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Integration in Arbeit für Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten


Erwerbstätigkeit bedeutet nicht nur ein gesichertes Einkommen und damit wirtschaftliche Unabhängigkeit, sondern bietet auch die Möglichkeit zur aktiven Teilhabe an der Gesellschaft.

Komplexe Verwaltungsprozesse, Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, rechtliche Hürden, (noch) nicht anerkannte ausländische Qualifikationen, aber auch Informationsdefizite erschweren für Neuzugewanderte den Weg in die Arbeitswelt.

Wir informieren und vernetzen deshalb landkreisweit Akteurinnen und Akteure, die haupt- oder ehrenamtlich die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten, Migrantinnen und Migranten verbessern wollen. Wir bieten ebenfalls für interessierte und engagierte Arbeitgebende Austausch- und Informationsmöglichkeiten an.

Falls Sie Fragen rund um das Thema Arbeit und Ausbildung für Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten haben, kontaktieren Sie uns gerne.

Ausbildungsgang Altenpflegehelfer für Nichtmuttersprachler (m/w/d)

Um eine Ausbildung erfolgreich absolvieren zu können, ist im Allgemeinen ein Sprachniveau von B 2 erforderlich. Oft werden außerdem schulische oder fachliche Anforderungen vorausgesetzt, die Neuzugewanderte nicht erfüllen können.

Der Ausbildungsgang Altenpflegehelfer für Nichtmuttersprachler (m/w/d) setzt dagegen bei weniger hohen Voraussetzungen an. Im Mittelpunkt steht die Freude an der pflegerischen Arbeit und am Umgang mit alten Menschen.

Weitere Voraussetzungen sind:

  • gutes A2/B1 Deutsch
  • Schulische Bildung entsprechend dem Hauptschulniveau

Mit Bestehen der Prüfung nach zwei dualen Ausbildungsjahren wird gleichzeitig der Hauptschulabschluss erworben. Die deutschen Sprachkenntnisse sollten dann auf B2 Niveau sein. Die so ausgebildeten Altenpflegehelfer (m/w/d) haben dadurch die Möglichkeit, die 3-jährige Ausbildung zur Pflegefachkraft anzuschließen.

Bei Interesse an diesem Ausbildungsgang informieren wir gern über die notwendigen Schritte und vermitteln die entsprechenden Kontakte.

Drei Schulen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe bieten den 2-jährigen Ausbildungsgang an:

Berufliche Schulen Bretten

max Q Karlsruhe

Elisabeth-Selbert-Schule Karlsruhe

Berufsorientierungstage

Nach dem Abschluss der durch das Landratsamt (teil-)finanzierten Sprachkurse bietet sich für die Geflüchteten meist kein direkter Einstieg ins Berufsleben. Das kann verschiedene Gründe haben. Oft sind es Kenntnisse, die noch erworben werden müssen: Wie funktioniert das deutsche Ausbildungssystem? Wie finde ich eine passende Stelle? Und wie schreibe ich eine Bewerbung? Darauf reagiert der Fachbereich Integration in Arbeit bei der Kreisintegrationsstelle mit den Berufsorientierungstagen. Seit Dezember 2018 schließen diese in Kooperation mit den Bildungsträgern Arbeitskreis für Aus- und Weiterbildung (AAW) und Internationaler Bund (IB) direkt an den Sprachkurs an.

Die Teilnehmenden erhalten allgemeine Informationen zu Arbeit und Ausbildung, recherchieren zu unterschiedlichen Berufen und Ausbildungsgängen und erhalten Informationen zum Bewerbungsprozess. Dabei werden Sie von Vertretern und Vertreterinnen der IHK und HWK, sowie von der Agentur für Arbeit unterstützt.

Mithilfe der Lehrkraft und den vom Amt für Integration qualifizierten ehrenamtlichen Job Coaches für Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten, erstellen sie Bewerbungsunterlagen und üben durch Rollenspiele Vorstellungsgespräche ein. Darüber hinaus besuchen die Teilnehmenden das Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit und unternehmen Betriebsbesichtigungen.

Sie möchten mehr über das Programm erfahren oder Sie sind Arbeitgeber bzw. Arbeitgeberin und möchten in Ihrem Betrieb eine Besichtigung anbieten? Gerne informieren wir Sie genauer in einem persönlichen Gespräch. Wir freuen uns auf Sie!

Dokumente

Das Job Coach Projekt für Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten - gut für Mensch und Wirtschaft

Vielen Menschen, die (noch) nicht gut Deutsch sprechen, fällt es schwer in den Arbeitsmarkt hineinzufinden. Wo finde ich Stellenangebote? Wie kann ich mich bewerben? Wie komme ich zu attraktiven Bewerbungsunterlagen? Welche bürokratischen Hürden müssen genommen werden?

Professionelle Hilfe gibt es zwar schon an vielen Stellen. Trotzdem brauchen die meisten Geflüchteten, aber auch europäische Migrantinnen und Migranten intensivere Unterstützung, als dies von hauptamtlicher Seite angeboten werden kann.

Deshalb hat der Landkreis Karlsruhe bereits 2018 begonnen, Ehrenamtliche zu Job Coaches auszubilden. In einem 2-tägigen Seminar wird interessierten Bürgerinnen und Bürgern Know How vermittelt, das für die Arbeitsmarktintegration insbesondere Geflüchteter unerlässlich ist - und die Arbeit später gelingen lässt.

