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100 Jahre Frauenwahlrecht

Historikerin gab Einblicke in die Hintergründe der Forderung der Frauenbewegung nach politischer Partizipation

Das Frauenwahlrecht, das uns heute so selbstverständlich ist, musste sich gegen viele Vorurteile von Männern und Frauen durchsetzen. Die Geburtsstunde in Deutschland am 12. November 1918  erfolgte durch den Aufruf an das deutsche Volk vom Rat der Volksbeauftragten. Hier heißt es: "Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen". Am 30. November 1918 trat in Deutschland das Reichswahlgesetz mit dem allgemeinen aktiven und passiven Wahlrecht für Frauen in Kraft. Die Historikerin Claudia Weinschenk beleuchtete in ihrem Vortrag „Dem Reich der Freiheit werb ich Bürgerinnen“  am 22. Januar im Landratsamt Karlsruhe  die geschichtlichen Hintergründe zu dieser Entwicklung. Was steckte hinter der Forderung nach politischer Partizipation? Welche Stellung hatten Frauen im Staatswesen bislang inne? Welche Folgen hatte die Ausgrenzung von Frauen aus politischen Entscheidungen? Weinschenk ging in ihrem Vortrag auch auf die unterschiedlichen Strömungen der Frauenbewegung ein. 37 Parlamentarierinnen zogen schließlich nach der Wahl vom 19. Januar 1919 in die verfassunggebende Nationalversammlung ein. Die Sozialdemokratin Marie Juchaz, die als erste Frau eine Rede in der Nationalversammlung hielt, stellte fest, dass die Regierung den Frauen gegeben habe, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden sei.

Die Veranstaltungsreihe der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Karlsruhe, Karin Sälzler, Stadt Waghäusel, Silke Benkert, Stadt Ettlingen, Sabine Riescher, Stadt Bruchsal und Astrid Stolz, Landratsamt Karlsruhe, die vom Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg unterstützt wird, wird am 14. März um 20 Uhr mit einer Filmaufführung „Sternstunde ihres Lebens“ in der „Kulisse“ Ettlingen, Am Dickhäuterplatz 16, fortgesetzt. Elisabeth Selbert kämpft gegen alle Widerstände für die Aufnahme des Satzes „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ in das Grundgesetz der zukünftigen Bundesrepublik Deutschland und legt damit den Grundstein für eine bis zum heutigen Tag politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung zum Thema Gleichberechtigung. Anmeldungen bitte per E-Mail direkt beim  Kino Kulisse an: kulisse-kino@web.de oder telefonisch täglich in der Zeit von 8 - 21 Uhr unter: 07243 330633.