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Landkreis Karlsruhe

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Partnerschaften des Landkreis Karlsruhe

Schon früh hat sich der Landkreis Karlsruhe für die Förderung kommunaler Partnerschaftsbeziehungen eingesetzt. Bereits 1964 trafen sich Delegierte aus dem damaligen Landkreis Bruchsal und der Grafschaft Monmouthshire in Wales/Großbritannien, um den Grundstein zu einer Partnerschaft zu legen. 1968 wurde im Landkreis die erste offizielle Städtepartnerschaft mit einer walisischen Stadt zwischen Östringen und Abergavenny besiegelt. In der Zwischenzeit gibt es sieben offizielle Städtepartnerschaften im Landkreis mit der ehemaligen Grafschaft Gwent. Daneben finden sich unzählige Partnerschaften auf Vereins-, Schul- und Sportebene, die einen regen kulturellen Austausch mit der Grafschaft führen. Zahlreiche Gruppen und Organisationen haben die Initiative ergriffen und Freundschaft miteinander geschlossen. Vielfältige Kontakte und Einzelbegegnungen, zahlreiche Freundschaften und auch Ehen wurden geschlossen. 1978 wurden schließlich Partnerschaftsurkunden zwischen der Grafschaft Gwent und dem Landkreis Karlsruhe unterzeichnet. Aufgrund einer Verwaltungsreform wurde die Grafschaft 1996 in fünf kleinere Verwaltungseinheiten geteilt. Die Landkreispartnerschaft wird mit den Bezirken Monmouthshire und Torfaen, in denen die Städtepartnerschaften der Kreisgemeinden im Wesentlichen angesiedelt sind, weitergeführt.

Eine ganz andere Form der Partnerschaft, nämlich ein außereuropäisches Freundschaftsbündnis, pflegt der Landkreis Karlsruhe seit 1992 mit Sha’ar Hanegev, einer Region in Israel zwischen dem Gazastreifen und der Negevwüste. Die Region besteht aus 13 Kibbuzim und zwei Beduinengemeinden, ist wirtschaftlich wie infrastrukturell gut ausgebaut und zählt vor allem auch im Blick auf die Hochschulausbildung als besonders gut entwickelter Bezirk. Erste regelmäßige Kontakte bestanden zu Israel bereits seit 1988, seit 1990 auch in Form eines wiederkehrenden Schulaustauschs mit einer Schule aus Tel Aviv. Schließlich wurde 1992 die Freundschaftsbeziehung mit der Region Sha’ar Hanegev offiziell vollzogen. Zur Belebung dieses Freundschaftspaktes finden die verschiedensten wirtschaftlichen und kulturellen Aktivitäten statt, unter anderem der jährliche Jugendaustausch. Der Deutsch-Israelische Freundeskreis im Stadt- und Landkreis Karlsruhe e. V. (DIFK) ist eines der Ergebnisse der Landkreispartnerschaft mit Israel. Die gemeinnützige, überparteiliche Organisation bietet Vorträge, Seminare und Gesprächsrunden über Politik, Geschichte, Land und Leute. Die Referenten kommen zum großen Teil aus Israel. Es werden auch Hebräisch-Kurse angeboten und der Jugendaustausch gefördert.

Die Deutsch-Deutsche Partnerschaft mit dem sächsischen Landkreis Mittelsachsen, besteht seit 1990. In einer solchen Partnerschaft war zunächst nicht vorrangig der Austausch und die Verständigung der Bevölkerung in den Mittelpunkt gestellt worden, sondern vielmehr die finanzielle und praktische Unterstützung der Kommunen beim Verwaltungsaufbau. Nach dem Mauerfall und der Öffnung half auch der Landkreis Karlsruhe mit, die Verwaltung im Kreis Mittelsachsen möglichst schnell an die Verhältnisse eines westdeutschen Landkreises anzupassen und den Bedürfnissen einer veränderten Gesellschaft anzugleichen. Zwischenzeitlich findet mit dem kleinen sächsischen Kreis zwischen Leipzig und Dresden immer wieder ein interessierter und hilfreicher Informationsaustausch auf der Ebene der Verwaltung und der Gremien statt. Vom großen Hochwasser der Mulde im Sommer 2002 wurde der sächsische Partnerkreis besonders betroffen. Aus dem Landkreis Karlsruhe erfuhr der sächsische Partnerkreis eine große spontane Hilfsbereitschaft: Spendenkonten, Sachspenden, Feuerwehrgerät, direkte Hilfe durch Feuerwehr und Rettungsdienste und eine große persönliche und menschliche Solidarität aus dem gesamten Kreisgebiet.

Die neueste freundschaftliche Verbindung des Landkreises wurde im Mai 2011 mit der südbrasilianischen Stadt Brusque begründet. Hintergrund dieser historisch wie kulturell besonderen kommunalen Freundschaftsbeziehung ist die Auswanderung vieler badischer Familien aus dem heutigen Gebiet des Landkreises Karlsruhe nach Südbrasilien Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Familien, die zumeist in den Bundesstaaten Parana, Santa Catarina und Rio Grande do Sul leben, haben sich über bereits 150 Jahre die deutsche Sprache, die Kultur, viele Traditionen aber auch zahlreiche persönliche Kontakte ins Badische erhalten. Dort finden sich auch häufig noch die hier bekannten Familiennamen wie Baumgärtner, Bohn, Riffel, Schäfer, Schlindwein oder Schmitt. Eine Kommunalpartnerschaft besteht seit 2010 auch zwischen der Gemeinde Karlsdorf-Neuthard und Guabiruba, Santa Catarina. Unterstützt werden die Kontakte nach Brusque durch die Badisch-Südbrasilianische Gesellschaft mit Sitz in Karlsdorf-Neuthard.