Die so ausgebildeten ehrenamtlichen Job Coaches für Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten sollen in ihrer Kommune über Bildung von Tandems oder in offenen Sprechstunden die Neuzugewanderten praktisch bei der Arbeitsplatzsuche unterstützen. Dies geschieht auch mit Hilfe eines Netzwerks aus hauptamtlichen Akteurinnen und Akteuren und in Absprache mit ihnen. Insofern schließt die Arbeit der Job Coaches die Lücke zwischen den institutionellen Angeboten und den alltagspraktischen Anforderungen.

Für Geflüchtete bedeutet dies einen niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützung bei der Stellensuche, beim Erstellen der Bewerbungsunterlagen, beim Bewerbungsverfahren und beim Ausfüllen von Anträgen. Der gesamte Kommunikationsprozess mit den Behörden wird dadurch erleichtert. Unternehmen profitieren, weil sie Ansprechpersonen haben und so eher neue Wege beschritten werden können.

Inzwischen haben mehrere Job Coach Seminare stattgefunden. In zahlreichen Kommunen sind bereits Job Coaches für Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten aktiv (siehe grün eingefärbte Bereiche in der Grafik).

Kommunale Job Coaches
Kommunale Job Coaches


Weitere Job Coach Seminare sind geplant. Bei Interesse wenden Sie sich gerne an uns.

Landkreisweite Arbeitsgruppe Migration und Arbeit (LAMA)

Auf Initiative des Fachbereiches Integration in Arbeit haben sich verschiedene Institutionen im Handlungsfeld Arbeitsmarktintegration in der Arbeitsgruppe LAMA zusammengeschlossen und treffen sich seit Mitte 2019 halbjährlich beim Landratsamt Karlsruhe.

Kennzeichnend für die Arbeitsgruppe ist, dass die Mitglieder wichtige Herausforderungen identifizieren, auf konkrete Handlungsbedarfe verweisen und praktische Lösungswege erarbeiten. Das breite Spektrum an Erfahrungen ermöglicht Synergien bestmöglich zu nutzen, wodurch der Zugang zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete, Migranten und Migrantinnen verbessert werden soll.

Unterschiedliche Fragestellungen begleiten die Arbeitsgruppe: Wie können Neuzugewanderte in den Arbeitsmarkt integriert werden? Wie schaffen wir Transparenz für Arbeitgebende, die Ansprechpersonen und Unterstützungsmöglichkeiten suchen? Welchen Herausforderungen begegnen Geflüchtete in der Ausbildung? Wie können diese Herausforderungen abgebaut werden? Passen bestehende Angebote oder müssen Maßnahmen umstrukturiert werden?

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sind:

Schaubild Landkreisweite Arbeitsgruppe Migration und Arbeit
Schaubild Landkreisweite Arbeitsgruppe Migration und Arbeit


Bei Fragen oder Anregungen können Sie sich gerne per E-Mail an uns wenden.

Vernetzungstreffen für Haupt- und Ehrenamt

Einmal im Jahr organisiert der Fachbereich "Integration in Arbeit" ein Vernetzungstreffen für haupt- und ehrenamtlich Aktive, die im Landkreis Karlsruhe an der Arbeitsmarktintegration sowohl von Geflüchteten als auch Migrantinnen und Migranten beteiligt sind.

Bestandteil der Zusammenkunft ist die Erweiterung von Fachwissen zu brennenden Themen sowie die Vorstellung von neuen Projekten oder neuen Entwicklungen in bereits etablierten Programmen. Besonders wichtig ist uns außerdem, in entspannter Atmosphäre Gelegenheit zum Gespräch und zur Vernetzung zu bieten. Hier können ehrenamtlich Aktive auf Hauptamtliche treffen. Auch Hauptamtliche aus verschiedenen Institutionen lernen sich kennen und entdecken neue Kooperationsmöglichkeiten.

Insofern bieten die Treffen eine Plattform sowohl für fachlichen Input als auch Austausch über Erfahrungen zu regionalen und überregionalen Entwicklungen. Teilnehmende können miteinander diskutieren und ins Gespräch kommen, aktuelle Bedarfslagen identifizieren sowie die sich daraus ergebenden Handlungsstrategien ausloten.

Regelmäßige Gäste sind u.a. Integrationsmanager und Integrationsmanagerinnen, Jugendberufshelfer und Jugendberufshelferinnen, AVdual-Begleiter und AVdual-Begleiterinnen, sowie externe Gäste, wie die Integrationsbeauftragten der Kommunen, Vertreter und Vertreterinnen der Migrationsberatungsstellen, Jugendmigrationsdienste, Bildungsträger, Kammern, Agentur für Arbeit und Jobcenter. Auch Unternehmen wie Piston Holding GmbH und EDEKA Südwest Fleisch GmbH nahmen bereits teil. Am Austausch beteiligen sich auch die ehrenamtlich tätigen Job Coaches für Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten sowie andere Ehrenamtliche, die unsere Zielgruppe beim Einstieg ins Arbeitsleben unterstützen.

Wenn Sie zum Vernetzungstreffen geladen werden möchten, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail.