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Der Landkreis Karlsruhe macht Fortschritte bei der nachhaltigen Mobilität

Verkehrsminister Hermann informiert sich vor Ort über das Angebot durch Elektrobusse

Der Landkreis Karlsruhe ist in die Elektromobilität bei den Busverkehren eingestiegen. Im Stadtgebiet von Ettlingen und in die Nachbarstadt Rheinstetten fahren seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2021 fünf Elektrobusse. Um das zu ermöglichen, werden gemeinsam mit Kooperationspartnern Elektrobusse beschafft und eine eigene Ladeinfrastruktur aufgebaut. Über dieses neue Angebot im Bereich der nachhaltigen Mobilität informierte sich Verkehrsminister Winfried Hermann am Freitag, 4. März, in Ettlingen. Das Land Baden-Württemberg beteiligte sich an den Kosten für die Beschaffung der Elektrobusse und sagte dem Landkreis Karlsruhe für die Errichtung der Ladeinfrastruktur eine landesseitige Förderung zu. Den Weg zum Standort der Ladeinfrastruktur legten Minister Hermann und Landrat Dr. Christoph Schnaudigel passend dazu gemeinsam im Elektro-Auto zurück: einem MyShuttle aus dem On-Demand-Angebot des Landkreises. Bei einer Probefahrt im Anschluss waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen, eine Runde im Elektrobus mitzufahren.

„Der Landkreis Karlsruhe geht bei der innovativen Umgestaltung des öffentlichen Verkehrs mit E-Bussen und On-Demand-Shuttles voran. Das Land unterstützt diese Pionierarbeit zur Verkehrswende mit deutlich über sechs Millionen“, verdeutlicht Winfried Hermann. „Wir fördern die Anschaffung der E-Busse, der Ladestationen und Busabstellmöglichkeiten. Zusammen mit dem Landkreis und seinen Partnern sammeln wir wertvolle Erfahrungen, die wir an andere weitergeben können.“ Er betont: „Die Transformation der Mobilitätsangebote muss in den kommenden Jahren im ganzen Land gelingen, damit wir unsere Klimaziele schaffen.“

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel stellt heraus, was beim Vor-Ort-Termin in Ettlingen sichtbar wird: „Den Einstieg in die Elektromobilität konnten wir nur zusammen mit zahlreichen Kooperationspartnern verwirklichen.“ Dazu zählen neben dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) das Busunternehmen Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH (FMO), die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), die Stadtwerke Ettlingen, die DB Energie sowie das Bauunternehmen Leonhard Weiss und der Hersteller der Ladesäulen ABB. Daneben kamen auch Vertreter aus dem Landtag und dem Kreistag sowie Regierungspräsidentin Sylvia Felder, um sich ein Bild von dieser zukunftsfähigen Weiterentwicklung der Mobilität zu machen.

„Fortschritt gelingt nur gemeinsam. Um die Ziele der Verkehrswende besonders im ÖPNV zu erreichen, müssen wir an einem Strang ziehen“, sagt Landrat Dr. Christoph Schnaudigel. „Dafür investieren wir als Landkreis Zeit, Personal und Geld. Das macht uns bundesweit zu einem der ersten Landkreise, in dem außerhalb einer Großstadt und ohne eigenes Verkehrsunternehmen Elektrobusse in einer signifikanten Anzahl dauerhaft im ÖPNV eingesetzt werden.“

Die Bedeutung dieses Schrittes bestätigt auch Dr. Alexander Pischon, Geschäftsführer des KVV: „Dank der Förderprogramme durch Bund und Länder nimmt die Elektromobilität im ÖPNV immer mehr an Fahrt auf. Auch die technische Entwicklung von Elektrobussen, insbesondere die Reichweite schreiten weiter voran.“ Weiter betont er: „Die Verkehrsunternehmen im KVV wollen innerhalb der nächsten Dekade ihre Busflotten mit Verbrennermotoren sukzessive durch emissionsfreie Fahrzeuge ersetzen und die entsprechende Lade-Infrastruktur aufbauen. Die Elektromobilität im Busverkehr ist ein wichtiger Baustein für eine klimafreundliche Verkehrswende und trägt zudem zu einer Verbesserung der Lebensqualität in den Städten und Kommunen bei.“

Die Ladeinfrastruktur des Landkreises ist für insgesamt zehn Elektrobusse ausgelegt – noch in diesem Jahr werden fünf weitere von den Firmen Omnibusverkehr Engel GmbH und Richard Eberhardt GmbH im Pfinztal/Albtal fahren und die Ladeinfrastruktur in Ettlingen nutzen.­­

 „Am 6. November 2018 wurde in Ettlingen der erste E-Bus in einer fünfwöchigen Testphase in Betrieb genommen. Derzeit ist ein E-Bus im täglichen Einsatz. Wir freuen uns, dass nun fünf weitere E-Busse dazukommen, die einen beachtlichen Teil der Busverkehre in Ettlingen bedienen, vor allem im Schülerverkehr, und somit ein guter Beitrag zur Energiewende geleistet wird“, sagt Christa Stauch, ehrenamtliche Stellvertreterin des Oberbürgermeisters der Stadt Ettlingen Johannes Arnold. Die E-Mobilität reduziere die Lärm - und Umweltbelastung, was für die Nutzer und Anwohner der Fahrtstrecken sehr positiv sei. „Im Namen von Herrn Oberbürgermeister Johannes Arnold und im Namen des Gemeinderats der Stadt Ettlingen möchte ich mich als OB-Stellvertreterin beim KVV, beim Land Baden-Württemberg und beim Landkreis herzlich bedanken, dass Ettlingen hier eine Vorreiterrolle einnehmen darf.“

Pionier im ÖPNV ist der Landkreis zudem mit seinem On-Demand-Verkehr MyShuttle. Dieser erhielt im Dezember 2020 vom Land Baden-Württemberg die Auszeichnung „Wir machen Mobilitätswende“ und wurde im vergangenen Herbst vom Bund beim Wettbewerb „Gemeinsam erfolgreich. Mobil in ländlichen Räumen“ gewürdigt. Das Angebot überbrückt die sogenannte letzte Meile von der Haltestelle des Schienenverkehrs zum Zielort mit dem ÖPNV und erschließt die Gemeinden im ländlichen Raum insbesondere am Wochenende und in den Abendstunden. Der Großteil der dort eingesetzten Kleinbusse wird elektrisch betrieben. MyShuttle soll flächendeckend im gesamten Landkreis ausgebaut werden. Denn trotz Corona-Pandemie sind die Fahrgastzahlen gewachsen: Alleine im Bediengebiet Ettlingen fanden im Januar 2022 insgesamt rund 1.700 Fahrten mit rund 2.170 Fahrgästen statt. Dies unterstreicht, dass das Angebot dem Wunsch der Fahrgäste nach einem bedarfsorientierten ÖPNV entspricht.