine Möglichkeit besteht, zusätzliche Geflüchtete aufzunehmen.