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Infokommission zum Kernkraftwerk Philippsburg kam zum zwölften Mal zusammen

Stilllegung von Block 2 und das Reststoffbearbeitungszentrum sowie das Standortabfalllager waren Themen

Zu ihrer zwölften Sitzung kam am vergangenen Montag die Informationskommission zum Kernkraftwerk Philippsburg (KKP) zusammen. An den Anfang der Tagesordnung hatte Kommissionsvorsitzender Landrat Dr. Christoph Schnaudigel die bevorstehende Stilllegung des Blocks 2 gesetzt. Dr. Wolfgang Scheitler vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg unterrichtete über den Stand des Genehmigungsverfahrens, das bereits weit fortgeschritten ist. Nach der Umweltverträglichkeitsprüfung und der Behörden- sowie Öffentlichkeitsbeteiligung finde derzeit die Prüfung und Würdigung der Sachverhalte statt. Nächster Schritt ist die Erstellung eines Genehmigungsentwurfs, der dem Bundesumweltministerium zur Prüfung vorgelegt wird. Positives Testat vorausgesetzt, könnte im Dezember diesen Jahres die Genehmigung ausgesprochen werden. Der Geschäftsführer der EnBW Kernkraft GmbH Jörg Michels kündigte an, dass der Rückbau möglichst zeitnah im Anschluss beginnen soll. Planmäßig voran komme der Rückbau des bereits im Jahr 2011 abgeschalteten Block 1. Die Arbeiten haben im Mai 2017 begonnen und umfassen derzeit die Demontage von Anlagenteilen innerhalb der Reaktorgebäude, unter anderem des 180 Tonnen schweren Generators.

Weiteres Thema war ein Bericht über den aktuellen Stand des Reststoffbearbeitungszentrums und des Standortabfalllagers, an dem seit Februar 2016 gebaut wird. Geschäftsführer Jörg Michels zeichnete anhand eines Zeitrafferfilms den Bauablauf nach. Im Moment läuft der Innenausbau und die Montage der maschinentechnischen Ausstattung sowie der Lüftung und Klimatisierung. Noch in diesem Jahr sollen die Anlagen in Betrieb genommen werden. Im Reststoffbearbeitungszentrum werden Bauteile mit unterschiedlichen Verfahren behandelt. 96 bis 97 Prozent der Gesamtabbaumasse von rund 398.000 Tonnen können als Wert- und Reststoffe in konventionellen Stoffkreisläufen verwertet bzw. beseitigt werden. Zwei bis drei Prozent des Volumens werden als sehr schwach radioaktive Stoffe an spezielle Beseitigungsanlagen und Deponien abgeliefert und ca. ein Prozent ist radioaktiver Abfall, der zwischen- bzw. endgelagert werden muss. Michael Nagel vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg erläuterte im Anschluss die Genehmigungsinhalte im Detail. Fragen aus dem Kreis der Kommissionsmitglieder bezogen sich u.a. auf die Sachkunde der eingesetzten Firmen. Abgerundet wurden die Informationen durch eine Darstellung der zurückliegenden meldepflichtigen Ereignisse. Auch die Zuhörer hatten Gelegenheit, Fragen zu stellen, die von den Fachleuten beantwortet wurden. Von Interesse waren hier u.a. die Transportwege der Materialien oder die Deponierung der freigemessenen Abfälle.

Sämtliche Vorträge und viele weiteren Informationen können im Internet unter www.infokommission-kkp.de abgerufen werden.

Zur zwölften Sitzung der Infokommission zum Kernkraftwerk Philippsburg kamen auch wieder viele Einwohner in die Philippsburger Jugendstilfesthalle.
Zur zwölften Sitzung der Infokommission zum Kernkraftwerk Philippsburg kamen auch wieder viele Einwohner in die Philippsburger Jugendstilfesthalle.