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Der Landkreis Karlsruhe passt sein Gebäudesanierungsprogramm an die Entwicklungen in der Baubranche an

Gezielte Maßnahmen zum Energiesparen stehen fest

Die Situation im Bausektor ist durch Preissteigerungen bei den Energie- und Stromkosten sowie bei den Rohstoffen weiterhin angespannt. Grund dafür sind neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie zuletzt auch die des Ukraine-Kriegs. Die Verwaltung des Landkreises Karlsruhe hat daher entsprechende Gegenmaßnahmen getroffen und alle Baumaßnahmen, die für die Jahre 2022 und 2023 vorgesehen waren, auf den Prüfstand gestellt. Der Ausschuss für Umwelt und Technik, der am Donnerstag, 6. Oktober, im Bürgerhaus in Malsch tagte, stimmte dem überarbeiteten Gebäudesanierungsprogramm zu.

Für das Haushaltsjahr 2022 wurde entschieden, alle laufenden Baumaßnahmen sowie alle in Planung befindlichen Maßnahmen weiterzuführen, die einer Bundes- oder Landesförderung unterliegen. Dazu zählen der Bau der Straßenmeisterei Ettlingen und Bruchsal, der zweite Bauabschnitt des Beruflichen Bildungszentrums Ettlingen, der Schulpavillon mit Smart Energy Labor im Gewerblichen Bildungszentrum Bruchsal sowie die weitere Sanierung der Ludwig Guttmann Schule Langensteinbach. Alle weiteren im Gebäudesanierungsprogramm eingeplanten, aber noch nicht begonnenen Maßnahmen, wurden in die Folgejahre verschoben. Dies bedeutet, dass der ursprünglich für das Gebäudesanierungsprogramm für die Jahre 2022 und 2023 angedachte Kostenrahmen von 5 Mio. Euro weiter eingehalten werden kann. „Der Haushalt wird damit trotz der Kostensteigerungen sowohl 2022 wie auch 2023 nicht zusätzlich belastet“, so Landrat Dr. Christoph Schnaudigel. Wann die verschobenen Maßnahmen dann realisiert werden, müsse im Verlauf des Jahres 2023 entschieden werden.

Doch auch die Veränderungen hinsichtlich der Energiepreise kommen bei den Vorhaben des Landkreises zum Tragen. Der Landkreis profitiert nun davon, dass bereits im Jahr 2013 begonnen wurde, Schulen an die Nahwärmeversorgung anzuschließen. Sowohl das Berufliche Bildungszentrum Ettlingen, als auch das Gewerbliche Bildungszentrum und die Käthe-Kollwitz-Schule in Bruchsal sind bereits an Nahwärmenetze angeschlossen. Weitere Schulen werden folgen. Finanzielle Mehrbelastungen durch den derzeitigen großen Preisanstieg bei den Gaspreisen belasten den Landkreishaushalt daher nicht mehr in dem befürchteten Ausmaß.

Auch mit seiner Photovoltaik-Ausbaustrategie setzt der Landkreis künftig auf eine hohe Eigenstromverbrauchsquote. Weitere Großanlagen entstehen unter anderem an der Außenstelle der Ludwig Guttmann Schule in Kronau, den Straßenmeistereien Bruchsal und Ettlingen sowie dem Beruflichen Bildungszentrum Ettlingen. Diese Gebäude werden künftig mit dem eigen produzierten Strom versorgt.

Zeitgleich setzt der Landkreis in seinen Verwaltungsgebäuden und seinen Beruflichen Schulen die gesetzlichen Vorgaben um, um Energie einzusparen: Die Raumtemperatur in den Büroräumen wird auf 19 Grad gesenkt. Die Heizungen in Fluren, allgemeinen Bereichen und Technikräumen sowie die dezentrale Warmwassererzeugung für Handwaschbecken werden abgeschaltet. Einig war man sich aber auch, das Schwimmbecken der Karl Berberich Schule, bei dem eine Solarthermieanlage eingesetzt wird, weiter zu betreiben, um sowohl den Therapiebereich wie auch den Schwimmunterricht sicherzustellen.