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Naturschutz, Mobilität und Digitalisierung im Landkreis Karlsruhe

Einrichtung von Personalstellen beschlossen

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden in Zukunft gesetzt, welche Förderprogramme in Anspruch genommen? Darüber hat der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am 7. April, die in den Räumlichkeiten des Badischen Gemeindeversicherungsverbandes stattfand, beraten. Gegenstand der Diskussion waren neu aufgelegte Förderprogramme sowie Personalstellen, die das Land nach dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) in den Landratsämtern gegenfinanziert, die aber noch nicht im Stellenplan abgebildet sind.

Beschlossen hat das Gremium 2,5 Stellen zur Umsetzung des Biodiversitätsstärkungsgesetzes zu schaffen. Diese vom Land Baden-Württemberg finanzierten Stellen sollen die Landwirtschafts- und Naturschutzverwaltung stärken, um dem Insekten- und Artensterben entgegenzuwirken. Ziel ist es, den Anteil der ökologischen Landwirtschaft zu steigern und die Menge chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel zu minimieren. Auch die Schaffung dauerhafter Rückzugs- und Lebensräume für Tiere und Pflanzen und der Schutz landwirtschaftlicher Flächen im Rahmen der Landschaftsentwicklung müssen zukünftig von den Landratsämtern verstärkt angegangen werden.

Ebenfalls grünes Licht gab das Gremium für ein weiteres Zukunftsthema: Für die Aufgabe der Koordination des E-Governments soll noch in diesem Jahr eine Stelle besetzt und für die Dauer der Finanzierung durch das Land Baden-Württemberg aufrecht erhalten bleiben. Ziel dieses Vorhaben des Landes ist es, einheitliche Ansprechpartner in den Verwaltungen zu installieren. Damit soll ein Austausch und die Schaffung eines landesweit gleichen Standards gefördert werden. Themen wir die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes, der Umgang mit service-bw als gemeinsame E-Government-Infrastruktur des Landes und der Kommunen in Baden-Württemberg, Einführung und Betreuung von Dokumentenmanagementsystemen, Integration der E-Akte im Zuge der elektronischen Behördenkommunikation und Einführung der E-Rechnung werden Betätigungsfelder sein. Einige der genannten Punkte wie Dokumentenmanagementsystemen sind beim Landratsamt bereits seit Längerem umgesetzt, hier wird es vornehmlich darum gehen, die Aufgaben weiter zu betreuen und auf neue Gegebenheiten anzupassen.

Der Einsatz möglicher e-Fahrzeuge, Lademöglichkeiten, weiterer Informationsquellen und Fördermöglichkeiten für die kommunale, betriebliche und private Mobilität wird künftig mit einer Personalstelle für Elektromobilität hinterlegt. Eine weitere Kraft kümmert sich künftig um das Management der Elektroladeinfrastruktur. Konkret geht es dabei um kommunale, gewerbliche und private Ladeinfrastruktur im öffentlichen und nichtöffentlichen Raum. Die Unterstützung umfasst darüber hinaus den Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs durch die Planung, Bedarfsermittlung, Konzeption und Standortplanung bei e-Bussen und On-Demand-Verkehren.

Ein Projekt, das die Ausbildungsfähigkeit Jugendlicher steigern und den Übergang Schule-Beruf erleichtern soll, war Gegenstand eines weiteren Tagesordnungspunktes der Sitzung. Hier war zu entscheiden, ob das im September 2019 an den Beruflichen Schulen im Landkreis Karlsruhe gestartete Projekt „Digitalcoach – Fit für den Berufseinstieg“ im Schuljahr 2022/23 fortgeführt werden soll. In der Arbeitswelt 4.0 erwarten die Unternehmen verstärkt digitale Kompetenzen von den jungen Auszubildenden. Doch junge Menschen, die im digitalen Zeitalter geboren wurden, bringen diese Voraussetzungen nicht immer mit. Die Fähigkeit, Medien den eigenen Bedürfnissen und Zwecken entsprechend zu nutzen und mit ihnen verantwortungsvoll und kritisch umzugehen, muss erlernt werden. Die Digitalisierung der Arbeitswelt umfasst hierbei längst nicht mehr nur die klassischen kaufmännischen, Verwaltungs- und IT-Berufe. Mittlerweile werden auch in Handwerksberufen oder in der Pflege viele Tätigkeiten und Prozesse mit Hilfe digitaler Geräte oder anderen digitalen Tools unterstützt.

Bis Ende März konnten über 900 Jugendliche im Rahmen von 64 Workshops erreicht werden. Darüber hinaus werden 43 Schülerinnen und Schüler in einem Einzelcoaching unterstützt. Die Nachfrage nach den Angeboten des Digitalcoachs ist weiterhin hoch. Im Einzelcoaching musste aufgrund des großen Bedarfs nun eine Warteliste eröffnet werden.

Neben der Zielgruppe selbst – der Jugendlichen – ist die Resonanz der Schulleitungen sowie der Lehrkräfte auf das Projekt ebenfalls sehr positiv. Bisher war die Stelle über Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert, diese Förderung ist nun nicht mehr möglich. Der Ausschuss hat sich jedoch in Anbetracht der guten Entwicklung seit Projektstart trotzdem für eine Verlängerung ausgesprochen.